Bocholt sucht den Superparkplatz

Bocholt sucht den Superparkplatz! Die Stadtverwaltung hat ihn auf Anregung des Liberalen Bündnisses gefunden. Auf dem alten Feuerwehrgelände hinter dem Kinodrom sollen übergangsweise und kurzfristig 150 zusätzliche Stellplätze errichtet werden. Das teilte Kämmerer Ludger Triphaus soeben im Haupt und Finanzausschuss mit. Andere Vorschläge von SPD und Stadtpartei werden noch geprüft. Hier werde es allerdings deutlich schwerer, weil es sich um Privatflächen handele, so Triphaus weiter.Derweil entbrannte eine Diskussion um die Tiefgarage am Europaplatz sowie um das Parkhaus am Nähkasten. „Wie kann es sein, dass die Tiefgarage plötzlich nicht mehr geschlossen werden muss, nur weil die Stadt es gekauft hat“, wollte CDU-Fraktionschef Herbert Panofen wissen. Weil die Stadt ein Sanierungskonzept vorlege und dieses auch realisieren wolle, erklärte Kämmerer Triphaus. Dadurch habe man sich Spielräume geschaffen.Vera Timotijevic (Die Grünen) fragte nach, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, das alte Feuerwehrgelände frühzeitiger zum Parkplatz zu machen, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken und den Druck auf den Verkäufer der Tiefgarage zu erhöhen. Antwort des Kämmerers: „Nein!“Bei der weiteren Parkraumsuche ist die SPD zudem auf Flächen hinter der Ostertor-Apotheke und am Nordwall gestoßen. Die Stadtpartei hat gestern im Wirtschaftsförderungsausschuss bereits auf die Flächen der Bocholter Transportgesellschaft an der Kreuzstraße (Foto) verwiesen. Alle diese Vorschläge würden überprüft, seien aber zum Teil problembehaftet, hieß es. […]

Notarzteinsatz soll in Bocholt um mehr als ein Drittel teurer werden

Der Rettungsdienst in Bocholt verteuert sich. Und das zum Teil deutlich. Grund sind unerwartete Kostensteigerungen in Höhe von 220.000 Euro jährlich durch höhere Personalkosten, Fahrzeugbeschaffungen sowie vermehrte Einsätze. Das sorgt für die Gebührensätze, über die soeben der Haupt- und Finanzausschuss diskutierte.Demnach soll ein Rettungstransport um 18 Prozent teurer werden und künftig 607 Euro kosten. Der Preis für Krankenfahrten verringert sich um drei Prozent auf 227 Euro, weil die Fallzahlen gestiegen sind und dadurch die höheren Kosten auf mehr Zahler verteilt werden können. Ein Notarzteinsatz wird rund ein Drittel teurer und schlägt künftig mit 125 Euro zu Buche. Mehr als doppelt so teuer ist das Notarzfahrzeug. Für dessen Einsatz wird 299 Euro und damit künftig 54 Prozent mehr veranschlagt.In den meisten Fällen werden diese Kosten von den Krankenkassen oder Versicherungen getragen. Der Rat muss der Gebührenordnung noch zustimmen.Anmerkung der Redaktion: Der Rettungsdienst wird durch einen Gebührenhaushalt finanziert. Die Kosten werden also am Ende des Jahres durch die Zahl der Einsätze geteilt, um die Preise zu ermitteln. Gibt es bei gleichbleibenden oder höheren Kosten weniger Einsätze, wird es automatisch teurer. Daher kommt es auch schon mal von Jahr zu Jahr zu erheblichen, keinesfalls ungewöhnlichen Schwankungen. Richtig günstig wird es für die Versicherungen, wenn Notarzt, Rettungsdienst und Feuerwehr richtig viel zu tun bekommen. Aber das wollen wir doch alle nicht, oder?  […]

Französischer Generalkonsul Muller in Bocholt: “Wählen gehen! – sonst ist Europa im Eimer”

