Kindertagespflege: Schmückaktion im Jugendamt in Bocholt

Bocholt (PID) . Am vergangenen Freitag, 25. November 2016, wuselten eine ganze Horde Tageskinder mit ihren Kindertagespflegerinnen im Foyer des Jugendamtes an der Kaiser-Wilhelm-Straße herum. Geschäftsbereichsleiterin Doris Springer hatte gemeinsam mit Vanessa Grzyb und Nina-Sophie Giesing zur alljährlichen Weihnachtsbaumschmückaktion eingeladen.Im Vorfeld waren die Tagespflegepersonen mit ihren Kindern fleißig und hatten Weihnachtsbaumschmuck in Form von Holzsternen ganz individuell und kreativ gebastelt.Springer begrüßte die Tagespflegemütter: “Ich finde es klasse, dass Sie alle heute morgen hier sind und möchte mich für Ihre tägliche Arbeit zum Wohle der Kinder im vergangene Jahr bedanken”, so Springer, die auch betonte: “Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Betreuung von Kindern in Bocholt.””Ich bin gut erzogen”Mit dem T-Shirt mit Aufdruck “Ich bin gut erzogen” lief ein kleiner Steppke mit seinem Stern auf dem Parkett des Foyers des Jugendamts herum und war ganz bedacht, dass sein Stern auch den richtigen Platz am Weihnachtsbaum fand. Damit macht er – sicherlich unbewusst – deutlich, wie wichtig die Funktion der Tagespflegepersonen in der heutigen Zeit ist.Während die Tagespflegeeltern sich bei Kaffee und Gebäck austauschen konnten, nutzten die Tageskinder im Alter von 10 Monaten bis drei Jahren die Möglichkeit, gemeinsam zur kindgerechten Weihnachtsmusik zu tanzen und gemeinsam zu spielen. Der eine oder andere Keks, Spekulatius oder Dominostein wurde dabei natürlich auch noch verdrückt.”Es war wieder einmal eine schöne vorweihnachtliche Atmosphäre”, berichtet Vanessa Grzyb, “und man konnte sehen, mit wie viel Stolz und Spaß die Kleinen bei der Sache waren.”Kindertagespflege in Bocholt […]

Niederländischer Honorarkonsul in Bocholt: “Gemeinsames Europa nicht kaputt machen lassen”

Unkompliziert, liberal, gesellig und nicht immer ganz pünktlich und genau die Niederländer, akribisch, versiert, selbstkritisch und nicht immer ganz mutig die Deutschen. Freddy Heinzel muss es wissen, schließlich schlagen durch seine niederländische Mutter und seinen deutschen Vater zwei Herzen in seiner Brust. Der Rechtsanwalt bei STRICK Rechtsanwälte & Steuerberater ist Honorarkonsul des Königreichs der Niederlande und referierte beim Business Break über die Deutsch-Niederländischen Handelsbeziehungen. Rund 65 Unternehmer folgten der Einladung von Unternehmerverband und Wirtschaftsförderung, die das Unternehmerfrühstück regelmäßig veranstalten.„Nie besser gewesen“ – zitierte Freddy Heinzel eingangs Frank-Walter Steinmeier, um die deutsch-niederländischen Beziehungen zu beschreiben. Wider aller EU-Stimmung – in den Niederlanden macht nach dem „Nee“ zum Assoziierungsabkommen auch das Wort „Nexit“ die Runde – sei die grenzüberschreitende Arbeit in dieser Region vorbildlich und die beste in ganz Europa. „Wir dürfen uns ein gemeinsames Europa hier an der Grenze nicht kaputt machen lassen“, warnte Heinzel eindringlich. Unterhaltsam und kenntnisreich beschrieb er die historisch gewachsenen Beziehungen, in der die Niederländer als Handelsnation gereift seien. „Das Schiff wird schon irgendwo landen“, ist ein bis heute geflügeltes Wort, das diese Mentalität umschreibt. Deshalb betonte Heinzel auch, dass die Niederlanden nicht auf Blumen, Gemüse, Kühe, Klumpen und Käse reduziert werden dürften. „Heute liefern sie für die ganze Welt technologische Endprodukte wie Computer-Chips; Erfindungen wie blu-ray, Bluetooth und WLAN kommen auch hierher.“ Heinzel, der in Emmerich lebt, warb für mehr Mut, miteinander ins Geschäft zu kommen, gerade auf deutscher Seite. „Unsere Mentalitäten sind gegensätzlich, aber das macht sie gerade so passend miteinander.“ So berichtete er von einem neuen deutsch-niederländischen Unternehmen für Elektro-Mobilität, in dem der deutsche Autohersteller die Fachleute für Technik und Produkt und der niederländische Stromkonzern die für Finanzen und Werbung stellt. „Wir müssen unsere Vorteile mischen.“Jürgen Paschold vom Unternehmerverband, dass Freddy Heinzel so viel Mut machte. „Bei einem unserer ersten Unternehmerfrühstücke vor elf Jahren hier in Bocholt haben Sie schon einmal referiert. Ich bin froh, dass Sie damals wie heute so vehement für Europa sind, wo doch derzeit politisch und gesellschaftlich der Trend zu Nationalismus und Eingrenzung geht.“ Wie wichtig die deutsch-niederländischen Handelsbeziehungen dem Unternehmerverband sind, zeigte vor zwei Jahren ein grenzüberschreitender Unternehmergipfel, zu dem einst sogar König Willem Alexander mit Maxima angereist waren. Der Intensivierung der Kontakte dient auch ein neues Angebot in Bocholt, das Ludger Dieckhues von der Wirtschaftsförderung Bocholt vorstellte: „Wir haben ein ‚Internationales Netzwerkbüro‘ gegründet. Bei regelmäßigen Sprechstunden können Unternehmer mit einem ‚Matchmaker‘ ins Gespräch kommen, um Geschäfte anzubahnen und sich über Themen wie Steuern oder Finanzen zu informieren.“ Infos dazu gibt es auf www.bocholt.de/wirtschaftBildunterschrift: Der niederländische Honorarkonsul Freddy Heinzel (Mitte) referierte beim Business Break, das Jürgen Paschold (rechts) vom Unternehmerverband und Ludger Dieckhues von der Wirtschaftsförderung organisiert hatten. (Foto: Unternehmerverband) […]

