Orbis

Über Orbis

Das Projekt Orbis liefert verständliche Informationen in mehreren Sprachen, in denen ein Großteil der in Bocholt lebenden Menschen erreichbar ist. Die Berichte erstellt allein die Projektgruppe. Inhaltlich verantwortlich ist Hans-Jürgen Dickmann, Up'm Höwel 45, 46399 Bocholt, Telefon 02871 3 17 82

Informationen für die Versorgung im Alter

Deutsche Bürgerinnen und Bürger meinen oft, dass der starke Zusammenhalt in Familien aus anderen Kulturen dafür sorgt, dass die Familienmitglieder auch im Alter versorgt sind. Aber auch in jenen Familien ändern sich die Strukturen, auch sie sind vom demografischen Wandel der Gesellschaft betroffen. Wenn sie hier leben, müssen sie immer häufiger das deutsche System der […]

Die Martinsgans-Tradition (mit Rezept)

Die traditionellen Umzüge zur Erinnerung an den Sankt Martin sind vorüber. Aber es gibt noch einen alten Brauch, der mit Sankt Martin zusammenhängt. Jetzt beginnt die Zeit für ein festliches Essen. In vielen Restaurants wird gebratene Gans angeboten und auch in den meisten Familien steht sie auf dem Speiseplan. Es gibt viele Geschichten darüber, wie dieser Brauch entstanden ist. Eine davon ist: Martin, Bischof von Tours hatte sich vor ungefähr 1600 Jahren in einem Gänse-Stall versteckt und wurde vom Lärm der Tiere verraten.In Bocholt und Umgebung gibt es nicht sehr viele Leute, die Gänse züchten. Aber hin und wieder sieht man noch Bauernhöfe mit einer ganzen Schar schöner weisser Gänse. Jetzt, zur Zeit um Sankt Martin sind sie gut gefüttert worden und haben das richtige Gewicht, um geschlachtet zu werden. Viele Gänse für das Gänse-Essen kommen auch aus anderen Regionen und Ländern, vor allem aus Polen.Wer einen leckeren Gänsebraten probieren möchte – hier ein einfaches Rezept für die Zubereitung: Zutaten für 4 Personen: 1 küchenfertige Gans, ungefähr 4 kilo, Salz, Pfeffer, 2 Esslöffel getrockneter MajoranZubereitung: Backofen auf 170 Grad vorheizen. Die Gans mit Salz, Pfeffer und Majoran von innen und aussen einreiben. Man kann das Innere der Gans mit Äpfeln füllen, muss aber nicht sein. Die Schenkel mit Küchengarn zusammenbinden. Etwas gesalzenes Wasser auf ein Backblech geben, die Gans mit dem Rücken darauflegen.und für ungefähr 3,5 Stunden in den Ofen geben. Den Braten zwischendurch mehrmals mit Salzwasser begiessen. Zum Gänsebraten passen am besten Kartoffeln und Rotkohl.”Orbis” wünscht guten Appetit !  […]