Bocholt (PID) . Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo empfing am 16. Januar 2017 Vincent Muller, seit September 2015 französischer Generalkonsul in Düsseldorf. Heike Schoo, Präsidentin der Deutsch-Französischen-Gesellschaft Bocholt (DFG), begleitete Muller. Dem gemeinsamen Gespräch im Büro Nebelos und der Vorstellung Bocholts folgten ein kurzer Gang durch die Innenstadt sowie ein gemeinsames Mittagessen, an dem auch der Vize-Präsident der DFG, Heiner Böing-Messing, teilnahm.Weltoffener WirtschaftsstandortBürgermeister Peter Nebelo präsentierte dem Generalkonsul die Europastadt Bocholt als weltoffenen Wirtschaftsstandort. “Bocholt wurde über die Jahrhunderte von der Textilindustrie geprägt”, so Nebelo, “die heimischen Unternehmen haben – als diese zur Geschichte wurde – andere Wege gefunden.” Nebelo hob den Industriepark hervor “als die größte zusammenhängende und voll erschlossenen Gewerbefläche in NRW mit über 300 Hektar. Und wir haben in Bocholt zurzeit über 30.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.” Dennoch, so Nebelo, brauche die Stadt vor allem “belastbare Gewerbeflächen”.Bekannt sei Bocholt in den 80-er Jahren auch durch den 1. FC Bocholt, der in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt habe. “Heute ist es unter anderem ROSE Biketown, Deutschlands größter Fahrradversandhandel, der Bocholt weit über die Grenzen hinaus bekannt macht.”Fahrradstadt Bocholt und Tour de FranceAls Muller den Start der Tour de France in Düsseldorf in diesem Jahr ansprach, erinnerten Nebelo und Schoo an die Städtepartnerschaft mit Aurillac und Arapjon sur Cère. “Wir haben einen Start und eine Ankunft in unserer Partnerstadt Arpajon sur Cère erleben dürfen, und die Partnerstädte sind es auch, die Bocholt mit Europa verbinden. Wir freuen uns, dass die Beziehungen gerade auch zu unseren französischen Partnerstädten so gut sind.” “Städtepartnerschaften dokumentieren das Europa der Bürger”, betonte Muller. “Und die Vereine, Organisationen und Verbände leisten hier eine großartige Arbeit. Aber auch die Politik muss sich einmischen.”Wunsch: Gemeinsame Erklärung “Wählen gehen”!Gerade im Hinblick auf 2019 sei die Einmischung wichtig. 2019 sei ein wichtiges Jahr. Muller: “Nicht nur, dass das Ende des ersten Weltkrieges dann mehr als hundert Jahre her ist. Wir haben dann auch Europawahl, und da wünsche ich mir Anfang 2019 eine gemeinsame Erklärung der Länder, Städte und Gemeinden Europas, die den Menschen sagen: ´Wählen gehen!´ Wenn wir es nicht hinbekommen, dass mehr als 40 Prozent zur Wahlurne gehen, dann ist das Projekt Europa im Eimer.””Der Austausch mit unseren Partnerstädten ist immens wichtig”, betonte auch Heike Schoo. “Wenn wir in Frankreich vor Ort sind, lernen wir viel über die Menschen und pflegen unsere Freundschaften, wir sehen aber auch, wie die Franzosen etwa soziale Fragen angehen.” Als Musterbeispiel einer gemeinsamen Kooperation hob sie den Projektchor Bocholt-Aurillac hervor, der sich mit dem Chor “Chorale du Millénaire” in Aurillac regelmäßig austausche. Schoo: “Wichtig ist es auch, dass Erwachsene animiert werden. Dafür ist der Projektchor das beste Beispiel.” Sowohl in Aurillac als auch in Bocholt habe der Chor schon gemeinsam beeindruckende Messen gesungen.Leidenschaft für das Thema EuropaGerne würde Schoo Muller auch einmal nach Bocholt einladen, um mit seiner Leidenschaft an einer Diskussionsrunde zum Thema Europa – gerade auch im Vorfeld der Europawahl – teilzunehmen. Ob er dann denn noch als Generalkonsul im Amt sei, wollte sie wissen. “Auch wenn die Amtszeit eines Generalkonsuls normalerweise nur drei, vier Jahre beträgt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich noch bis 2019 im Amt bin”, so Muller.”Lob für bürgerschaftliches EngagementIm Gespräch mit der Präsidentin der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bocholt e.V., Heike Schoo, lobte er das bürgerschaftliche Engagement der Mitglieder und unterstrich die damit verbundene Bedeutung der Gesellschaft. Er ermutigte dazu, nicht nur politische Themen auf die Agenda zu nehmen, sondern auch einmal Wirtschaftsthemen zwischen Deutschland und Frankreich im Programm zu behandeln. Lob galt auch der guten Vernetzung der Deutsch-Französischen Gesellschaften in Nordrhein-Westfalen, beispielsweise mit ihrer jährlichen Regionalkonferenz. Mit besonderem Interesse nahm er die aktuelle Programmübersicht, einige Informationen sowie das deutsch-französische Kochbuch der Deutsch-Französischen Gesellschaft aus den Händen der Präsidentin entgegen.Hintergrund:Seit 200 Jahren gibt es das französische Generalkonsulat in Düsseldorf. Nach Berlin, Hamburg, München und Frankfurt ist es die Nummer fünf in Deutschland. Vincent Muller wurde am 1964 in Straßburg geboren und leitet seit dem letzten Jahr das Generalkonsulat in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Er kommt gebürtig aus dem Elsass und ist zweisprachig aufgewachsen. Sein Studium absolvierte er in politischen Wissenschaften sowie Jura und Geschichte in Straßburg. Seine Karriere begann Muller als Attaché im französischen Außenministerium. Danach folgten Stationen z. B. in der Ständigen Vertretung beim Europarat in Straßburg, der Banque de France oder auch im Auswärtigen Amt. […]

