Ausstellung „Unter die Haut“

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Nach der Premiere der Bocholter Kunst- und Kulturgemeinschaft in ihren neuen Räumen im LernWerk-Anbau (Appendix), wird das Programmangebot dort ab Freitag, 6. März, 19 Uhr, mit einem kontrastierenden Programmpunkt fortgesetzt. Der Titel der Ausstellung „Onderhuids“ (Unter der Haut) der niederländischen Künstlergruppe Levi & Julia weist darauf hin: Sie geht unter die Haut – wortwörtlich bei dem, was gezeigt wird, und zugleich bei dem, was sie beim Betrachter auslöst.
Die international renommierte belgische Künstlerin Berlinde De Bruyckere hat fünf Kolleginnen und Kollegen dazu inspiriert: Roderick Brenninkmeijer, Karen van Dooren, Josette Lenders, Piet Post und Dinie Wikkerink. Sie haben sich intensiv mit Werk und Wirken der De Bruykeres befasst, um es für sich und in ihr künstlerisches Schaffen aufzunehmen.
Der Stoff ist nicht eben als leicht zu befinden. Es geht um Sterblichkeit, Verfall und Tod – vielfach Tabu-Themen, die aber doch Bestandteil des Lebens sind und zu Reflexion und Auseinandersetzung auffordern. Dies tun die Ausstellenden mit Mitteln der Malerei, des Zeichnens, der Fotografie und der Raumkunst.
Es erscheint uns als ein Paradoxon, Schmerz und Leid mit Schönheit, Liebenswertes mit Bitternis, Zärtlichkeit mit Verletzlichkeit, Geborgenheit mit Gewalt, Abstoßendes und Ästhetisches, eben Leben und Tod verbinden zu wollen. Und doch erleben wir Situationen, begegnen uns Bilder, in denen dies geschieht. Die Ausstellenden schaffen mit den hier gezeigten Arbeiten solche Momente. Ohne indes den Betrachter bezüglich Wahrnehmung und Interpretation festzulegen.
Berlinde de Bruyckere fordert heraus, sorgt immer wieder auch für Anstoß und Empörung. Sie bzw. ihre Arbeiten haben bei einzelnen der Künstlerinnen und Künstlern von Levi & Julia anfangs Ablehnung ausgelöst. Dinie Wikkerink hat indes Berlinde De Bruyckeres „Liebe für das Verletzliche und Vergängliche“ entdeckt, was bei ihr Bewunderung und Wertschätzung hervorgerufen hat. Josette Lenders wurde in ihrem Befasstsein mit dem Kreislauf des menschlichen Lebens zu der Frage geführt, wieviel ein Mensch ertragen kann und ist in ihren Gefühlen angesichts der Verbindung von Vergänglichkeit und Schönheit bestärkt worden. Und Piet Post hat – fasziniert – der Thematik gar Humor beigefügt. Seine „fröhliche Verzweiflung“, sagt er, sei seine Art, sich „in dieser absurden Welt zu behaupten“.
Die Ausstellung “Onderhuids” ist nach der Eröffnung bis zum 29. März jeweils donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr in Bocholt im LernWerk-Anbau, Herdingstraße 5, zu sehen und endet am letzten Tag mit einer Finissage. Der Eintritt ist frei.
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