Jetzt beginnt die fünfte Jahreszeit

11.11. 11.11 Uhr – hier bei uns, in Bocholt und vor allem im Rheinland, ist das ein besonderes Datum: Dann beginnt die fünfte Jahreszeit. Fünfte Jahreszeit? Es gibt doch nur vier: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nun, die vier gibt es überall, haben sich die Menschen gedacht, die jedes Jahr Karneval feiern, die „Karnevalisten“. Und so haben sie einfach diese neue Jahreszeit erfunden. Natürlich ist das nicht offiziell. Es hat nichts mit Sommerzeit oder Winterzeit zu tun. Aber womit dann?Karneval ist eine alte Tradition. Der Begriff Karneval kommt aus dem Lateinischen und ist abgeleitet von Carne = Fleisch und dem Abschiedsgruß „lebe wohl“ = lateinisch vale. Es ist ein Hinweis auf die bevorstehende Fastenzeit, in der auf Genuss verzichtet wird. Daher wird diese Zeit in anderen Regionen Deutschlands auch als „Fastnacht“ bezeichnet. Die Fastenzeit dauert 40 Tage und endet mit dem christlichen Osterfest. Vor Beginn dieser Fastenzeit wollen wir noch einmal so richtig fröhlich sein und feiern, sagen die Karnevalisten, die meistens in Karneval-Vereinen organisiert sind. Karneval feiern sie zu Beginn des Jahres, und ab dem 11.11. bereiten sie sich darauf vor. Von jetzt an bis zur Fastenzeit dauert ihre spezielle fünfte Jahreszeit. Wenn man bedenkt, dass die Jahreszeiten den natürlichen Lebensrhythmus in der Natur bezeichnen, sieht man, wie wichtig den Karnevalisten diese Zeit ist.In der fünften Jahreszeit tun die Karnevalisten aus Spaß so, als ob sie regieren und andere Regeln und Gesetze gelten. Dazu gehört, dass sie jedes Jahr einen Prinzen und eine Prinzessin vorstellen, die diese Bestimmungen verkünden. In diesem Jahr heißen sie Nicole de Ruiter und Freddy Krämer. Die Präsentation oder Proklamation geschieht in Bocholt mit einer Veranstaltung auf dem Platz vor dem historischen Rathaus. Da gibt es dann viel Musik, verkleidete Menschen und eine große Party. Weil das am besten an einem Samstag geht, wenn viele Menschen in der City sind und Zeit haben mitzufeiern, findet diese Feier nicht am 11.11., sondern am 16.11. ab 11 Uhr statt.Sehen wir uns zu diesem Beginn der fünften Jahreszeit? Wichtig: Dann begrüßt man sich auch anders als sonst, nämlich mit „Bocholt Helau“. Foto: Rolf Boesveld […]

Meine schöne leuchtende Rübe und mein großer Hunger

Wenn in Bocholt die Kinder zum St. Martinstag durch die Straßen ziehen, leuchten ihre Laternen. Manche Laternen sind aus Papier, aber es gibt hier auch andere, ganz besondere Lichter: Laternen, die aus Rüben entstanden sind. Rüben waren früher ein Gemüse, das nicht teuer war und das vor allem für arme Leute ein häufiges Nahrungsmittel war. Und daraus ließen sich auch billige Laternen machen. Die Rüben, auch „Runkel“ genannt, wurden durchgeschnitten und „ausgehöhlt“. Das Innere wurde entfernt, sodass nur noch eine etwas dickere äußere Schicht übrigblieb. Diese wurde mit einem Messer mit verschiedenen Motiven verziert, wie man auf den Fotos sehen kann. Auch heute wird dies traditionell noch so gemacht. Beim großen Martinsumzug am Mittwoch kann man viele solcher Rübenlaternen bewundern. Bianca vom Orbis-Team erinnert sich an einen solchen Umzug, bei dem sie als Kind großen Hunger bekam und dann … (lest mal weiter!)Hoffentlich, dachte ich, sind wir bald am Rathaus, wo St. Martin dargestellt wird und auf einem Schimmel sitzt. Mühsam setzte ich einen Fuß vor den anderen. Der lange Weg im Martinsumzug durch die Stadt strengte mich an. Meine Rüben-Laterne war schwer. Warum hatte ich ausgerechnet die größte und schwerste Rübe ausgewählt und meine Laterne daraus hergestellt? Nun, sie hatte eine größere Fläche zum Verzieren: Einen Baum, kleine Häuser, eine Kirche, einen Mond und viele Sterne hatte ich mit viel Liebe in die Rübe geschnitzt. Die Kerze im Inneren meiner Rübe ließ all diese Schnitzereien schön hell erstrahlen, und ich war sehr stolz auf meine hübsche „Runkel“.Aber jetzt, als ich mit meiner Schulklasse auf dem Weg zum Rathaus war, war die schöne Rübe plötzlich nur schwer. Ich hatte große Mühe, sie hochzuhalten, damit sie alle sehen konnten. Meine Arme schmerzten bei jedem Schritt mehr. Du darfst nicht weinen, Bianca, die anderen Kinder könnten dich auslachen, dachte ich. Mein Magen knurrte, denn ich hatte großen Hunger. Ich musste mich zusammenreißen. Da kam mir eine Idee: Ich ging ganz am Rand des Umzuges, so dass die Zuschauer nur eine Seite meiner Laterne sahen. Die andere Seite, die sie nicht sehen konnten, konnte ich doch einfach essen. Dann wäre meine Martins-Rübe nur noch halb so schwer, und ich müsste keinen Hunger mehr haben.Also fing ich an zu knabbern. Ganz vorsichtig, Stück für Stück. Bis nur noch etwa die Hälfte der Rübe übrig war. Nun ging es mir besser. Wir kamen ans Ziel am historischen Rathaus, und ich freute mich auf all die leckeren Sachen, die am Ende des Umzuges verteilt wurden, auf die Tüte mit Apfel, Apfelsine und Spekulatius-Gebäck. Auf einmal hörte ich die Stimme meiner Lehrerin: „Du hast ja nur noch eine halbe Martinsrübe, wo ist denn die andere Hälfte? Ist deine Rübe heruntergefallen?“ „Nein“, antworte ich ehrlich. „Ich hatte Hunger, und außerdem war sie zu schwer.“ Da lachte meine Lehrerin sehr und sagte: „Na, du bist ja wirklich eine ganz Clevere.“ Sie zwinkerte mir freundlich zu und gab mir meine Martinstüte. Wie gerne hätte ich jetzt Spekulatius gegessen, auf den ich mich so sehr gefreut hatte. Aber es ging nicht. Mein Magen war voll, ich war noch satt von meiner Rübe.Da habe ich mir vorgenommen, im nächsten Jahr für den Martinsumzug eine kleinere und leichtere Rübe als Laterne zu verwenden und, wenn ich hungrig werde, lieber den Inhalt meiner Martinstüte zu genießen. […]

