Aktion „Brems dich! Schule hat begonnen!”

Kreis Borken. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Aktion „Brems dich! Schule hat begonnen!” raten der Kreis Borken, die Polizei und die Kreisverkehrswacht allen Eltern von Schulanfängern, ihre Sprößlinge sorgsam auf den Schulweg vorzubereiten. „Richtiges Verhalten im Straßenverkehr müssen Kinder erst erlernen”, erklärt dazu Landrat Dr. Kai Zwicker. Was für Erwachsene Alltag ist, sei für die I-Dötzchen zunächst eine völlig neue Welt, die noch erkundet werden muss. „Eltern können ihren Kindern dabei helfen und mit ihnen den Schulweg gemeinsam üben, egal ob sie den Weg zu Fuß zurücklegen oder im Bus mitfahren”, sagt Bernhard Sieverding vom Fachbereich Verkehr der Kreisverwaltung. Er betont: „Ein Fahrrad sollten nur wahre Könner auf sicheren Wegen benutzen.”
Einen besonderen Appell richten die Verkehrsexperten an die Eltern: „Bitte bringen Sie nach Möglichkeit Ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule!” Das sei zwar gut gemeint, um den eigenen Nachwuchs auf diese Weise vor Gefahren zu schützen. Allerdings werde durch die vielen an- und abfahrenden PKWs der Straßenraum vor der Schule sehr stark in Anspruch genommen und: Dabei ergeben sich nicht selten gefährliche Situationen! Sinnvoller ist es nach Aussagen von Bernhard Sieverding, den Verkehrsanfängern selbst die Gelegenheit zu geben, Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln. Zudem biete der gemeinsame Weg mit anderen Schulkindern die Chance, Freundschaften zu bilden und den Orientierungssinn zu schärfen.
Eltern und Kinder sollten den Schulweg vor Schulbeginn mehrmals gemeinsam abgehen, um mögliche Gefahrenstellen zu erkennen und das richtige Verhalten zu besprechen und einzuüben. Sinnvoll ist in jedem Fall zudem, die I-Dötzchen an den ersten, aufregenden Schultagen zu begleiten. Zeigen sich Gefahrenstellen, denen das Kind nicht gewachsen ist, sollte ein anderer Weg zur Schule gewählt werden – viele Schulträger verfügen über abgestimmte Schulwegpläne.
Bernhard Sieverding weiß auch: „Hektik ist auf dem Schulweg immer ein schlechter Begleiter, denn wer sich morgens schon beeilen muss, macht Fehler: Es sollte folglich immer genügend Zeit fürs Aufstehen, Frühstück und den Schulweg eingeplant werden.” Ein Spielraum von mindestens zehn Minuten vermeide Stress.
Ob ein Mädchen oder Junge mit dem Fahrrad zur Schule fahren kann, muss von den Eltern sorgfältig abgewogen werden. Dabei ist neben dem Gefahrenpotenzial des Schulweges auch der Entwicklungsstand des Kindes zu berücksichtigen. Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen. Dass der Fahrradhelm zum Fahrrad gehört, dürfte inzwischen selbstverständlich sein.
ABC-Schützen, die mit dem Bus fahren, brauchen ebenfalls Training: Warten an der Haltestelle, einsteigen ohne drängeln, hinsetzen und sitzen bleiben, umsichtig aussteigen – all das muss geübt werden.
Auch beim Kauf von Schulranzen und Jacken kann auf Verkehrssicherheit geachtet werden: Reflektorstreifen sorgen für Sichtbarkeit in der dunklen Jahreszeit. Helle und auffällig gekleidete Kinder werden schneller gesehen und andere Verkehrsteilnehmer können in brenzligen Situationen eher reagieren.
Der Appell von Landrat Dr. Kai Zwicker ganz generell an alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, insbesondere die Autofahrerinnen und Autofahrer, lautet in diesem Zusammenhang: „Sich selbst bremsen, defensiv fahren und dabei auf die Kinder achten!”

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