Bocholter Weihnachtsmarkt 2016: Musikprogramm am 2. Wochenende

Bocholt. Am morgigen Donnerstag, 01.12. wird das zweite Adventswochenende mit toller und besinnlicher Livemusik auf dem Bocholter Weihnachtsmarkt eingeläutet. Vor der schönen Kulisse unter den Arkaden des Historischen Rathauses dürfen sich die Weihnachtsmarkt Besucher auf stimmungsvolle Auftritte freuen.Folgendes Musikprogramm ist am zweiten Wochenende geplant:Donnerstag, 01.12.17.00 bis 19.00 Uhr Lazulis – lateinamerikanisches Harfen- und Gitarren-Duo19.00 bis 21.00 Uhr Django Flint – stimmungsvolle Akustik- und GitarrenklängeFreitag, 02.12.17.00 bis 19.00 Uhr Saxeon – Akkordeon- und Trompeten-Duo19.00 bis 21.00 Uhr Instrumentalkreis LowickSamstag, 03.12.14.30 bis 16.30 Uhr Knappenquartett – Blasmusik in Bergmannstracht16.30 bis 18.00 Uhr Marina Thiel – stimmungsvolle Interpretationen u.a. von Philipp Poisel, Leonhard Cohen und Ben Howard19.00 bis 21.00 Uhr Django Flint – stimmungsvolle Akustik- und GitarrenklängeSonntag, 04.12.14.30 bis 16.30 Uhr Instrumentalkreis Lowick19.00 bis 21.00 Uhr Andreas N. Duif – Trombone DreamsMit Andreas N. Duif und seinen Trombone Dreams dürfen wir einen neuen Musiker auf dem Bocholter Weihnachtsmarkt begrüßen. Duif spielt Musik zum Träumen auf der Posaune und bietet ein umfangreiches Repertoire von Evergreens bis hin zu aktuellen Hits mit einer erstaunlichen klanglichen Bandbreite. Aber auch bei allen anderen Musikern und Gruppen lohnt sich ein Besuch, denn es wird unterhaltsames und feierliches Musikprogramm an diesem zweiten Adventswochenende in Bocholt geboten.Im „kleinsten Märchenwagen der Welt“ vor der St. Georgius Apotheke erwartet die Märchenerzählerin am Samstag (12.00 – 18.00 Uhr) und Sonntag (13.00 – 18.00 Uhr) wieder Kinder und große Märchenfans in nostalgischer Umgebung. […]

Stadtgeschichte Bocholt: Weihnachtseinkauf im „Konsum“

Bocholt (PID). Am 18. Oktober 1951 hatte die Konsumgenossenschaft Bocholt e.G.m.b.H. in der Münsterstraße 79 eine Verkaufsstelle für Lebensmittel und Haushaltswaren in Verbindung mit einer Fleischerei eröffnet. „Wir verkaufen an jedermann! Mitglied kann jeder werden!“ – hieß es seinerzeit in ihrer Eröffnungsanzeige.Mit der Einrichtung dieses Geschäftes beschritt die Genossenschaft völlig neue Wege, handelte es sich doch um den ersten Selbstbedienungsladen des westlichen Münsterlandes und den 13. seiner Art bundesweit!Die Genossenschaft war als „Konsumgenossenschaft Eintracht“ am 13. Dezember 1908 in Bocholt gegründet worden. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ lautete seinerzeit einer ihrer Grundsätze. Sie verstand sich als soziales Unternehmen und sah ihre erste Aufgabe darin, die weniger bemittelten Bevölkerungsschichten mit allen zum Lebensunterhalt notwendigen Bedarfsgütern zu versorgen, und zwar zum Selbstkostenpreis ohne Gewinnerzielung.Die Genossenschaft handelte nicht, sondern kaufte und produzierte für den Bedarf ihrer Mitglieder. Ihre Zahl erhöhte sich in Bocholt im Jahre 1950 von 4.700 auf 6.300. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, reduzierte man das Verkaufspersonal und stieg 1951 auf das System der Selbstbedienung um.Haushaltswaren und Zutaten für den GabentischDas Foto zeigt das Innere des „Konsums“ an der Münsterstraße 79, aufgenommen in den Adventswochen zu Beginn der Wirtschaftswunderzeit. In dem weihnachtlich geschmückten Geschäft gibt es Haushaltswaren, Heimtextilien, Geschenkartikel, Christbaumschmuck und Spielwaren zu kaufen. Auf der Anrichte im Vordergrund stapeln sich reichlich die Zutaten für den Gabentisch: Packungen mit Hasel- oder Erdnüssen, Weihnachtsgebäck sowie eine Unmenge an Tafel- und Blockschokolade.Nichts scheint zu fehlen, selbst das Buch vom „Struwwelpeter“ ist zu haben. Alle Waren sind mit einem kleinen Preisschild versehen. Dicht gedrängt stehen die Hausfrauen vor den gefüllten Regalen, jede kann sich selbst bedienen und nimmt sich das, war ihr beliebt. Die Angestellte im weißen Kittel gibt die Waren nicht mehr auf Wunsch heraus, sondern achtet lediglich auf die Ordnung im Geschäft oder steht beratend zur Verfügung.Geschäftsaufgabe zum 30. Mai 1970Die Konsumgenossenschaft Bocholt unterhielt im Stadtgebiet mehrere Konsum-Filialen. Im Zuge der Fusion mit der CO OP Essen-Duisburg Konsumgenossenschaft e.G.m.b.H. wurde das Geschäft in der Münsterstraße, wie auch die Filialen am Mühlenweg, in der Römer-, Hitze- und Sachsenstraße zum 30. Mai 1970 aufgegeben.Foto: Maria Behrens, Bocholt, Text: Wolfgang Tembrink, Stadtarchiv Bocholt […]

