Gar nicht so schwer: „Zehn Tage ohne Handyempfang und andere elektronische Medien”

Gar nicht so schwer: „Zehn Tage ohne Handyempfang und andere elektronische Medien”
Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamtes Borken zu Gast in den Ferienlagern der Georgspfadfinder Vreden und der KSJ Rhede

Kreis Borken/Vreden/Rhede. Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamtes Borken haben jetzt die Ferienlager der Georgspfadfinder Vreden auf dem Jugendzeltplatz Kirchwies und der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) Rhede in der Schützenhalle von Schönolthausen besucht. Damit setzten sie die alljährliche Tradition des Kreises fort, sich vor Ort über die geleistete vielseitige pädagogische Arbeit zu informieren und das große Engagement der ehrenamtlich tätigen Jugendbetreuerinnen und -betreuer zu würdigen.
Der Jugendzeltplatz Kirchwies in Windhagen liegt im Tal des Hüngsberges in der malerischen rechtsrheinischen Landschaft zwischen Siebengebirge und Deutschem Eck: viel Wald drumherum, alles grünt und blüht, ein kleiner Bach plätschert vorbei. In dieser Idylle verbrachten 125 Kinder und Betreuer aus Vreden die Ferienfreizeit der Georgspfadfinder. Das bedeutete gleichzeitig: „Zehn Tage kein Handyempfang mehr und auch keine anderen elektronischen Medien!” Was viele zunächst für kaum machbar hielten, klappte jedoch vorzüglich”, so der einhellige Tenor aller Beteiligten. Folglich herrschte nicht nur am Morgen des Besuchs von den Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamtes eine entspannte Atmosphäre. „Heute ist ein offenes Frühstück. Jeder kann aufstehen, wann er mag. Gestern ist es mit einer Nachwanderung bei manchen ganz schön spät geworden”, schmunzelte Tom Tenostendarp. Er selbst stand schon an der Grillpfanne und briet einige Kilo Gulasch an. „Wir kochen jeden Tag frisch. Das Fleisch bekommen wir von einem Metzger aus der Region geliefert”, erläuterte er. Gutes Essen sei schließlich ganz wichtig!
Während Tom Tenostendarp in der Küche werkelte und viele Kinder in den Zelten noch schliefen, bereiteten andere Mitglieder des Betreuerteams das Tagesprogram vor. „Wir bauen eine kleine Kirmes auf”, beschrieb Christian Ostendorf die geplanten Aktivitäten. Vorgesehen seien dann Losbude, Entenangeln und andere Spiele.
Vom Gesamtpaket wie von den Einzelmaßnahmen der Ferienfreizeit zeigte sich Mareen Bißlich vom Kreisjugendamt gleichermaßen beeindruckt. Ihr war es zudem wichtig, aus erster Hand erfahren, welche Herausforderungen bestehen und wie das Jugendamt noch besser unterstützen kann. Einen Aspekt sprach Christian Ostendorf von den Pfadfindern sofort offen an: „100 Prozent Lohnausgleich für den Sonderurlaub der Ehrenamtlichen würde sehr helfen. Viele Betreuer setzen bislang ihren regulären Urlaub ein, weil sie keinen Sonderurlaub erhalten.”
Was ehrenamtliches Engagement in einen Ferienlager bewirken kann, zeigte sich beim Rundgang über den Zeltplatz: Ein selbst mittels Gartenduschen, rutschfesten Matten und Planen, die als Sichtschutz dienen, konstruiertes Duschzelt. Ein Generator, der das Kochzelt und den Kühlwagen mit Strom vesorgte. In jedem Zelt eine Gruppe mit einem festen Betreuer – nachts wechselten sie sich stündlich bei der Lagerwache ab. „ Dann sitzen alle mit ihrem Betreuer eingewickelt in Decken um das Lagerfeuer, machen Stockbrot und reflektieren den Tag”, beschrieb Christian Ostendorf.
Wie wertvoll solche Ferienlager für die Entwicklung von Kindern seien, zeigt sich laut Sandra Berlekamp Kreisjugendamt Borken nicht zuletzt daran, dass während der Lagerzeit die Kinder aufs Handy und andere elektronische Medien verzichten. „Sie verbringen auf diese Weise eine viel intensive Zeit miteinander und nehmen aktiv an gruppendynamischen Prozessen teil.” Generell gelte für Ferienlager: Dort lernen die Mädchen und Jungen Kompromisse einzugehen und sich an klare Regeln und Absprachen zu halten. Es sei schließlich schlichtweg unmöglich, zunächst immer die 125 Meinungen von 125 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auszudiskutieren.
Auch im Ferienlager der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) Rhede im sauerländischen Schönolthausen herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre, wie die Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamtes bei ihrem Besuch feststellen konnten. Angesagt war gerade „Muse-Zeit” – freie Zeit für die Kinder sei sehr wichtig, nachmittags gebe es dann eine Flusswanderung, beschrieb der Lagerleiter Michael Kampshoff das Tagesprogramm. Das KSJ-Lager war mit 20 Kindern eher familiär ausgerichtet. Jeder hatte selbstverständlich mit anzupacken. Es gab folglich Gruppendienste mit Aufgaben für jeden. Um die Ferienfreizeit abwechslungsreich zu gestalten, ließen sich die Betreuer viel einfallen lassen. u. a. einen Besuch der örtlichen Feuerwehr mit Wasserspielen, täglich wechselndes Aktionen mit vielen Klassikern aus dem Lagerleben wie Herzblatt, Schlag den Lagerleiter und eine Stadtrallye. „In diesem Jahr mussten wir außerordentlich kreativ mit den Finanzen umgehen”, resümierte Michael Kampshoff. Bei einem so kleinen Lager sei die Finanzierung schon eine echte Herausforderung. Auch hier spielten Handys kaum eine Rolle: „Es gibt eine Handyzeit von einer Stunde am Tag. Überraschenderweise haben wir festgestellt, dass viele Kinder ab dem vierten Tag ihr Handy gar nicht mehr haben wollten.”
Ausdrücklich danken die Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamtes Borken allen – auch in den vielen anderen Lagern – ehrenamtlich Tätigen für ihr großes Engagement. „Ohne diese vorbildliche Unterstützung könnten diese Angebote nicht durchgeführt werden”, so Mareen Bißlich.
Weitere Informationen zur Arbeit der Abteilung Kinder- und Jugendförderung im Jugendamt des Kreises Borken gibt es im Internet unter www.jugendarbeit-kreis-borken.de.

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