Auch in Deutschland steigt allmählich das Orange-Fieber



Von HIDDE VINKENVLEUGEL

Mit dem Start der Fußball-Europameisterschaft steigt allmählich das Orange-Fieber in den Niederlanden. Und auch jenseits der Grenze in Deutschland  beginnt es, auszubreiten. Der Niederländer Xander Wensing lebt in Anholt und schmückt seinen Garten stolz mit orangefarbenen Fahnen – trotz der gelegentlich merkwürdigen Blicke der vorbeifahrenden Autofahrer.

„Als Niederländer ist es sowieso Pflicht, ein wenig zu dekorieren“, sagte Wensing. Seinem guten Freund und Nachbarn Stefan Schweers geht es ähnlich wie dem Niederländer, doch er jubelt nur für sein eigenes Team. „Wenn Deutschland im Finale gegen die Niederlande spielt, bin ich für Deutschland und Xander für die Niederlande“, beschreibt Nachbar Stefan Schweers und ergänzt, „allerdings hoffe ich, dass beide Fahnen hier in der Nachbarschaft bleiben können.“

Während der Spiele von ‚Die Mannschaft‘ schaut Wensing zusammen mit seinen deutschen Freunden. Er erzählt: “ Bei den Heimspielen der Deutschen schaue ich einfach mit. Wenn die Deutschen ein Tor schießen, sollte man allerdings  keinen Jubel von dem Holländer erwarten.“

1988 fand schon mal eine  Fußball-Europameisterschaft in Deutschland statt. Nach dem Halbfinale, das die Niederlande mit 2:1 gewannen, besuchten niederländische Fans Anholt. Schweers erinnert sich genau daran, wie schief das lief. Er beschreibt: „Die Holländer kamen hierher und rissen Blumen aus den Töpfen im ganzen Dorf, alles war zerstört. Nach dem Finale war es wieder dasselbe, aber heute ist dieser Hass nicht mehr so schlimm.“

 

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