Mit Computersimulationen Produkte schneller entwickeln

„Try and Error“ – diese Methode des Ausprobierens und Scheiterns überholt sich gerade, der entscheidende Fortschritt heißt hier: Industrie 4.0. „Am Computer lassen sich heute Anwendungen und Prozesse derart realistisch simulieren, dass nicht mehr Modelle gebaut und Versuche gemacht werden müssen. Das verkürzt die Entwicklungszeit von Produkten rasant, verhindert Fehler in Konstruktion und Material und senkt die Energiekosten“, zählt Verbandsingenieur Jürgen Paschold die Vorteile auf. Er hatte für den Unternehmerverband in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderung Bocholt und Westfälischer Hochschule das dritte Netzwerktreffen Industrie 4.0 „Von der Vision in die Praxis“ organisiert. Gerade für den Industriestandort Bocholt sei die Digitalisierung eine große Chance, so Ludger Dieckhues, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bocholt: „Neue Produkte, Geschäftsmodelle, Kooperationen und Arbeitsplätze können durch Industrie 4.0 entstehen. Das kann nicht auf Knopfdruck geschehen, sondern muss sich entwickeln. In unserem Netzwerk bringen wir dafür die richtigen Partner aus Wirtschaft, Gründerszene und Forschung zusammen.“45 Unternehmensvertreter, angesprochen waren vor allem die Konstrukteure aus Fertigungsbetrieben, kamen zum 3. Forum in der vergangenen Woche in der Hochschule zusammen. „Wehret den Anfängen“ muss ihr neues Mantra lauten. Denn um smart zu konstruieren, müssen die Daten von Beginn an optimal aufbereitet sein und durchgängig gemanagt werden, wie Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann vom Fachbereich Maschinenbau eingangs erläuterte. Dies war schon beim 2. Forum rund um den 3D-Druck deutlich geworden, wie Jürgen Paschold überleitete: „Das Zeichnen und Konstruieren auf Papier hat schon lange ausgedient! Heute heißen die Zauberworte PDM – Produktdatenmanagement, PLM – Produktlebenszyklusmanagement, FEM – Finite-Elemente-Methode sowie CAD / CAM-Datenaufbereitung.“Mehr über diese Themen erfuhren die Teilnehmer in drei Vorträgen. Professor Dr.-Ing. Frank Lobeck von der Universität Duisburg Essen verdeutlichte, dass einheitliche Produktdaten quer durch alle Abteilungen eines Unternehmens IT-Insellösungen über Prozessgrenzen hinweg zusammenführt. Ein konkretes Beispiel stand im Mittelpunkt des Referats „Von der virtuellen Produktentwicklung zum realen Bauteil“ von Dr. Konrad Weiss, RWP – Gesellschaft beratender Ingenieure für Berechnung und rechnergestützte Simulation mbH. In Gießereien könnten dank Industrie 4.0 die Systeme optimal ausgelegt werden. „Das Temperaturverhalten des Materials oder die Eigenspannung der Bauteile können simuliert werden.“ Der dritte Vortrag von Andre Schwack, Master of Engineering im Fachbereich Maschinenbau, drehte sich um komplexe kinematische Systeme. „Bereits in der Entwicklungsphase können das Bewegungsverhalten an sich und die benötigten Kräfte und Momente ermittelt werden.“Im anschließenden „world cafe“ erfuhren die Konstrukteure aus den Unternehmen noch genauer, wie Simulationen eingesetzt werden, wo ihre Grenzen sind, welche Wettbewerbsvorteile sich für kleine und mittlere Unternehmen ergeben und wie wirtschaftlich diese Systeme sind. „Auch wenn das Thema heute sehr technisch war, so ist es doch der Wunsch der Unternehmensvertreter, hierzu mit Experten zu diskutieren. Wir werden weitere Themen der Digitalisierung im nächsten Jahr anbieten“, so abschließend Ludger Dieckhues von der Wirtschaftsförderung.Das Netzwerk Industrie 4.0 „ Von der Vision in die Praxis“ startete im Januar 2016. Organisatoren sind der Unternehmerverband, die Wirtschaftsförderung Bocholt und die Westfälische Hochschule. Der nächste Termin des Netzwerks findet im Frühjahr statt. […]

