230 Feuerwehrleute aus dem Kreisgebiet proben den Ernstfall

Kreis Borken / Weeze. Überall Rauch und Feuer, von allen Seiten blinkt Blaulicht. Hier werden Schläuche ausgerollt, dort sind Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten auf dem Weg in brennende Gebäude. Mehr als 230 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreisgebiet sind im Einsatz. Was wie eine Katastrophe klingt, ist glücklicherweise nur inszeniert: Die 17 Feuerwehren aus dem Kreis haben sich zu einer Großübung auf der Training Base am Flughafen in Weeze getroffen. Am Samstag (24. Juni) haben sie auf dem Trainingsgelände in und an den ehemaligen Gebäuden und Werkstätten der britischen Armee unter realistischen Bedingungen sogenannte „Heißübungen“ durchgeführt – einschließlich Rauch, Feuer und Hitze. „Eine Übung in dieser Größe ist für uns schon einmalig“, sagte Kreisbrandmeister Johannes Thesing, der die Übung gemeinsam mit seinem Stellvertreter Thomas Deckers leitete. Er zog am Ende eine positive Bilanz: „Die Übung ist gut verlaufen und vieles hat im Zusammenspiel aller Feuerwehren und Einsatzkräfte sehr gut funktioniert“, so Thesing. „Allerdings zeigen solche Übungen auch immer auf, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.“
Vorbereitet wurde die Übung von einem achtköpfigen Planungsteam, das aus Führungskräften der Gefahrenabwehr des Kreises Borken sowie der Feuerwehren Bocholt und Borken bestand. Die Planungen unter dem Vorsitz des Kreisbrandmeisters haben bereits vor einem Jahr begonnen. „Ziel der Übung war es, die bestehenden Gefahrenabwehrkonzepte des Kreises Borken weiter einzuüben, aber auch auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen“, erläuterte Dr. Hermann Paßlick, zuständiger Vorstand des Kreises Borken. „Zudem macht es sich im Ernstfall bezahlt, wenn die Zusammenarbeit und Abstimmung der verschiedenen Wehren immer wieder geprobt wird“, ergänzt Heribert Volmering, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Kreisverwaltung. So ging es beispielsweise um die Kommunikation zwischen allen Beteiligten sowie die technische und organisatorische Überprüfung von Kommunikationswegen, außerdem um die einsatztaktische Abarbeitung in den Einsatzabschnitten vor Ort.
Die Training Base Weeze, eine ehemalige Liegenschaft der Royal Air Force Germany, bietet auf Grund der außergewöhnlichen Infrastruktur realistische Übungsmöglichkeiten für die Feuerwehr. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Anlagen dieser Art, in denen unter derartig realistischen Bedingungen geübt werden kann. Alle 17 Feuerwehren des Kreises sind mit jeweils einem Löschfahrzeug vertreten gewesen, etappenweise sind sie von 8 bis 10 Uhr angerückt. Die Feuerwehren aus Heiden, Isselburg, Legden, Reken, Stadtlohn und Vreden stellten zudem ihre Einsatzleitwagen mit Führungskräften. Auf dem Gelände fanden die Einsatzkräfte verschiedenen Szenarien vor: So „brannten“ unter anderem ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus, eine Werkstatt, in der sich ein mit Autogas betriebener Bus befand, sowie der angrenzende Supermarkt. Zudem kamen noch „Brandcontainer“ und Brandsimulationsanlagen zum Einsatz. Bis zum Nachmittag hatten die Feuerwehrleute so verschiedene Lagen in den Griff zu bekommen.
Bereits am Freitagnachmittag startete eine sogenannte Stabsrahmenübung. Dabei musste das Stabsteam bestehend aus Führungskräften der Feuerwehren, verstärkt um Fachberater des DRK, der Malteser, der DLRG, des THW, der Polizei und der Bundeswehr Einsatzlagen abarbeiten. Hierzu war ein Drehbuch mit verschiedenen Schadensszenarien erstellt worden: größere Waldbrände in mehreren Kommunen des Kreises, die Evakuierungen nötig machten und Bauernhöfe sowie Industriebetriebe in Brand setzten. Außerdem führten diese zu Stromausfällen und Wasserknappheit. All diese Lagen wurden von einer Übungsleitung in den Stab der Einsatzleitung eingespielt. Dieser Teil verlief aber theoretisch: Einsatzkräfte waren an der Stabsrahmenübung nicht beteiligt.

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