Hochkarätige Vorträge in der Zukunftsstadt Bocholt: Gesund leben, aktiv bleiben, alt werden!

Bocholt (PID). Gesund leben, lange aktiv und geistig fit bleiben, möglichst bis ins hohe Alter: Wer möchte das nicht? Was jeder heute schon für sich tun kann, welcher Lebensstil dazu beiträgt, welche Rolle Bewegung und Sport dabei spielen: Darüber sprechen auf einem Vortragsabend in Bocholt jetzt Experten der Deutschen Sporthochschule Köln. Außerdem stellen niederländische Wissenschaftler eine App vor, die bei Demenz hilft.
Der Themenabend findet am Montag, 25. September, in der Aula der Gesamtschule Bocholt, Rheinstraße 4 statt. Beginn ist um 17 Uhr, Ende 21 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen werden unter Tel. 02871 / 217 65 680 oder via E-Mail rteuhle@ewibo.de entgegengenommen.
Die Veranstaltung ist Teil des bundesweiten „Wettbewerb Zukunftsstadt“. Bocholt hat es mit seinem Konzept „Atmendes Bocholt 2030+“ in die zweite Runde geschafft und bekommt Fördergeld, um gemeinsam mit Bürgern die Stadt von Morgen zu entwickeln. Dazu gehört u.a. das Themenfeld Gesundheitsförderung.
Mit dem Sportmediziner Prof. Dr. Wildor Hollmann sowie mit dem Gesundheitsexperten Prof. Dr. Stefan Schneider von der Deutschen Sporthochschule Köln werden zwei Wissenschaftler von Weltruf in Bocholt auf lehrreiche wie unterhaltsame Weise vortragen. Hollmann ist mit 92 Jahren ein lebendes Beispiel seiner Thesen und wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkung von Bewegung auf Gesundheit und Geist. Noch heute hält er Vorlesungen, die bis auf den letzten Rang gefüllt sind. Der Titel seines Vortrags in Bocholt lautet „Gesund und leistungsfähig alt werden“.
Zweiter Redner ist Prof. Dr. Stefan Schneider, dessen Beitrag mit „Von Kindern, Senioren und Kosmonauten – neurokognitive Effekte von Sport und Bewegung“ überschrieben ist. Er wird zeigen, welche Auswirkungen körperliche Aktivität auf das Gehirn hat.
App soll Demenz verlangsamen
Wie moderne Technik gegen Demenz eingesetzt wird, zeigt Ronald van Tol von der Gelderse Sportfederatie Arnheim. Bewegung kann helfen, den Prozess der Vergesslichkeit zu verlangsamen, behauptet der Niederländer. Dafür haben er und seine Kollegin Karlijn van Beest ein spezielles Programm entwickelt.
Neben den Vorträgen gibt es für Besucher auf einem „Marktplatz der Möglichkeiten“ die Chance zur individuellen Beratung bei den Experten und die Möglichkeit, sich aktiv über Bewegungs- und Sportangebote in Bocholt zu informieren.
Für Getränke und einen Imbiss ist während der Veranstaltung gesorgt.
Vormerken
Die Themenreihe „Gesundheit und Bewegung“ wird im Oktober mit einem zweiten Highlight fortgesetzt, das sich interessierte Bürger schon heute vormerken sollten: Am Samstag, 14. Oktober 2017, wird Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln, ebenfalls ein weltweit anerkannter Wissenschaftler, in Bocholt auftreten und zum Thema „Fitness und Gesundheit fängt vor der Haustür an“ sprechen. In einem zweiten Schwerpunkt wird sich Froböse mit Gesundheitsförderung in Betrieben und Unternehmen beschäftigen. Diese Veranstaltung findet in der Mensa am Benölkenplatz statt und dauert von 11 bis 14 Uhr.

Die Referenten
Univ. Prof. mult. Dr. med. Dr. h. c. mult. Wildor Hollmann
Geboren am 30.01.1925 in Menden/ Sauerland, gründete er 1958 das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln in Verbindung mit der Medizinischen Universitätsklinik Köln. Es entwickelte sich zu einem international führenden Forschungsinstitut.
Nach der Habilitation 1961 an der Medizinischen Universitätsklinik Köln übernahm er 1965 in seinem Institut den soeben eingerichteten Lehrstuhl für Kardiologie und Sportmedizin. Als Rektor der Deutschen Sporthochschule erreichte er 1970 die Anerkennung dieser Institution als selbständige Universität mit eigenem Promotions- und Habilitationsrecht. 14 Jahre diente er der Sporthochschule als Rektor, Prorektor und Dekan der medizinisch- naturwissenschaftlichen Fakultät. Als Internist und Kardiologe wurde er Ehrenpräsident des Weltverbandes für Sportmedizin (134 Nationen) und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) führte er 3 Jahre als Präsident.
34 wissenschaftliche Forschungsauszeichnungen aus allen 5 Kontinenten der Erde wurden ihm zuteil, darunter der Sir-Philip-Noel-Baker-Forschungspreis der UNESCO, der Hufelandpreis für Präventivmedizin der Bundesrepublik Deutschland und der Max-Bürger-Forschungspreis für Gerontologie und Geriatrie.
1958-1978 war Hollmann internistischer Arzt der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft von 1964- 1971 gleichzeitig auch der Hockey-Nationalmannschaft. Viele Jahre gehörte er dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer sowie dem des jeweiligen Bundes-Verteidigungsministers an.
Das Medieninteresse dokumentierte sich in ca. 200 Fernsehsendungen und 800 Rundfunksendungen in 23 Nationen.
Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland verlieh ihm die höchst-mögliche staatliche Auszeichnung, das Schulterband zum Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern, das Land Nordrheinwestfalen den Verdienstorden. Die Deutsche Ärzteschaft überreichte ihm die Paracelsus-Medaille und die Ernst-von-Bergmann-Plakette als deren höchste Auszeichnung.
Hollmann ist heute noch in Forschung und Lehre tätig sowie mit Vorträgen im In- und Ausland befasst. Die Deutsche Sporthochschule Köln, der Wahl-Heimatsort Brüggen/Ndrh. und die Geburtsstadt Menden/Sauerland verliehen ihm die Ehrenbürgerschaft, die Universitäten von Brüssel und Thessaloniki u.a. die Ehrendoktor- bzw. Professorenwürde.