„Friends of Bocholt“ besuchen Weihnachtsmärkte

Bocholt (EUBOH). Alle zwei Jahre erwartet die Deutsch-Britische Gesellschaft Bocholt e. V. ihren Partnerverein aus Rossendale. In diesem Jahr haben sich die „Friends of Bocholt“ aus der englischen Partnerstadt erstmalig das erste Adventswochenende für einen Besuch ausgesucht. Nicht nur der Weihnachtsmarkt in der Bocholter Innenstadt, sondern auch der Adventsmarkt im LWL-Textilwerk öffnen dann ihre Pforten.Die stellvertretende Bürgermeisterin Hanni Kammler empfing 15 englische Gäste am Freitag, 25. November 2016, in Nina’s Café zu einem deutsch-britischen Freundschaftsfrühstück. Mit dabei waren auch die deutschen Gastfamilien, da alle Rossendaler privat untergebracht wurden.Freundschaft trotz KriseHanni Kammler freute sich über den Besuch der englischen Freunde. Sie hoffte, dass „auch in diesen schweren europäischen Zeiten, die Freundschaften bleiben.“ Auch Peter Bill, Vorsitzender „Friends of Bocholt“ und Karl Gerd Geßner, Vorsitzender der hiesigen Deutsch-Britischen Gesellschaft, stießen in das gleiche Horn. Alle waren sich einig, dass der Brexit keinen Einfluss auf die Freundschaft und Partnerschaft zwischen Rossendale und Bocholt haben wird.Besuch in MünsterDie „Friends of Bocholt“ besuchten insgesamt für vier Tage ihre deutsche Partnerstadt. Neben dem Frühstück stand auch eine gemeinsame Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Münster auf dem Programm. Darüber hinaus unternahmen die Gastfamilien den einen oder anderen Ausflug zu den Weihnachtsmärkten in der Umgebung. Außerdem nutzten sie die Zeit für gemütliche Adventskaffeetrinken oder auch –essen, um auf diesem Wege die „typische deutsche Advents- und Weihnachtszeit“ kennen zu lernen.Gegenbesuch im Herbst 2017Die Deutsch-Britische Gesellschaft wird vom 20. bis 25. Oktober 2017 den Gegenbesuch bei den „Friends of Bocholt“ organisieren. Mitglieder und Interessierte sind herzlich zu dieser Reise in die englische Partnerstadt Rossendale eingeladen. Informationen zur Reise gibt gerne der Vorsitzende der Deutsch-Britischen Gesellschaft Bocholt e.V., Karl Gerd Geßner, Tel.-Nr. 02871/12881. […]

Serie 36,5 Grad: In der Weihnachtsbrauerei…

 VON BERTHOLD BLESENKEMPER (Text und Fotos)Langsam aber stetig läuft die gelb-braune, leicht trübe Flüssigkeit aus dem unscheinbaren weißen Plastikfass in die Glasflasche. Harald Dieckhues (47) achtet exakt auf die Füllgrenze. Ist diese erreicht, verschließt er schnell den Hahn und klappt den Bügelverschluss über den Flaschenhals. Geschafft. Wieder ist ein ein Liter „Dat Bokeltse“ fertig. „Jetzt muss es noch drei bis vier Wochen in der Flasche gären, dann ist es perfekt“, ergänzt sein Freund Ralf Eiting (45). Die beiden haben in den vergangenen Tagen knapp 200 Liter Bier gebraut. Das soll für den Winter reichen.Erst im Frühjahr geht’s erneut an die Bottiche. Dann ist auch der diesmal verhinderte Dirk Bungert wieder mit dabei. Das Trio produziert seit 2014 für den Eigenbedarf Pils, Alt, Weizen, Ale, Helles, Bock, Schwarzbier und was sonst gerade lecker und gefragt ist. „Cerdo Asado“ nennen sich die drei, was spanisch ist und übersetzt „Schweinebraten“ bedeutet. Ein ungewöhnlicher Name für eine Hobby-Brauerei. „Stimmt“, erklärt Ralf Eiting und ergänzt, „ursprünglich waren wir ja auch ein Kochclub und wollten ein Bad Bentheimer Schwein mästen. Aber die behördlichen Auflagen waren so groß, dass wir darauf verzichtet haben.“ Aus Neugierde bestellten die drei daraufhin ein Bierbrauer-Set im Internet und produzierten ein paar Liter Gerstensaft. Seitdem ist Schweinebraten nur noch Beilage.Damit sich die Sache auch lohnt und stets gleichbleibende Qualität produziert werden kann, haben die Bocholter in Technik und Ausrüstung investiert. Gaskocher und Bottiche, Rührlöffel und Pumpen, eine Läuterhexe und hochempfindliche elektronische Thermometer wurden angeschafft. „Wenn schon, denn schon“, meint Harald Dieckhues. Und so verwandelt sich die Terrasse seines Hauses regelmäßig in eine Brauerei. Dann wird viel, viel Wasser erhitzt und mit jeder Menge Malz vermischt, gerührt und nach einer exakt bestimmten Zeit ruhen gelassen. Anschließend muss wieder erhitzt, Hopfen zugemischt und für 90 Minuten „wallend“ gekocht werden. Schließlich wird abgekühlt, gesiebt und der Feststoff vom Sud getrennt. Erst dann kann das jetzt noch wegen des hohem Zuckergehaltes süße Bier in die Gärbottiche umgefüllt werden. Ein paar Liter behalten die Hobby-Brauer zurück. Diese sogenannte „Speise“ wird später noch gebraucht.„Acht Stunden sind wir damit beschäftigt“, erklärt Dieckhues. Die restliche Arbeit erledigt die Hefe. Sie wandelt im Laufe der Zeit den Zucker in Alkohol um. Kurz bevor das junge Bier in die Flaschen kommt, kippt das Trio die zuvor zurückgehaltene „Speise“ zurück zum Rest. „Der dadurch erneut zugesetzte Zucker wird dann in der geschlossenen Flasche hauptsächlich zu Kohlensäure vergoren. So entsteht später der Schaum des Bieres“, erläutert Ralf Eiting.Soweit die Theorie. In der Praxis kann schnell mal was danebengehen, „Einmal haben wir zu viel Speise zugegeben. Da hat es beim Öffnen der Flaschen einen lauten Knall gegeben und das Bier ist bis unter die Wohnzimmerdecke gespritzt“, erzählt Eiting lachend. Ein anderes Mal hatten die drei zu viel Hopfen genommen und der Gerstensaft schmeckte extrem bitter. Fast hätte es beim Brauen auch schon gebrannt, weil der Wind eine Pappe in der Flammen des Kochers drückte. Ein Grund mehr für die drei Bocholter, bei der der Produktion von Alkohol auf eines strikt zu verzichten: auf Alkohol. Alles wird exakt dokumentiert. Das verlangt schon der deutsche Zoll.Wochen später, wenn das Bier reif ist und zum ersten Mal probiert werden kann, folgt der spannende Abschluss des langen Prozesses. Ploppt es beim Öffnen des Bügelverschlusses? Wie ist die Farbe, wie der Geschmack, wie die Konsistenz des Schaumes? Ralf Eiting und Harald Dieckhues sind zufrieden. „Süffig“, so ihr einstimmiges Urteil über „Dat Bokeltse“. Damit ist klar: Der Winter kann kommen! […]