St. Martin hat eine wichtige Botschaft für alle

Es gibt hier eine Legende von einem guten Menschen. Martin wird er genannt. Jedes Kind hat von ihm gehört. Er lebte vor etwa 1600 bis 1700 Jahren. Er war zunächst römischer Soldat, wurde aber später Bischof von Tours. Es wird erzählt, dass er eines Tages einen frierenden Bettler sah und seinen Mantel in zwei Stücke teilte, damit der Bettler sich mit der einen Hälfte wärmen konnte. Dieser gute Mann wurde zum Heiligen, zu St. Martin. Und bis heute ist es auch in Bocholt Brauch, im November an ihn zu erinnern.Es ist eine Geschichte des Christentums. Was haben Muslime und Andersgläubige damit zu tun? Wenn die Schüler der Bocholter Schulen am 11. November, dem St. Martinstag, oder wenige Tage davor oder danach mit Laternen durch die Straßen ziehen – wieso sollen nichtchristliche Kinder dann mitmachen? Diese Fragen werden hier und da diskutiert. Und es gibt Vorschläge, den christlichen Hintergrund des Brauches aufzugeben und ein neutrales Event daraus zu machen.Manchen geht es tatsächlich nur um die schönen, leuchtenden Laternen und um die Süßigkeiten, die beim St. Martinsumzug an die Kinder verteilt werden. Aber man sollte nicht vergessen, dass von St. Martin eine wichtige Botschaft ausgeht, die für alle gelten muss – unabhängig von der Religion. Sie lautet: Denke nicht nur an dich selbst, sondern auch an andere. Hilf ihnen, sei mitmenschlich. Diese Botschaft ist multikulturell. Und sie ist heute, wo sich Egoismus, Hass und Ausgrenzung verbreiten, wichtiger denn je. […]

