Arbeitgeber, solvent, innovativ sucht: Fachkräfte

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2022 gehen in Deutschland über 300.000 Menschen mehr in den Ruhestand, als in den Arbeitsmarkt eintreten. Dieser negative Saldo wird in den kommenden Jahren zunehmen. Jahr für Jahr. Allein im Jahr 2029 steigt die prognostizierte Differenz auf 670.000. „Hier müssen wir sofort mit aller Macht gegensteuern!“ Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbandes, Dr. Marcus Korthäuer, im Rahmen des diesjährigen Unternehmertages am Montag in Duisburg. Der Fachkräftemangel sei trotz Pandemie- und Kriegsfolgen eines der Topthemen in den Unternehmen.

„Wir müssen ja nur die Augen aufmachen“, sagte Korthäuer. In den MINT-Berufen würden die Fachleute schon seit geraumer Zeit mit der Lupe gesucht – und entsprechend bezahlt. Dem Handwerk fehle der Nachwuchs und Trucker wolle sowieso niemand mehr werden. „Wer erfindet, baut und repariert in Zukunft, wer transportiert die Waren?“ Mittlerweile bestreite auch niemand mehr ernsthaft, dass die großen gesellschaftlichen Transformationsprojekte – Stichwort Dekarbonisierung – eigentlich gar nicht zu stemmen sind. „Weil eben die Menschen fehlen, die die Arbeit machen.“

Von der Bundes- und Landesregierung forderte Korthäuer, qualifizierte Zuwanderung schnellstmöglich zu erleichtern und das Bildungssystem konsequent auf Zukunft auszurichten: „Deutschland tut zu wenig für seine wichtigste Ressource: gut ausgebildete Menschen. Hier brauchen wir geradezu eine Revolution!“ Zum einen hatten rund 10 Prozent der 18- bis 24-Jährigen im Jahr 2020 in Deutschland nur die Sekundarstufe I durchlaufen und keine weitere allgemeine oder berufliche Bildung erfahren. Diese frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger gelten nach offizieller Definition als bildungsarm. Die Zahl der Ungelernten im Alter von 20 bis 34 hat seit 2014 um 280.000 zugenommen auf 2,16 Millionen. Zum anderen müsse auch anders gelehrt werden: „Die Arbeitswelt wandelt sich stetig und immer schneller – mit den Standards von gestern werden wir die Zukunft nicht gewinnen.“

Diese These vertrat auch die Keynote-Speakerin, Rona van der Zander: „Wir bilden immer noch für das Industriezeitalter aus, während sich die (Arbeits-)Welt immer schneller verändert und immer digitaler wird.“ Die Arbeits- und Bildungsexpertin füllte das Thema des Abends „New Work vs. Fachkräftemangel – ohne bessere Bildung ist alles nichts“ mit Leben. Denn auch wenn Unternehmerinnen und Unternehmer die demografische Entwicklung nicht beeinflussen können, so prägen sie doch die Arbeitswelt und die Unternehmenskultur in der eigenen Firma. „Hier und heute stehen wir an dem Punkt, dass wir den Sprung von der Industriegesellschaft in die Wissensgesellschaft schaffen müssen. Ich denke, hier stehen wir an einer Zeitenwende“, so van der Zander. „Für mich ist New Work die Frage nach wirklich modernem, neuem Arbeiten. Diese neue Arbeitswelt gilt es jetzt zu gestalten, auch um Talente zu halten und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“   

Ansprechpartner

Quelle: Unternehmerverbandsgruppe

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