„Treppchenflut“ auf der Westfalenmeisterschaft in Münster für den TSV Bocholt

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Westfalenmeisterschaft im karnevalistischen Tanzsport (Bund Westfälischer Karneval) in Münster. Und die Tanzsportgarde des TSV Bocholt zeigte dort eine herausragende Leistung.Den Anfang machte am Samstagvormittag die Jugend (Altersklasse 6-10 Jahre). Die Garde ertanzte sich im Marschtanz starke 418 Punkte und sicherte sich damit Platz 2 – und damit den Titel des Vizewestfalenmeisters.Noch voller Euphorie über diesen Erfolg ging unser Solomariechen Magdalena Bandrowska auf die Bühne und wiederholte diese Leistung. Für sie standen 414 Punkte zu Buche und damit ebenfalls der Titel der Vizewestfalenmeisterin.Den Platz ganz oben auf dem Treppchen und damit den Titel des Westfalenmeisters sicherten die Tänzerinnen der Jugend mit ihrem neuen Schautanz unter dem Motto: „Cowboys…aber leider nur geträumt“. Der Tanz erzählt die Geschichte eines Mädchens, welches unbedingt Cowboy werden möchte. Dieses gelingt ihr, nachdem sie 3 Prüfungen bestanden hat. Leider wacht sie wieder auf und stellt fest, dass alles eben nur geträumt war.Für diesen Tanz bekam die Tanzsportgarde des TSV Bocholt hervorragende 438 Punkte und den Platz ganz oben auf dem Treppchen.Bei den Westfalenmeisterschaften geht es neben den einzelnen Disziplinen gleichzeitig um den „Westfalenpokal“. Hier werden die Punkte aus den Bereichen Garde- und Schautanz zusammengerechnet. Hier war die Tanzsportgarde des TSV Bocholt unschlagbar und sicherte sich auch diesen Pokal.Am Nachmittag ging es erfolgreich weiter.Die Junioren (Altersklasse 11-14) der Tanzsportgarde des TSV Bocholt starteten zunächst im Marschtanz und sicherten sich mit 421 Punkten Platz 3 – und damit einen Platz auf dem Treppchen. Dieser 3. Platz bedeutete gleichzeitig die Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften (Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft) im März in Hannover.Ebenfalls Platz 3 gab es Dank 428 Punkten beim Schautanz zu bejubeln. Hier wurde das Thema „Auf dem Weg zum Glück“ tänzerisch erzählt. Dabei geht es um eine irische Sage, wonach am Ende des Regenbogens ein besonderer Schatz liegt. Die Iren machen sich auf den Weg, diesen Schatz zu finden und werden dabei von den Kobolden, die diesen Schatz bewachen, immer wieder reingelegt. Doch am Ende vertragen sich beide Parteien.Der Sonntag gehört traditionell den Starts der Ü15-Garde.Hier sicherte sich die Garde in der Disziplin Marschtanz den Platz auf dem Treppchen. Platz 3 stand am Ende in großen Lettern an der Anzeigetafel der Stadthalle Hiltrup in Münster. Weiter konnte man lesen, dass 423 Punkte diesen Erfolg möglich machten.Im Schautanz präsentierten die Tänzerinnen ein modern aufgemachtes Märchen unter dem Thema „Hänsel & Gretel zwei Punkt null“. Ertanzte 429 Punkte brachten auch hier Platz 3.Jutta Gerritsen war mehr als glücklich über die Ergebnisse. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir es in der Vereinsgeschichte jemals mit allen Tänzen an einem Wochenende auf das Treppchen geschafft haben. Es ist ein Wochenende mit Ergebnissen, die wir in Erinnerung behalten.“ PM_TSG_TSV_BOH_Westfalenmeisterschaft_Münster_2016.docx583cac37bf8d8583cac387c094 […]