Interkulturelle Wochen mit interessantem Finale

Die interkulturellen Wochen in Bocholt enden im November mit einem besonders interessanten und abwechslungsreichen Programm, unter anderem mit einem musikalischen Highlight.- Es startet mit dem traditionellen Martinsumzug am Mittwoch, 6. November. Wenn es beginnt dunkel zu werden, gehen viele Schülerinnen und Schüler der Bocholter Schulen mit Laternen durch die Innenstadt. Die vielen verschiedenen Laternen haben sie selbst gebastelt. Darin befindet sich ein Licht, und dadurch leuchten die Laternen in vielen bunten Farben. Viele Menschen stehen an den Straßen, um sich dieses wunderschöne, beeindruckende Bild anzusehen. Die Kinder singen dazu Lieder und werden von Musikern begleitet.Der Umzug beginnt um 17.15 Uhr auf dem Berliner Platz am neuen Rathaus und endet am historischen Rathaus. Er gehört seit vielen Jahren zum Brauchtum in Bocholt und erinnert an den Heiligen Martin, Bischof von Tours, der seinen Mantel teilte, um einem frierenden Bettler zu helfen.- Am Freitag, 8. November, kann man beim interkulturellen Kochen für Kinder ab zehn Jahren und für Jugendliche Leute verschiedener Nationen kennenlernen und mit ihnen gemeinsam ein leckeres Essen zubereiten. Wer mitmachen möchte, muss sich bis zum 4. November bei der Caritas, Tel. 02871/2513-1121, anmelden. Die Veranstaltung findet von 16 bis 19 Uhr im Kreuzbergheim an der Ecke Münsterstraße/Am Kreuzberg statt. Die Teilnahme kostet zwei Euro pro Person.- Um 10.30 Uhr beginnt am Sonntag, 10. November, ein deutsch-türkisches Begegnungsfrühstück in der Familienbildungsstätte (Fabi) am Ostwall 39. Eingeladen sind alle Bocholterinnen und Bocholter und ganz besonders auch Menschen, die aus anderen Ländern nach Bocholt gekommen sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Man sollte sich aber anmelden (Tel. 02871/239480).- Vor drei Jahren wurde auf dem Benölkenplatz der „Engel der Kulturen“ als Intarsie auf dem Erdboden verlegt. Daran wird am Freitag, 15. November, ab 17 Uhr erinnert. Menschen aller Kulturen und Religionen sind eingeladen, auf diesem Platz an der Adenauerallee ein Friedensgebet zu sprechen und ein Versprechen zu erneuern, das damals, bei der Entstehung des Engels der Kulturen, abgegeben wurde. Es beinhaltet das Bekenntnis zu Mitmenschlichkeit und zur Achtung vor der Schöpfung sowie zur gemeinsamen friedlichen Gestaltung der Zukunft. Danach gibt es im Gebäude der Zentralmensa warme Getränke, Brot und Musik. Der Eintritt ist frei.Die „Afrika Mamas“ beeindrucken am Montag, 18. November, im Kulturort „Alte Molkerei“ an der Werther Straße 16 mit „Weltmusik“. Das Sextett aus Südafrika hat sich seinen Namen deshalb gegeben, weil alle Frauen, die ihm angehören, alleinerziehende Mütter sind. Die „Afrika Mamas“ haben Tourneen durch mehrere afrikanische und europäische Länder sowie nach China unternommen und sind bei den Olympischen Spielen in London aufgetreten. Das Konzert beginnt um 20 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr). Der Eintritt kostet acht Euro.30 Jahre ist es her, dass die Mauer zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR geöffnet wurde. Aus diesem Anlass hält Wolfgang Hoffmann am Donnerstag, 21. November, um 19.30 Uhr im Medienzentrum am Bahnhof einen Vortrag und zeigt dazu Filmausschnitte aus „Das Versprechen“, „Good-bye Lenin“ und „Schabowskis Zettel“. Auch menschliche Aspekte dieses bedeutenden Ereignisses deutscher Geschichte sollen aufgezeigt werden. Dazu wird auch eine Bocholter Zeitzeugin beitragen. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Kostenlos kann bereits ab 18.30 Uhr eine Buchausstellung zum Thema Fall der Mauer im Foyer des Medienzentrums besucht werden. […]

Ich bin Orbis: Bianca Mümken

Ich heiße Bianca Mümken, wurde in Bocholt geboren und bin 49 Jahre alt.Meine Nationalität: Mensch.Die Welt ist kunterbunt, und ich bin es auch. Aus diesem Grund habe ich mich auch immer ehrenamtlich engagiert, ob als Wahlhelferin, rechtliche Betreuerin oder nun bei Orbis.Nach langjähriger Tätigkeit als Kauffrau für Bürokommunikation, Schwerpunkt EDV, besuchte ich das Weiterbildungskolleg Westmünsterland, um dort das Abitur zu erwerben.Nach erfolgreichem Abschluss studierte ich dann Sozialpädagogik in Nimwegen, NL. Heute übe ich eine journalistische Tätigkeit bei „Made in Bocholt“ aus und gehe in der Freizeit meinen Hobbies nach: Fotografie, Reisen, Tanzen und Kunst.Orbis ist mir wichtig, da ich so meine sozialen Kompetenzen erweitern, Brücken zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bauen und – den Fokus auf Menschen aller Nationalitäten gerichtet – bei der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten oder Freizeitbeschäftigungen behilflich sein kann. […]

