Autoneum-Mitarbeiter stellen der Geschäftsführung die Standortfrage



Die Mitarbeitervertreter von Autoneum in Bocholt drängen auf die Beantwortung der Standortfrage. Sie wollen wissen, ob der gestern für die kommenden vier Jahre angekündigte Abbau von 175 Stellen in der Produktion das Ende eines Restrukturierungsprozesses oder der Anfang eines „Sterbens auf Raten“ ist. Eine Antwort erhielten sie heute bei einem ersten, nach Ansicht des Bevollmächtigten Benjamin Pankow durchaus „konstruktiven“ Abtastens mit Konzernvertretern nicht. „Wir haben der Geschäftsführung deshalb einige Hausaufgaben ins Stammbuch geschrieben“, so der Gewerkschaftsvertreter.

Für den Betriebsrat ist entscheidend, welche Perspektiven Autoneum der Belegschaft noch bieten kann und will. Das pauschale Argument, man müsse den Personalbestand dem zu erwartenden Auftragsrückgang anpassen, sei nicht nachvollziehbar, meint Benjamin Pankow. Zudem stelle sich die Frage, ob mit einer Reduzierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Fertigung um rund 40 Prozent nicht irgendwann eine für die Rentabilität des Standortes kritische Größe unterschritten sei.

Der Erste Bevollmächtige der IG Metall erwartet bis zum nächsten Treffen Anfang Februar Fakten, Prognosen, Investitionszusagen und Strategien zur Erschließung neuer Märkte für die Produkte made in Bocholt. Zudem machte er nach eigenem Bekunden von Beginn an klar, dass für einen Stellenabbau seitens des Unternehmens freiwillig alle Möglichkeiten der Sozialverträglichkeit ausgeschöpft werden müssten. 

  1. Autoneum ist ein globaler Zulieferer der Automobilindustrie und hat bestimmt darauf gewartet, einem Besserwisser aus einer defizitiären Tochter in einem Land der Abwicklung von industriellen Produktionen Rede und Antwort zu stehen. Jetzt ist Optimismus und Anpassung an Märkte gefragt und nicht die Verbreitung von Weltuntergangsprognosen. Heutzutage wird Geld mit Know-how und Marktkenntnis gemacht und nicht mit noch so vielen und billigen Arbeitskräften in subventionierten Fabriken.

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