Glühwein, Kerzen, Tannenbäume – Belgier bummeln über Weihnachtsmarkt

Bocholt (EUBOH) . 51 Gäste aus Belgien begrüßte die stellvertretende Bürgermeisterin Hanni Kammler am Samstag, 26. November 2016, in der Gaststätte „Schiffchen“ im LWL-Textilwerk Bocholt. Die Gruppe aus der belgischen Partnerstadt Bocholt besuchte an diesem Tag den Adventsmarkt im Textilwerk und in der Innenstadt. Sie stimmten sich auf die Adventszeit ein und kauften für das in Belgien gefeierte Sinterklaas (Nikolausfest) ein.Die typisch deutsche Advents- und Weihnachtszeit in der deutschen Partnerstadt erleben. Dies war Auslöser für den Besuch der Belgier. Da in diesem Jahr kein Kirmesbesucht stattfinden konnte, überlegten beide Partnerstädte, wie man in diesem Jahr eine gute Alternative findet. .Zwei Märkte auf einen StreichMit dem Besuch von gleich zwei Weihnachtsmärkten am ersten Adventswochenende in Bocholt war diese Alternative schnell gefunden. Denn dann öffnet der Weihnachtsmarkt in der Bocholter Innenstadt seine Pforten. Gleichzeitig läuft noch der Adventsmarkt in Textilwerk, so dass die Gäste zwei Märkte auf einen Streich erleben konnten.Glühwein unterm TannenbaumDie belgische Partnerstadt sponserte den Besuch ihrer Bürger in Bocholt. Sie gab ihnen Getränkegutscheine an die Hand, die fleißig auf dem Marktplatz vor der prächtigen Kulisse des historischen Rathauses in Glühwein und anderen leckeren Sachen umgesetzt wurden. Abends hieß es Abschied nehmen von einer weihnachtlich beleuchteten Innenstadt, um die Heimreise nach Belgisch-Bocholt anzutreten. […]

Nikolaus begleitet den “Bocholter”

Bocholt (PID). Am Donnerstag, 1. Dezember 2016, Freitag, 2. Dezember 2016, und Samstag, 3. Dezember 2016, erhalten die Reisenden im “Bocholter” himmlischen Besuch. Der Nikolaus kommt dann wieder in die Regionalbahn, die zwischen Bocholt und Wesel pendelt – und verteilt leckere “Weckmänner”.Zum insgesamt 19. Mal steigt er am Donnerstag von 5.33 bis 9.25 Uhr und am Freitag von 15.33 bis 19.25 Uhr in den Zug, um den Zuggästen, die den “Bocholter” als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit oder auch zur Schule nutzen, eine Überraschung zu bescheren. Auch am Samstag erhalten Reisende zwischen 9.33 und 11.33 Uhr einen frisch gebackenen Weckmann.Kinder fragen schon nach”Am Samstag ist es schon fast zur Tradition geworden, dass vor allem Eltern mit ihren Kindern und Großeltern mit ihren Enkeln schon auf den Nikolaus im “Bocholter” warten”, sagt Bruno Wansing vom städtischen Presse- und Informationsdienst, der diese Werbeaktion seit Jahren betreut. Auch im Vorfeld der diesjährigen Aktion habe es schon einige Anfragen gegeben, wann denn der Nikolaus im Zug anzutreffen sei.”In diesem Jahr haben wir die Zeiten gewechselt”, erläutert Wansing. Das heißt: Die “frühe” Tour, bei der schon morgens die erste Fahrt des Bocholters vom Nikolaus begleitet wird, ist – quasi als Auftakt – am Donnerstag, die späte Tour findet am Freitag statt. “Damit wollen wir allen Reisenden, sowohl denen, die morgens schon die erste Bahn zur Arbeit nehmen, aber auch denen, die den Zug in den Nachmittags- und Abendstunden nutzen, die Gelegenheit geben, in den Genuss eines Weckmanns zu kommen”, betont Wansing.Zug als Alternative zum AutoDie Stadt will mit der Aktion fürs Zugfahren werben. Ob für den Weg zur Arbeit, in den Urlaub, zum Bundesligaspiel oder zur Kegeltour – der “Bocholter” sei eine gute Alternative zum Auto. Wenn die Elektrifizierung des “Bocholters”, über die derzeit nachgedacht wird, kommt, wird der “Bocholter” weiter an Bedeutung gewinnen. Letztmalig fährt der Nikolaus mit den Zügen der Deutschen Bahn, ab dem 11. Dezember 2016 übernimmt die Firma Abellio die Strecke “Bocholt – Wesel” und setzt dann auch andere Triebwagen ein. […]