“Gemütlichkeit” ist am schönsten

Welches deutsche Wort ist am schönsten? Ein Sprachmagazin mit dem Namen „Deutsch perfekt“ hat diese Frage gestellt. Eine Jury aus Lesern weltweit stellte hatte eine Liste mit Vorschlägen zusammen. Diese Liste wurden Personen vorgelegt, die Deutsch lernen. Sie kamen aus 46 verschiedenen Ländern. Das schönste Wort der deutschen Sprache, so meinten die Befragten, ist „Gemütlichkeit“. […]

Interkulturelle Wochen im Oktober

Die interkulturellen Wochen in Bocholt werden im Oktober fortgesetzt. Dabei wird unter anderem „Weltmusik“ zu hören sein, und es gibt einen Vortrag über die Integration von Muslimen in Deutschland.Am Mittwoch, 2. Oktober, ab 20 Uhr gibt es in der Skylounge oben im Textilwerk an der Industriestraße 5 einen internationalen Leseabend. Dort ist der ungarisch-deutsche Übersetzer und Schriftsteller Akos Doma zu Gast. 1963 in Budapest geboren, wuchs er in Ungarn, Italien und England auf. Mit 14 Jahren kam er nach Deutschland, machte hier sein Abitur, studierte und promovierte. Er lebt in Bayern und wurde mit Stipendien und Preisen ausgezeichnet. Zurzeit arbeitet er an seinem vierten Roman.Akos Doma wird in Bocholt aus seinen Übersetzungen der Tagebücher von Sándor Márai und der Werke von László Földényi vorlesen. Und er wird erzählen, wie es ist, wenn er Literatur aus seiner Muttersprache in die Sprache seiner Wahlheimat übersetzt.Veranstalter ist der Integrationsrat der Stadt Bocholt in Kooperation mit der Weltlesebühne. Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Schüler und Studenten 2,50 Euro.Aus Albanien kommt die Musik, die am Montag, 7. Oktober, ab 20 Uhr im Kulturort Alte Molkerei an der Wertherstraße 16 zu hören ist. Das Ensemble Sazet e Permetit musiziert zu einem speziellen Gesangsstil, dem sogenannten isopolyphonischen Gesang. Der Eintritt beträgt 8 Euro.„Deutsch & Muslim – integriert statt assimiliert“ lautet der Titel einer Veranstaltung am Mittwoch, 9. Oktober, um 19.30 Uhr in der Familienbegegnungsstätte (Fabi) am Ostwall 39. Wie sollen sich Muslime in die Gesellschaft hier einbringen, um integriert zu sein? Welche Inhalte lehrt der Islam für eine gelungene Integration? Auf diese Fragen wird die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation in einem Vortrag eingehen. Danach besteht die Möglichkeit zu einer Diskussion. Der Eintritt ist kostenlos.Welche Bedeutung hat Religion für die menschliche Seele und für die Gesellschaft? Mit dieser Frage befasst sich der Soziologe und Buchautor Dr. Torsten Reters in einem Vortrag am Donnerstag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr im Medienzentrum an der Hindenburgstraße 5 (Bahnhofsgebäude). Glaube kann einerseits zu einem gelungenen Leben und gesteigerter Nächstenliebe beitragen, andererseits aber kann Religion auch Freiheiten einschränken, zu unvernünftigen Entscheidungen, zu Fundamentalismus und Gewalt führen. Der Eintritt für die Veranstaltung der Volkshochschule (VHS) beträgt 6 Euro (Schüler und Auszubildende 5 Euro). […]

Ich bin Orbis: Emamahmad Azimi

„Ich bin Emamahmad Azimi. Unterschiedliche Kulturen lassen uns die Welt unterschiedlich ordnen und geben die Möglichkeit, anders auf die Welt zu schauen. Mit jeder neu gelernten Kultur erwirbt man eine neue Seele. Das ist es, was mich motiviert, bei Orbis mitzumachen.“

