Landrat Zwicker: „Berufskollegs auf hohem Stand halten” / 3929 Schüler in Bocholt

Kreis Borken. Der Kreis Borken ist Träger von sechs Berufskollegs (BK) im Kreisgebiet – drei davon mit Hauptsitz in Ahaus: BK Lise Meitner, BK für Technik und BK Wirtschaft und Verwaltung, zwei mit Standort in Bocholt: BK Bocholt-West und BK am Wasserturm sowie in der Kreisstadt das BK Borken. Insgesamt fast 13.000 Schülerinnen und Schüler werden dort in unterschiedlichsten Schulzweigen und Bildungsgängen unterrichtet. „Damit qualifizieren die Kollegs unsere junge Leute vor allem für die heimische Wirtschaft”, betonte Landrat Dr. Kai Zwicker jetzt bei einem Besuch des Berufskollegs für Technik in Ahaus. Schließlich seien die „brummenden Betriebe und Unternehmen” im Westmünsterland auf qualifizierten Nachwuchs zwingend angewiesen. „Kreistag und Kreisverwaltung sehen es daher als eine zentrale Aufgabe an, die Berufskollegs auf hohem technischen und baulichen Stand zu halten”, so Dr. Zwicker. Das sei angesichts der rasanten technologischen Entwicklung eine Daueraufgabe für Schulen, die vor allem gerade die berufliche Qualifizierung im Blick haben. Genau das bestätigte sich dann auch bei dem Ortstermin des Landrates in Ahaus.
Alfred Kruft, stellvertretender Leiter des BK für Technik, präsentierte dort mit Schulhausmeister Ewald Damer und Günter Tillack von der Hochbau-Abteilung des Kreises die Räumlichkeiten, die zu Schuljahresbeginn als neues „Baustoff-Labor” mit angeschlossenem Klassenzimmer zur Verfügung stehen werden. Vor Jahren dienten sie noch Auszubildenden im Kfz-Handwerk als Autowerkstatt mit angrenzender Schmiede – die Arbeitsgrube ist nun zugeschüttet, anhand der Muster der Bodenfliesen in den Ausmaßen aber gut zu erkennen. Handwerksbetriebe aus der Region hatten den Umbau übernommen. Nun kann in den nächsten Tagen die Laborausstattung aufgebaut werden, so dass sich dort künftig technische Prüfverfahren beispielsweise mittels Druckversuchen durchführen lassen. „Auf diese Weise können die Schüler beispielsweise die Tragfähigkeit selbstgebauter Fensterstürze testen, etwa bei der Frage: Wie wirkt sich die Zusammensetzung des Betons und des verwendeten Eisengeflechts aus?”, erläuterte Kruft. Diese Umbaumaßnahme kostete rund 30.000 Euro; die Aufwendungen für die Ausstattung kommen noch hinzu.
Wie so ein „Labor” aussieht, demonstrierte Alfred Kruft dann an anderer Stelle im Berufskolleg. Dort gibt es bereits seit geraumer Zeit einen „Roboter-Raum”, versehen auch mit modernster „Fließband-Technologie”. Gerade derartige „Lernorte” seien außerordentlich wichtig: „Je mehr Praxis den Schülern geboten wird, desto größer ist ihr Lernengagement”, so der erfahrene Pädagoge.
Zum Hintergrund:
Schülerzahlen (Oktoberstatistik 2016):
Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus: 2.328
Berufskolleg Lise Meitner Ahaus: 1.125
Berufskolleg für Technik Ahaus: 2.420
Berufskolleg Borken: 2.863
Berufskolleg am Wasserturm Bocholt: 1.863
Berufskolleg Bocholt-West 2.066
Gesamt: 12.765
Aufgewendete Mittel des Kreises Borken für die Berufskollegs von 2013 bis heute (Stand 30.06.2017):

· Investive Maßnahmen: rund 4,1 Mio. Euro
· Gebäudeunterhaltung: über 2,9 Mio. Euro
· Lernmittel/Bürobedarf: knapp 12,9 Mio. Euro

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