Prof. Dr. sportwiss. Dr. theol. Stefan Schneider
Nach erfolgreicher Promotion in den Fächern Sportwissenschaft und Theologie und erfolgter Habilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS), leitet Prof. Schneider seit 2010 das Zentrum für integrative Physiologie im Weltraum an der DSHS, neben dem Zentrum für Weltraumphysiologie der Charité Berlin und dem Institut für Flugmedizin des DLR eins der drei lebenswissenschaftlichen Zentren in Deutschland, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterstützt werden.
Neben umfangreichen Arbeiten zum Einfluss von Schwerelosigkeit und Langzeitisolation auf psycho-physiologische Adaptationsprozesse liegt ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten auf dem Zusammenspiel körperlicher Aktivität und neurokognitiver Prozessen. Hier insbesondere der Frage danach, inwieweit Sport und Bewegung – in allen Altersstufen – ein holistisches Gesundheitsmodell in den Dimensionen körperliche, mentale und soziale Gesundheit positiv beeinflussen können.
In den vergangenen Jahren hat Prof. Schneider mehr als 50 Publikationen in international renommierten Zeitschriften publiziert und mehr als 4 Mio € an Fördergeldern der Deutschen und Europäischen Weltraumagentur ebenso wie der EU einwerben können.
Prof. Schneider hält neben seiner Professur an der Deutschen Sporthochschule Köln eine Gastprofessur an der University of the Sunshine Coast in Australien, wo er regelmäßig lehrt und forscht. 2012 erhielt er für seine Habilitationsschrift den renommierten Wissenschaftspreis des Deutschen Olympischen Sportbundes. Seit 2014 ist er Prorektor für Außenbeziehungen und Wissensmanagement der DSHS.

Der Rahmen: Wettbewerb Zukunftsstadt
Die Veranstaltung ist Teil des bundesweiten Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ (www.wettbewerb-zukunftsstadt.de), an dem auch Bocholt teilnimmt. Gemeinsam mit Bürgern werden Visionen und Konzepte für die Stadt von Morgen entworfen. Besonders gute Konzepte werden vom Bund finanziell gefördert. Bocholts Teilnahme steht unter dem Titel „Atmendes Bocholt 2030+“. Der Wettbewerb besteht aus drei Phasen. Von zunächst 50 Städten haben 20 – darunter Bocholt – den Sprung in die zweite Förderphase geschafft. Informationen zur Initiative in Bocholt unter www.zukunftsstadt-bocholt.de .

Die Unterstützer Bocholts
Unterstützer der Stadt Bocholt sind die Deutsche Sporthochschule Köln, das Deutsche Institut für Urbanistik (DifU), das Institut für Innovationsforschung und Management (ifi), die Westfälische Hochschule, die Universität Wuppertal, die Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO) und das Bocholter Borkener Volksblatt.

Das Programm im Überblick
17.00 Uhr Begrüßung
Ludger Triphaus, Sozialdezernent und Koordinator Zukunftsstadt Bocholt
Grußwort Petra Weritz-Hanf, Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
17.10 Uhr Musikalischer Auftakt
17.20 Uhr Vortrag I
Gesund und leistungsfähig alt werden
Prof. Wildor Hollmann, Deutsche Sporthochschule Köln
18.10 Uhr Aktivität mit allen
Gesine Wels, Tanzcenter Heitmann-Wels
18.20 Uhr Vortrag II
Von Kindern, Senioren und Kosmonauten – neurokognitive Effekte von Sport und Bewegung
Prof. Dr. Stefan Schneider, Deutsche Sporthochschule Köln
19.00 Uhr Vortrag III
Wer rastet, der rostet: App für Bewegung, gegen Demenz
Ronald van Tol, Gelderse Sportfederatie Arnheim
19.30 Uhr Getränke und Imbiss in der Pause
19.45 Uhr Angebote an Aktivitäten und Beratungen für die Bürger
21.00 Uhr Abschluss

Anmeldungen und Rückfragen
Reinhardt te Uhle, Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO), Tel. 02871 / 217 65 680 oder E-Mail rteuhle@ewibo.de

6 Kommentare
  1. Christian Willing
    Christian Willing says:

    Zukunftstadt???
    Wo es nur noch überteuerten Wohnraum gibt den sich eine junge Familie kaum bis garnicht leisten kann.
    Firmen für Prestige Objekte die kein Mensch braucht weg gejagt werden. Und damit auch Arbeitsplätze.
    Die Innenstadt immer unattraktiver gemacht wird, für Einzelhändler und dadurch auch für den Kunden.
    Steuergelder teilweise unnütz, sinnlos und unverschämt verbrannt werden.
    Dafür dann der kleine Bürger und die noch verbleibenden Gewerbetreibenden belangt werden, sprich grund- und Gewerbesteuer Erhöhung.

    Sehe das jetzt nicht so zukunfts orientiert.

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