Was mir hier besonders auffällt: Deutsche Pünktlichkeit

„Wir als Geflüchtete müssen in Deutschland noch einmal ganz von vorne anfangen. Das ist gar nicht so einfach, denn Deutschland unterscheidet sich sehr stark von Afghanistan“, sagt Emamahmad Azimi, der seit sieben Jahren in Bocholt lebt und am Projekt Orbis mitarbeitet. Ein wesentlicher Unterschied sei die Bedeutung der Zeit. „Uns ist aufgefallen“, so Emamahmad, „dass die Leute hier sehr viel Wert auf Pünktlichkeit legen und dass es unhöflich ist, wenn man zu spät kommt. Unpünktlichkeit ist unhöflich. Ich wusste nicht, dass Pünktlichkeit gleichbedeutend mit Zuverlässigkeit ist. Der Umgang mit Zeit ist in Afghanistan anders.“Diese Erfahrung machen auch viele Menschen aus anderen Ländern. Wenn man sie fragt: Was ist typisch deutsch, sagen sie sehr oft: Pünktlichkeit. Tatsächlich spielt Pünktlichkeit in Deutschland eine große Rolle. Schon die Kinder lernen es, pünktlich zum Mittagessen zu Hause zu sein und pünktlich in der Schule anzukommen. Wenn jemand nicht pünktlich zur Arbeit kommt, bekommt er leicht Ärger mit seinem Chef. Wer nicht pünktlich ist und andere warten lässt, gilt tatsächlich als unhöflich. Manche Menschen gehen deshalb lieber etwas zu früh zu einem Termin. Es gibt einen Spruch: „Fünf Minuten vor der Zeit ist des Deutschen Pünktlichkeit.“Das Wort „pünktlich“ ist aus dem Wort „Punkt“ entstanden. Gemeint ist ein bestimmter Zeitpunkt, ein Punkt auf der Uhr. Die Erfindung der Uhr war die Voraussetzung für Pünktlichkeit. Zunächst besaßen nur wenige eine Uhr, später dann aber immer mehr Menschen. Erst dann war es möglich, sich für einen bestimmten Zeitpunkt zu verabreden.Ursprünglich war es für viele Menschen in Deutschland gar nicht so wichtig, pünktlich zu sein. In Bocholt lebten die meisten Menschen nicht in der Stadt, sondern auf dem Lande. Ihr Tagesablauf richtete sich nicht nach der Uhr, sondern nach dem Stand der Sonne und nach dem Wetter. Bei den Bauern war das so und auch bei den Handwerkern.Das änderte sich mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. In Bocholt entstanden mehrere Fabriken, in denen Textilien hergestellt wurden. 1852 kam die erste Dampfmaschine in die Stadt und dann immer mehr Maschinen. Sie bestimmten den Rhythmus für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Ihre Aktivitäten mussten nun zeitlich exakt koordiniert werden. Waren sie nicht pünktlich, funktionierte es nicht.Ein anderer Grund für die Pünktlichkeit war, dass Deutschland erst jetzt als ein einheitlicher Staat entstand. Ursprünglich hatte es aus vielen kleinen einzelnen Teilen bestanden. Jede Stadt hatte da noch ihre eigene Uhrzeit. Reisende mussten ihre Uhren alle 18 Kilometer um eine Minute vor- oder zurückstellen – abhängig davon, ob sie von West nach Ost fuhren oder umgekehrt. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelten sich die Eisenbahn und das Schienennetz enorm. Züge mussten aufeinander abgestimmt und Güter mussten pünktlich zum Bahnhof gebracht werden. Und auch die Reisenden mussten pünktlich sein.Für die Pünktlichkeit sorgte besonders das Königreich Preußen, das sich von Berlin und Brandenburg aus auf dem deutschen Territorium immer weiter ausgedehnt hatte, schließlich auch bis zum heutigen Nordrhein-Westfalen. In Preußen wurde vor allem unter den Soldaten und den Beamten auf Pünktlichkeit streng geachtet. Pünktlichkeit galt als eine preußische Tugend, und sie wurde auf andere Teile Deutschlands übertragen. So entstand die deutsche Pünktlichkeit als Teil der Erziehung und des täglichen Lebens. Die Entwicklung ging sogar über Deutschlands Grenzen hinaus: 1893 übernahm Kaiser Wilhelm die Mitteleuropäische Zeit, um auch international nur nicht zu spät zu kommen.Die Pünktlichkeit hat gute Seiten, weil man dadurch planen kann. Ohne sie wären viele Dinge, die miteinander zusammenhängen, nicht möglich. Zum Beispiel im Krankenhaus ist das ganz wichtig oder auch beim Bau von Häusern. Negativ ist, dass die Erwartung von Pünktlichkeit in Deutschland zu einer immer intensiveren Zeitplanung führt – zu mehr Terminen, zu Stress und Hektik. Wer sich nicht daran hält, verspielt seine Chancen. „Wer seine Zeit vertrödelt, ist nutzlos“, stellt Emamahmad Azimi fest. […]

