Aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln zum Baubedarf

Kreis Borken. Als „zu pauschal“ hat jetzt Landrat Dr. Kai Zwicker die Aussagen der aktuellen deutschlandweiten Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum Baubedarf in der Bundesrepublik bezeichnet. Spezielle Gegebenheiten gerade im Kreis Borken hätten bei der Erstellung offensichtlich keine Berücksichtigung gefunden. „Daher können wir die Schlussfolgerung des IW, im Kreis Borken sei es zu einer Überdeckung des Wohungsbedarfs von 43 Prozent gekommen, nicht teilen“, ist er sich mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Kreis Borken einig. Im Gegenteil, sie konstatieren: „Im Westmünsterland gibt es weiterhin dringlichen Bedarf an Baugebieten!“ 
Als Argumente für ihre Auffassung führen die Spitzen des Kreises und der Kommunen vor allem an, dass das IW den Wohnungsbedarf nur anhand eines rein mathematischen Modells errechnet habe. Eine marktorientierte Betrachtung fehle gänzlich. So gebe es im Westmünsterland kein Überangebot an Einfamilienhäusern. „Auf Vorrat baut hier niemand“, weiß Landrat Dr. Zwicker. Wer hier ein Eigenheim erstellt, wohne in der Regel dann auch darin. Aus der Bevölkerung komme unverändert große Nachfrage nach Baugrundstücken, die die Kommunen aufgrund landesplanerischer Beschränkungen der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten zum Teil gar nicht decken können. Dabei sei es doch Konsens in der Region, attraktive und bezahlbare Wohnmöglichkeiten zu erhalten, um einer sonst drohenden stärkeren Abwanderung junger Menschen mit all den damit verbundenen Folgen vor allem für den Arbeitsmarkt entgegenzuwirken. 
Im Kreis Borken könne überdies auch nicht von Wohnungsleerstand gesprochen werden, macht Dr. Zwicker deutlich. Beim Zensus 2011 sei eine Leerstandsquote von lediglich 2 Prozent ermittelt worden – zum Vergleich: 3,3 Prozent im Regierungsbezirk Münster und 3,7 Prozent in gesamt NRW. Das IW selbst bezeichne 2,5 Prozent sogar als „natürliche Leerstandsquote“, die als Fluktuationsreserve diene. 
In der IW-Studie seien zudem wohl auch nicht konjunkturelle, soziale und regionalspezifische Aspekte berücksichtigt worden. Dazu zählen laut Dr. Zwicker etwa die lokale Kaufkraft und traditionelle Wohngewohnheiten, die gerade das Westmünsterland deutlich von anderen Regionen unterscheiden.

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