„Faxen in der Artzpraxis ist out“ – BOHRIS informiert sich über digitale Zukunftstechnik

Bocholt (PID). Die Mitglieder des lokalen Ärztenetzes BOHRIS (Bocholt-Rhede-Isselburg) haben sich im Rahmen einer Fortbildung über das Thema „Digitale Kommunikation der Zukunft“ informiert. Referenten waren Armin Flender, Geschäftsführer Deutsches Gesundheitsnetz, und Bert Meemann von der MicroNova AG.
Technik soll Daten schnell verfügbar machen

Zukünftig, so hieß es, sollen sich alle Beteiligten aus dem Gesundheitswesen wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Akteure des Gesundheitswesens miteinander vernetzen, und zwar mit Hilfe der so genannten Telematikinfrastruktur (TI).
„In unserer modernen Zeit ist das bei Ärzten so beliebte Faxen out“, sagte Flender. Ein wesentliches Ziel der neuen Infrastruktur sei es, medizinische Informationen, die für die Behandlung von Patienten benötigt werden, schneller verfügbar zu machen. Oberste Priorität habe die Datensicherheit. Bis Mitte 2018 sollen alle Arzt- und Psychotherapeutenpraxen sowie Krankenhäuser an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein.
Zuvor wird die Technik sechs Monate in ausgewählten Testregionen unter realen Einsatzbedingungen erprobt. Sobald die Telematikinfrastruktur steht, werde auch die elektronische Gesundheitskarte zum Einsatz kommen.
Arztbrief entfällt – mehr Zeit für Patienten
Eine andere Software namens ViViAN von MicroNova wird bereits gestestet. ViViAN ist eine Vernetzungssoftware für die virtuelle Zusammenarbeit. Anwender können individuell steuern, wer welche Informationen einsehen darf und welche nicht. Hierdurch stehen Fachärzten alle wichtigen Informationen für eine spezifische Untersuchung zur Verfügung. Und der Hausarzt erhält zielgerichtet die erhobenen Daten des Facharztes und die Untersuchungsergebnisse, so die Dozenten. Das Warten auf den Arztbrief entfalle somit. „Es bleibt mehr Zeit für die medizinische Arbeit“, schlussfolgerte Meemann.
Die Verantwortlichen vom Netzwerk BOHRIS kündigten an, sich weiter intensiv mit dieser Thematik zu beschäftigen und sich bezüglich möglicher Fördermöglichkeiten an die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in Dortmund zu wenden.
Ärztenetz BOHRIS – was ist das?
Das Ärztenetzwerk für die Städte Bocholt, Rhede und Isselburg gibt es seit April 2016. Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten arbeiten in diesem Verbund zusammen, um die ambulante Versorgung der Bürger zu sichern, Ärztenachwuchs zu fördern und die kollegiale Zusammenarbeit zu verbessern. Auf der Suche nach modernen Versorgungslösungen werden u.a. Fort- und Weiterbildungen der Ärzte und Mitarbeiter organisiert. Die Stadt Bocholt unterstützt das Netzwerk im Rahmen der Stadtentwicklung. Nähere Infos unter www.bocholt.de/bohris .

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