Sommerfest und Klimaschutz

Alle reden vom Klima. Die Naturschützer des Naturschutzbundes (NABU) machen den Klimaschutz zum zentralen Thema bei ihrem Sommerfest am Sonntag, 15. September, von 11 bis 18 Uhr. Bei diesem Fest auf der Festwiese am Aasee gibt es viele Informationen, Kaffee, Kuchen, Getränke und gesundes Essen – auch vegetarisch und vegan. Für Kinder gibt es unter […]

Was mir hier besonders gefällt: Pferde

Im Orientierungskurs haben wir über das Bundesland gesprochen, in dem Bocholt liegt – Nordrhein-Westfalen (NRW). Ich wusste bereits, dass die Fahne von NRW ganz ähnlich aussieht wie die Fahne meines Heimatlandes Iran. Für Nordrhein-Westfalen gibt es außerdem ein Wappen, und darin ist unter anderem ein Pferd zu sehen. „Weil es in Bocholt so viele Pferde gibt“, sagte der Kursleiter. Er meinte es nicht ganz ernst, aber es stimmt: Wenn man sich umschaut, vor allem im nördlichen Teil Bocholts, sieht man eine ganze Menge Pferde. Einige von ihnen habe ich besucht.Mein Neffe im Iran hat ein Pferd und reitet, ich selbst aber nicht. Einmal habe ich auf einem Pferd gesessen. Aber ich bin runtergefallen. Ich mag Pferde trotzdem. Beim Reit- und Fahrverein Barlo-Bocholt an der Winterswijker Straße gibt es viele davon. 44 leben dort wie in einer Pension. Sie haben es gut – in den Stallgebäuden, auf den großen Weiden, in den Reithallen und auf den Reitplätzen. Sie haben sogar einen „Duschraum“ und ein Karussell, in dem sie sich bewegen.Auf der Anlage, die gerade einen ganz neuen Springplatz mit einer schön begrünten Tribüne erhalten hat, ist immer etwas los (die Fotos entstanden dort beim Training). Rund um das Vereinsgelände sind in den letzten Jahren immer mehr Reiterhöfe entstanden, deren Besitzer privat Pferde halten. Etwa 180 bis 200 dieser Pferde nutzen die Vereinseinrichtungen.Turnen auf dem PferdMit sechs oder sieben Jahren beginnen Kinder mit dem Reiten, sagt der Vereinsvorsitzende Carsten Telahr. Überwiegend sind es Mädchen – weil sie Tiere mögen und besonders eben auch Pferde. Oft kommen die Kinder aus „Reiterfamilien“, in denen auch die Eltern reiten. Sie beginnen häufig mit dem Voltigieren. Davon hatte ich noch nie etwas gehört. Im Iran gibt es das nicht. Beim Voltigieren turnen Kinder oder Jugendliche auf dem Rücken eines Pferdes, das an einer langen Leine (Longe) im Kreis läuft. Dafür gibt es sogar Wettbewerbe. Fünf Pferde werden vom Verein speziell für das Voltigieren eingesetzt und sind die einzigen Pferde, die ihm gehören.Dem Verein ist eine Reitschule angeschlossen, in der man Reiten lernt. Drei oder vier Jahre alt ist ein Pferd, wenn es mit dem Reittraining beginnt. Dann oder etwas früher wird es an den Sattel gewöhnt. Bevor ein Pferd über Hindernisse springt, muss es die Dressur beherrschen. „Springen ohne Dressur geht nicht“, sagt Trainer Michael Erkner. Bei Reitturnieren starten einige Reiterinnen und Reiter in Dressur- und Springwettbewerben. Ab den Schwierigkeitsklassen L und M spezialisieren sie sich auf Springen oder Dressur. Außerdem gibt es im Reit- und Fahrverein Barlo-Bocholt auch Vielseitigkeits- und Westernreiter. Insgesamt starten fast 200 aktive Reiterinnen und Reiter für den Verein, der mehr als 600 Mitglieder hat.Jede Reiterin und jeder Reiter im Verein ist verpflichtet, im Jahr 20 Stunden als Helferin oder Helfer tätig zu sein. Bei einem Reitturnier sind rund 100 Helfer im Einsatz. Aber auch sonst gibt es mit der Versorgung der Pferde, mit Füttern und Pflege der Tiere sowie der Anlage immer viel zu