BBV-Wahlgespräch: Brauhaus-Streit macht müde Kandidaten munter

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Bocholt.News BBV-Wahlgespräch mit Peter Nebelo und Heinrich Welsing

Alle wirkten ein wenig müde und schlapp. Vielleicht lag es an den subtropischen klimatischen Verhältnissen in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula des Euregio-Gymnasiums. Wahrscheinlicher aber ist, dass die zeitweise nur geringen Meinungsunterschiede zwischen den Bürgermeisterkandidaten Peter Nebelo und Heinrich Welsing das BBV-Wahlgespräch oft träge dahinplätschern ließ. Die Moderatoren Volker Morgenbrod und Ludwig van der Linde mühten sich redlich, das Duell lebhafter zu gestalten. Das gelang aber erst gegen Ende, als Peter Nebelo mit Blick auf das Brauhaus und die Verschuldung klar andere Standpunkte vertrat  als sein Herausforderer.

Heinrich Welsing blieb von Beginn an bei seiner Strategie. Er sei der bessere Mann an der Spitze einer Verwaltung, meinte er. Man müsse die Menschen führen und mitnehmen, so der CDU-Kandidat. In welche Richtung und zu welchem Ziel er sie führen möchte, ließ er derweil offen. Auch in anderen Fragen zog sich Welsing oft auf den Standpunkt seiner Partei zurück.

Schon beim ersten Themenkomplex „KuBAaI“ offenbarte sich, dass beide Kandidaten ähnliche Ziele verfolgten. Beide zeigten sich optimistisch, dass die städtische Finanzbeteiligung in Höhe von 12,7 Millionen Euro gehalten werden, auch wenn Peter Nebelo ein „Na ja“ anhängte. Bei einem Projekt von so langer Dauer wisse man nie genau was komme. Insofern seien bei Planung und auch Finanzierung Flexibilität bei gleichzeitig genauer Kontrolle gefragt. Notfalls müsse man das ein oder andere Teilprojekt eben streichen oder später realisieren, so Nebelo.

Eine ähnliche Meinung vertrat Nebelo beim Thema Schuldendeckel. Die Not der Flüchtlinge und andere dringende Problemstellungen verlangten im Einzelfall ein Überdenken der starren Haltung. „Wir dürfen die Entwicklung Bocholts nicht gefährden“ so der Ratsvorsitzende. Und bei derzeit 0,1 Prozent Zinsen seien Schulden auch finanzierbar. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, so Nebelo. Heinrich Welsing hingegen hielt am strikten Sparkurs fest. Käme an einer Stelle mehr dazu, müsse an anderer gestrichen werden, so der Unionspolitiker. Was dabei dem Rotstift zum Opfer fallen soll, ließ er offen.

Unterschiedlich auch die Meinungen beim Thema Brauhaus. Heinrich Welsing begründete die Absage der Union an Investor Theissen mit der offen Frage, was mit dem Gebäude in 30 Jahren geschehe. Er setzt auf die von der Stadtsparkasse initiierte Stiftungslösung. Peter Nebelo hingegen sprach von „einer verpassten Chance“.

Die Reihe der Wahlgespräche wird heute fortgesetzt. Dann hat der Unternehmerverband seine Mitglieder zu einer Duell der beiden Kandidaten geladen. Derweil wird im Internet bereits heftig diskutiert. Bocholt.News hat eine Umfrage online gestellt. Die Frage „Wer wird am 13. September Bocholter Bürgermeister?“ haben zur Zeit (Stand 1.9.2015, 9:42 Uhr) 167 User beantwortet. 105 Stimmen entfielen auf Heinrich Welsing, 62 auf Peter Nebelo.

BERTHOLD BLESENKEMPER

 

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