Holocaust-Ausstellung in Bocholt erzählt Geschichte vom Ehepaar Löwenstein

Bocholt (PID). „Beendete Hoffnungen – Das Ehepaar Löwenstein wurde nach Riga deportiert“ – So lautet der Titel eines Gedenkvortrags des VHS-Arbeitskreises „Synagogenlandschaften“ am Donnerstag, 26. Januar 2017, um 19.30 Uhr im Stadtmuseum Bocholt. Mit diesem Vortrag wird an den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar erinnert.An diesem Tag erinnert der Arbeitskreis seit 2001 durch Vorträge und Ausstellungen an die Menschen jüdischen Glaubens, die unmittelbar aus Bocholt deportiert und ermordet wurden. In diesem Jahr stehen Leben und Ermordung der Eheleute Annemarie und Paul Löwenstein im Mittelpunkt des Vortrages und der damit eröffneten stadtgeschichtlichen Ausstellung im Stadtmuseum. Sie wird unter dem Titel „Beendete Hoffnungen“ bis zum 28. Februar 2017 gezeigt werden.Annemarie und Paul Löwenstein wurden ermordetDer Fabrikant Paul Löwenstein war bis zum Ausscheiden seiner Familie aus der Firma Stern & Löwenstein an der Friesenstraße im Jahr 1932 deren Miteigentümer. Zusammen mit seiner Frau, der Lehrerin Annemarie Löwenstein, wohnte er in der Bahnhofstraße 16. Ab 1939 wurde das Haus zum sogenannten Judenhaus. Die Eheleute mussten acht jüdische Menschen aufnehmen, denen nach den Gesetzen der Nazis ihre Wohnungen gekündigt worden waren.Geld für die Ausreise fehlteNach den entwürdigenden Erfahrungen der Pogromnacht 1938 entschlossen sich Annemarie und Paul Löwenstein, Deutschland zu verlassen. 1940 kaufte Paul Löwenstein ein Haus in Brasilien. Die Eheleute betrieben immer verzweifelter ihre Flucht nach Südamerika, ihnen fehlte nach der Zahlung der vorgeschriebenen „Judenbesitzabgabe“ jedoch das Geld für die Ausreise. Noch am 5. November 1941, als schon das Auswanderungsverbot für Juden erlassen worden war, beantragte Paul Löwenstein beim Oberfinanzpräsidenten in Münster die Zusendung von Umzugsgutlisten, die für eine Ausreise notwendig waren. Der Antrag wurde zurückgewiesen. Die Ausreise war gescheitert.Deportiert am 10. Dezember 1941Am 10. Dezember 1941 wurden die Eheleute mit 23 weiteren Bocholtern jüdischen Glaubens in das Ghetto Riga (Lettland) deportiert. Dort wurde Paul Löwenstein vor November 1943 ermordet. Seine Frau Annemarie wurde im Herbst 1944 aus Riga in das KZ Stutthof bei Danzig deportiert und dort am 20. Dezember 1944 ermordet.Ausstellung erinnert an ErmordeteAuf 13 Schautafeln und in einer Vitrine wird im Stadtmuseum versucht, mit vielen Exponaten und Texten Leben und Ermordung von Paul und Annemarie Löwenstein darzustellen. Zugleich ist das tödliche Schicksal der Löwensteins exemplarisch für weitere Schicksale der aus Bocholt deportierten jüdischen Menschen.Wie brutal die Ausgrenzung der Eheleute in der NS-Zeit war, ist schon daran zu sehen, dass nur von Annemarie Löwenstein ein Foto bekannt ist. Es befindet sich im Nachlass der Haushälterin der Löwensteins, Maria Niermann. Deren schriftlicher Nachlass war 2014 dem Stadtarchiv Bocholt übergeben worden.Eröffnung am 26. JanuarDie Ausstellung wird am 26. Januar 2017 um 19.30 Uhr eröffnet. Nach einleitenden Worten durch den Leiter des Stadtmuseums, Georg Ketteler, sowie einem Grußwort von Bürgermeister Peter Nebelo führen die Kuratoren der Ausstellung, Josef Niebur und Hermann Oechtering, in die Ausstellung „Beendete Hoffnungen – Das Ehepaar Löwenstein wurde nach Riga deportiert“ ein.ÖffnungszeitenDie Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2017 zu den Öffnungszeiten – täglich (außer montags) von 11 – 13 und von 15 – 18 Uhr sowie jederzeit nach Vereinbarung – im Stadtmuseum Bocholt, Osterstraße 66, 46397 Bocholt zu sehen. Führungen auf Anfrage (Tel. 184579).Ausstellung und Vortrag wurden vorbereitet vom VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften, Bocholt und finden in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Westmünsterland e. V. und dem Stadtmuseum Bocholt statt. […]

