Offenes Grenzland

Arbeitsinspektion schließt Untersuchung des Brückendramas in Lochem ab

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Die Ermittlungen der niederländischen Arbeitsinspektion zu dem tödlichen Brückenunglück an der Nettelhorsterbrug in Lochem sind abgeschlossen. Das abschließende Untersuchungsdossier wurde inzwischen an die Staatsanwaltschaft übergeben. Eine inhaltliche Bewertung der Akte steht allerdings noch aus.

Im Februar 2024 hatte sich bei Hebearbeiten an der Brücke eine Tragödie ereignet: Ein Brückenelement stürzte aus den Kranen auf eine Montageplattform. Zwei Bauarbeiter verloren dabei ihr Leben, zwei weitere Beschäftigte erlitten Verletzungen. Die Bauarbeiten wurden daraufhin für mehrere Monate unterbrochen. Erst im April dieses Jahres konnte die Brücke für den Verkehr freigegeben werden.

Laut der Sprecherin der Arbeitsinspektion, Daniëlle Rebel, wurde das Ermittlungsverfahren inzwischen abgeschlossen und alle Unterlagen der Staatsanwaltschaft zur weiteren Prüfung übergeben. Über die Einzelheiten des Falls macht die Behörde keine Angaben, um das laufende strafrechtliche Verfahren nicht zu beeinträchtigen.

Parallel liegt der Staatsanwaltschaft auch das Gutachten des Wissenschaftsinstituts TNO vor. Der Verteidigung wurde die Möglichkeit eingeräumt, ergänzende Fragen an die TNO-Experten zu stellen. Im Auftrag des Ermittlungsrichters wird derzeit an einem weiteren, ergänzenden Sachverständigenbericht gearbeitet. Nach der Fertigstellung stehen der Verteidigung weitere Mittel für zusätzliche Untersuchungswünsche offen. Erst wenn sämtliche Gutachten und Untersuchungen abgeschlossen sind, wird die Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen und mögliche Anklagen entscheiden. Einen konkreten Zeitrahmen dafür gibt es bislang nicht.

Unabhängig davon ist auch das angekündigte Denkmal für die zwei bei dem Arbeitsunfall verstorbenen Bauarbeiter bislang noch nicht aufgestellt worden. Nach Angaben der Provinz Gelderland befindet sich das Mahnmal aktuell in der Herstellung. Sobald es fertiggestellt ist, können die Angehörigen ihre Zustimmung geben. Erst danach soll das Denkmal seinen Platz erhalten; ein Termin steht hierfür noch nicht fest.

Die Untersuchungen der Sicherheitsbehörden hatten im Februar ergeben, dass die bei der Planung und dem Bau der Nettelhorsterbrug beteiligten Unternehmen die Risiken der Arbeiten nicht ausreichend analysiert und dokumentiert hatten. Die niederländische Untersuchungsbehörde für Sicherheit (OvV) stellte fest, dass die beteiligten Bauunternehmen in ihrer Zusammenarbeit kritischer auf mögliche Gefahren hätten achten und sich gegenseitig stärker hätten hinterfragen müssen. Laut OvV war das Vertrauen der Firmen in ihre gemeinsamen Erfahrungen aus früheren Projekten hoch – doch eine gründliche gegenseitige Kontrolle der Risiken habe gefehlt.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Standfestigkeit des Brückenabschnitts vor den Hebearbeiten nicht umfassend geprüft worden war. Die Sicherheitsmargen während des Hebevorgangs waren gering, sodass schon begrenzte Einflüsse wie Wind zu drastischen Folgen führen konnten. Auch wurde beim Umgang mit den Bauteilen nicht ausreichend auf die Positionierung und Sicherheit der beschäftigten Bauarbeiter geachtet

Quelle: Regio8

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