Schützenhaus-Rettung wird aus dem Rathaus torpediert

Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPERDreimal hatten Verwaltung, Stadtmarketing und Politik die große Chance, das Schützenhaus mit Hilfe des Bocholter Unternehmers Jürgen Theissen zu retten. Sie haben sie nicht genutzt. Die einen wollten, die anderen nicht. Am Ende war alles für die Katz. Jetzt versucht es eine private Initiative aus Sparkasse und Vereinen, die sich zu einer Bürgerstiftung zusammengeschlossen haben. Und was machen Teile der Verwaltung und Politik? Sie torpedieren die Pläne, wo immer sie können.Erst tönt Stadtkämmerer Ludger Triphaus öffentlich, man könne Theatersaal zu einer Art Veranstaltungszentrum umbauen. Das wäre dann eine direkte Konkurrenz zum Schützenhaus gewesen. Dann beklagt er sich darüber, dass Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues nicht an den Stiftungsplänen beteiligt wird. Anschließend treibt die Verwaltung mitten in der Gründungsphase der Bürgerstiftung die Zwangsversteigerung des Gebäudes voran. Und schließlich beschweren sich Teile der Stadtverordnetenversammlung über „Parallelgesellschaften“.Dabei versucht die Bürgerstiftung lediglich, Landeszuschüsse zu erhalten, ohne die die Rettung des Schützenhauses undenkbar wäre. Sie setzt auf das Programm „Initiative ergreifen“. Dieses Programm unterstützt Projekte, die (Zitat) „bürgerschaftliches Engagement und Stadterneuerung wirksam miteinander verknüpfen“. Es wendet sich an „bürgerschaftliche Projektträger, aber auch an Kommunen, die neue Wege in der Kooperation mit ihren Bürgern suchen“. Im Klartext: Es wird ausdrücklich „bürgerschaftliches Engagement“ verlangt. Damit will Düsseldorf wohl verhindern, dass Kommunen über das Hintertürchen Stiftung Projekte finanzieren, die sich eine Stadt oder Gemeinde selbst nicht leisten kann oder will. Eine gewisse Trennung von Stadt- und Stiftungstrukturen ist demnach nicht nur sinnvoll, sondern sogar ausdrücklich gewollt.Eine Alternative wäre, die Stadt würde von sich aus „neue Wege in der Kooperation mit ihren Bürgern“ suchen. Aber von so etwas ist Bocholt momentan leider Lichtjahre entfernt. Verwaltung und Politik gefährden stattdessen lieber mit ihrem permanenten öffentlichen Gejammer bürgerschaftliches Engagement und damit die Schützenhaus-Rettung. Noch ehe die Bürgerstiftung gegründet ist, wird sie bereits öffentlich kaputtgequatscht. Und das ausgerechnet immer und ausschließlich aus dem Rathaus. Zufall? Wohl kaum! Das sieht eher nach Strategie aus. […]

Sport-Studenten aus Doetinchem besuchen Bocholt

Bocholt (PID). 18 Studenten des Graafschap-College „Sport und Bewegung“ aus dem niederländischen Doetinchem besuchten jetzt Bocholt. Sie wurden begleitet von den Dozenten Mariel Kremers und Eugene Boerakker. Neben einem Sprachtraining stand der grenzüberschreitende Austausch mit Schülern des Berufskollegs Bocholt-West, die sich mit der Ausbildung zum Freizeitleiter beschäftigen, im Fokus.Mitorganisiert wurde der Austausch von Reinhardt te Uhle vom Europabüro der Stadt Bocholt. Er begleitet die Zusammenarbeit der beiden Berufskollegs schon länger.Im Europahaus trafen sich die Niederländer zunächst mit Vertretern hiesiger Organisationen, darunter der Verein Jugendhilfe und soziale Integration (jusina), das Deutsche Rote Kreuz und die Europäische Akademie des Sports. Auf einer anschließenden Stadttour durch Bocholt wurden die Tourist-Info, der Stadtsportverband, das Mariengymnasium und das Städtische Bühnenhaus besucht.Deutsche “Buddies” stellen sich ihre Schule vorAm Nachmittag trafen sich die niederländischen Schüler mit den Schülern des Berufskolleg Bocholt-West unter Leitung von Etta Alder zu sogenannten „Buddys“. Jedem deutschen wurde ein niederländischer Student zugeteilt. Jeder Bocholter Schüler stellte seinen niederländischen „Buddy“ die Schule auf niederländisch vor, danach lernten sich die Schüler durch ein einminütiges Speeddating in der Nachbarsprache näher kennen.Zum Abschluß des grenzüberschreitenden Austausches wurde ein Volleyballturnier mit gemischten (D-NL) Mannschaften durchgeführt, was den geselligen Tag abrundete.Deutsch-niederländische WhatsApp-Gruppe„Der grenzüberschreitende Austausch führte dazu, das neue Kontakte zwischen den Schülern gelegt werden konnten. Sogleich bildeten sich „WhatsApp“-Gruppen“, beobachtete Reinhardt te Uhle vom Europabüro Bocholt. Es sei deutlich geworden, das beim Sprechen der jeweiligen Nachbarsprache die Fehler nicht so wichtig seien, sondern einzelne Momente und das Miteinander im Vordergrund stünden.Der nächste Austausch findet für die deutschen Schüler in Doetinchem statt. […]