Historischer Vortrag über den Erfinder des Atlas

Bocholt (PID). Am Donnerstag, 26. Januar 2017, findet das nächste Treffen des Gesprächskreises Bocholter Stadtgeschichte statt. Leben und Werk des Geografen und Kartografen Gerhard Mercator (1512 – 1594) sind Thema des Abends. Referieren wird die Historikerin Professor i.R. Dr. Irmgard Hantsche.Der seit 1552 in Duisburg ansässige Gerhard Mercator galt bereits in den Gelehrtenkreisen seiner Zeit als der bedeutendste lebende Kartograph und war bis in die arabisch-islamische Welt berühmt. Von ihm stammen das Konzept für den „Atlas“ und Weltkarten in der „Mercator-Projektion“, die bis zum Aufkommen des GPS (kurz für Global Positioning System, globales Positionsbestimmungssystem) für die Navigation in See- und Luftfahrt unverzichtbar waren.ReferentinDie Historikerin Professor i.R. Dr. Irmgard Hantsche, die von 1974 bis 2001 an der an der damaligen Gerhard-Mercator Universität Duisburg lehrte, wurde selbst mit einem „Atlas zur Geschichte des Niederrheins“ bekannt, in dem sie anhand von Karten die territoriale Entwicklung und politische Geschichte der Region nachzeichnete.Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Medienzentrum (Alter Bahnhof), Hindenburgstraße 5, 46395 Bocholt. Die Teilnahme ist frei. Weitere Informationen gibt es im Stadtarchiv Bocholt bei Leiterin Heike Schoo unter Telefon 02871 953-347 oder unter E-Mail stadtarchiv@mail.bocholt.de. […]

Einbruch in Lowick – Zeugen gesucht

Bocholt (ots) – (dh) Am Dienstag, in der Zeit zwischen 16 Uhr und19:15 Uhr, hebelten bislang unbekannte Einbrecher ein Fenster einesReihenhauses an der Bekendorfsweide auf. Der oder die Täterdurchsuchten sämtliche Zimmer und Schränke. Entwendet wurden Schmuckund Bargeld. Hinweise bitte an die Kripo in Bocholt unter Telefon 02871-2990. […]