tun. Unter den Vereinsmitgliedern sind einige ganz besonders engagiert. „Ohne die geht es nicht“, sagt Carsten Telahr.Die Gemeinschaft unter den Vereinsmitgliedern spielt eine große Rolle. Das genießen schon die Kinder, so der Vorsitzende. Der fachliche Austausch ist ebenso wichtig wie das gesellige Beisammensein im Reiterstübchen.Ein Pferd als CoachEinmal in der Woche geht es für die Pferde durch Wald und Feld – ohne Dressur und ohne Springen. Sie brauchen das als Ausgleich, sagt Carsten Telahr. Einfach mal ein Pferd für einen Ausritt mieten kann man bei seinem Verein aber nicht. „Das fehlt leider in Bocholt“, sagt Anja Schröer, die auf einem der Bocholter Pferdehöfe lebt. Zwölf Plätze für Pferde und Ponys gibt es dort. Die meisten davon gehören nicht ihr, sondern anderen Besitzern. Anja Schröer leitet eine Consulting-Firma und lädt Manager zu ganz besonderen Kursen ein. Sie erleben meistens zum ersten Mal die Begegnung mit Pferden. Das ist etwas ganz anderes als ihr Job, wo sie die Dinge als „Kopfmenschen“ planen und regeln – Inhalte ebenso wir ihr Auftreten, auch ihre Rhetorik. Ein Pferd ist kein Kollege und kein Geschäftspartner, und es reagiert anders. „Pferde sind sehr sensibel“, sagt Anja Schröer. Sie nehmen Stimmungen der Menschen wahr, „spiegeln unser Befinden“. Für den Menschen bedeutet das eine große Chance, sich selbst wahrzunehmen und zu öffnen, was oft ungewohnt und daher nicht leicht ist.Ich habe bei meinen Begegnungen mit den Pferden immerhin schon mal eines von ihnen mit einer Möhre gefüttert und für ein Fotoshooting neben Frau Schröer mit der sechsjährigen Leila posiert (siehe Foto). Und ich habe viel gelernt. Ich weiß jetzt auch, warum das Pferd im NRW-Wappen steht, nämlich als Symbol für die eine Hälfte von NRW, Westfalen. „Westfalen ist Pferdeland“, hat Carsten Telahr mir gesagt. Mehr als 50 000 Pferde und annähernd 600 Reitvereine mit fast 100 000 Mitgliedern gibt es hier. Besonders viele Pferde und sehr gute Reitpferde gibt es in Warendorf, der „Stadt des Pferdes“ in der Nähe von Münster. Dort ist das NRW-Landgestüt und das Zentrum der deutschen Berufsreiter. Pferde aus Westfalen sind weltweit sehr gefragt. Im Iran, wo übrigens der Polo-Sport mit Pferden erfunden wurde, dürfen sie zurzeit nicht eingeführt werden. Das hängt mit den Wirtschaftssanktionen und deren Folgen zusammen. Die Einfuhr anderer Dinge, die für den Lebensunterhalt wesentlich sind, hat Vorrang……………………………………………………………………………………………………………Raha […]

Interkulturelle Wochen mit großem Programm

Am Sonntag, 1. September, beginnen die interkulturellen Wochen in Bocholt. Sie dauern bis zum 30. November. In dieser Zeit gibt es viele interessante Veranstaltungen mit Themen aus verschiedenen Kulturen. Dabei kann man Kultur auf ganz verschiedene Weise erleben, Neues kennenlernen, vielen Menschen begegnen und sich mit ihnen austauschen. Fast immer ist die Teilnahme kostenfrei. Orbis […]

Neubürger lernen Bocholt kennen

Eine gute Gelegenheit, Bocholt kennenzulernen, gibt es am Sonntag, 25. August, um 11 Uhr. Dann beginnt eine Führung durch die Innenstadt mit der Stadtführerin Julia Holtkamp-Schlatt. Die Tourist-Info lädt dazu vor allem Menschen ein, die neu in Bocholt sind. In 90 Minuten werden sie mehrere Sehenswürdigkeiten kennenlernen und auch einzelne gute Tipps erhalten. Die Führung beginnt am historischen Rathaus am Marktplatz. Sie kostet drei Euro für Erwachsene und einen Euro für Kinder. Neubürger brauchen nichts zu zahlen. Anmelden muss man sich nicht. […]