Zusammenarbeit in der Grenzregion – „Kirchtumdenken“ ist vorbei

Bocholt (EUBOH). Am 13. September 2016 trafen sich rund 20 Mitarbeiter aus den Gemeinden im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zum zweiten Mal, um sich mit den Themen Tourismus, Arbeit/Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen, Bildung, soziale und kulturelle Begegnungen auseinander zu setzen. Gastgeber dieser Sitzung war dieses Mal die Stadt Bocholt.Bürgermeister Peter Nebelo lobte den Start dieser neuen Initiative. Die Zeit, dass “jeder für sich” agiert, so Nebelo, das sogenannte „Kirchtumdenken“, sei nun vorbei. „Es ist wichtig, dass wir uns besser kennen lernen, Informationen austauschen und in manchen Teilen, wo es möglich ist, zusammenarbeiten“, erklärte der Bocholter Bürgermeister.Erste ErgebnisseMittlerweile hat die Zusammenarbeit bereits gute Ergebnisse erzielt: So wurden Kalender verglichen und gemeinsame Termine geplant. Ein gutes Beispiel ist ein Einführungsgespräch mit der Stiftung „100% Winterswijk“, den Mitarbeitern des Tourismusverbandes in Oost Gelre und der Tourist-Info Bocholt, sowie aus der Stadt Isselburg und Gemeente Winterswijk.Wie geht es weiter?Die Herausforderungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit liegen in den Bereichen Tourismus, Kultur/Bildung, Wirtschaft, Sport und Gesundheit. Damit hier eine weitere effektive Zusammenarbeit sichergestellt werden kann, wurde die Gruppe in vier Arbeitsgruppen aufgeteilt. In jeder Arbeitsgruppe gibt es einen Koordinator. Falls erforderlich, werden politischen Entscheidungsträger und externe Experten (z.B. „Entgrenzer“, Industrie- und Handelskammer, Außen-Handelskammer usw.) hinzugezogen. Die Arbeitsgruppen treffen sich alle ein bis zwei Monate, um gemeinsam an verschiedenen, grenzüberschreitenden Projekten zu arbeiten.Positive Reaktionen„Es ist schön zu sehen, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr positiv gestimmt warten“, so Nicky Eppich von der Gemeente Winterswijk, die gemeinsam mit Tom Lamers (Gemeente Aalten) und Petra Taubach (Stadt Bocholt) die Initiative für das erste Treffen, das vor den Sommerferien in Winterswijk stattfand, ergriffen hat. […]

Kulturrucksack Bocholt: Kostenlos Musikinstrumente ausprobieren

Bocholt (PID). Ab sofort haben Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren die Möglichkeit, einmal wöchentlich musikalischen Schnupperunterricht zu nehmen. Beim Projekt “Open lessons” an der Musikschule Bocholt-Isselburg-Rhede können verschiedene Musikinstrumente ausprobiert werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.Zusätzlich hat die Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO) in Zusammenarbeit mit der Musikschule Bocholt-Isselburg-Rhede ein Musikangebot für jugendliche Flüchtlinge entwickelt. In “Open lessons” können junge Migranten gemeinsam mit Jugendlichen aus Bocholt ein Instrument unter Anleitung von Lehrkräften der Musikschule ausprobieren.Ablauf und ZeitenEinmal wöchentlich finden an verschiedenen Orten in Bocholt Proben statt, in denen die Instrumente vorgestellt und erste Grundkenntnisse vermittelt werden. Willkommen sind Jugendliche mit und ohne Vorerfahrung.Start mit drei AngebotenGestartet wird zunächst mit drei Angeboten:the flute (Querflöte), mittwochs, 15:30 bis 16:20 in der Musikschule Bocholt, Salierstr. 6black and white (Keyboard), freitags 14 bis 15 Uhr in der Musikschule Bocholt, Salierstr. 6drum rum (Schlagzeug), mittwochs 16:20 – 17:10 im Schlagzeugraum der Musikschule, Industriestr. 1Weitere Angebote sind in Planung.”Sinnvolle Freizeitbeschäftigung und Kontakt””´Open lessons´ bietet Jugendlichen neben einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung vor allem auch den Kontakt zu gleichaltrigen Bocholtern mit ähnlichen Interessen”, erklärt Claudia Borgers, Kulturrucksackbeauftragte und Musikschulleiterin der Stadt Bocholt. Die Förderung ist zunächst begrenzt auf drei Monate. Eine Fortführung des Angebotes ist laut Borgers jedoch angestrebt, denn schließlich “soll den Nachwuchsmusikern dauerhaft die Möglichkeit gegeben werden, gemeinsam mit anderen zu musizieren.”Der Kulturrucksack.NRW ist ein Programm des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Im Rahmen einer Sonderzuwendung an die Stadt Bocholt wurden finanzielle Mittel bereit gestellt, um insbesondere jugendliche Flüchtlinge in das Kulturrucksackangebot zu integrieren. […]

Eine egoistische Süppchenkocher-Truppe mehr in der Stadt

Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPERDie Bocholter Stadtverordnetenversammlung muss ihre Ausschüsse auflösen und neu besetzen. Grund ist ein entsprechender Antrag der so genannten „Freien Grünen“. Bei denen handelt es sich um die ehemals grünen Ratsmitglieder Michael Lemke, Frank Büning und Christine Büning, die vor Wochen Partei und Fraktion verlassen haben, um ein Bündnis mit den Linken einzugehen. Jetzt will die Truppe in den Ausschüssen mehr Einfluss gewinnen. Die folglich einzig verbliebene Vertreterin der Grünen, Vera Timotijevic, protestiert und bezeichnet das Vorgehen der Abtrünnler als „zutiefst undemokratisch“. Und was soll man sagen: Sie hat vollkommen Recht!Was sich die „Freien Grünen“ da erlauben, ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg des Niedergangs politischer Kultur in Bocholt. Michael Lemke, Frank Büning und Christine Büning sind nicht direkt, also wegen ihrer Persönlichkeit, sondern einzig und allein über die Liste der Grünen und damit von deren Wähler in den Bocholter Rat entsandt worden. Jetzt haben sie Partei und Fraktion verlassen. Das Mandat jedoch behalten sie dreist. Damit nicht genug. Sie schlagen sich auf die Seite der Linken und verhöhnen damit den Wählerwillen. Das ist schlichtweg schäbig. Anstand hätten die drei bewiesen, wenn sie innerparteiliche Auseinandersetzungen oder persönliche Differenzen ausgefochten und im Falle einer Niederlage entweder zähneknirschend weitergemacht oder erhobenen Hauptes gegangen wären. So aber hat die Stadt nur eine egoistische Süppchenkocher-Truppe mehr. […]