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Über das Kommunikations-Desaster im Bocholter Rathaus

Ein Kommentar von Berthold Blesenkemper

Unfassbar, was derzeit im Rathaus geschieht. Ein Kommunikations-Desaster jagt das nächste. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Stadtkämmerer Ludger Triphaus. Ausgerechnet beim Thema Flüchtlingsunterbringung scheint der Sozialdezernent nach dem Grundsatz zu handeln: erst mal plaudern, dann erst prüfen. Den Anfang machte eine geplante zentrale Unterbringungseinheit auf dem ehemalige ONV-Gelände an der Franzstraße. Kaum erhob sich dort massiver Protest, hieß es: „Vertan, vertan – kehrt marsch!“. Ein fatales und bei guter Vorarbeit vermeidbares Signal an alle, die davon überzeugt sind, dass man in der Politik am Ende ohnehin nur laut genug brüllen muss, um zum Erfolg zu kommen.

Und weiter ging’s im Sauseschritt. Die neue Lösung ist nun eine Containersiedlung zur Unterbringung von 150 Flüchtlingen für sage und schreibe 3,5 Millionen Euro jährlich an der Kreutzstraße. Spätestens bei dieser Summe muss klar sein, dass Flüchtlingsversorgung ein Geschäft ist – und zwar ein für manche Branchen recht lukratives.

Ganz nebenbei, so sprudelte es unlängst aus Triphaus heraus, müsse man auch mal prüfen, ob nicht auch im seit langem leerstehenden Brauhaus an der Kaiser-Wilhelm-Straße Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Meint der Kämmerer etwa jenes Brauhaus, das bis gestern offiziell noch derartig marode war, dass Schützen und Karnevalisten verboten wurde dort zu feiern? Zynischer geht’s kaum noch!

Gestern nun brachte Triphaus im Sozialausschuss auch noch die Schützenhallen in Holtwick, Hemden und Spork als potenzielle Notunterkünfte ins Spiel – gerade so, als würden sie ihm gehören. Einzig über das Lieblingsprojekt von Rat und Verwaltung, nämlich über das großteils bereits im städtischen Besitz befindliche KuBAaI-Gelände an der Industriestraße hält der Sozialdezernent fürsorglich schützend die Hand. Dort sei eine Notunterkunft leider nicht möglich, heiß es, wegen der Gefahr einer Ghettobildung. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Nun ist Ludger Triphaus alles andere als zu beneiden: Was auch immer er vorschlägt, es wird verkehrt sein. Das aber ist noch lange kein Grund, scheinbar nach dem Gießkannenprinzip ständig neue Standorte in die Öffentlichkeit zu bringen. Richtiger wäre es, erst mit den Beteiligten zu sprechen, in der Folge zu prüfen und erst dann zu kommunizieren. Aber das scheint am Berliner Platz 1 niemanden zu kümmern.

Bocholt gerät in Not – in Wohnungsnot, in Finanzierungsnot und immer mehr auch in Erklärungsnot. Letztere ließe sich dabei wohl noch am ehesten beseitigen. Notwendig wären nur ein wenig Klarheit und Wahrheit.

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