Bocholter Elterninitiative fordert die Abschaffung von Bekenntnisschulen

Von BIANCA MÜMKEN (Text und Foto)Mehrere Eltern aus Bocholt haben unlängst eine Elterninitiative  gegründet und sind verärgert.
Grund für den Ärger ist die Tatsache, dass mehrere nicht-katholische Kinder an Grundschulen in Bocholt wegen Platzmangels abgelehnt wurden. Die Mussumerin Sarah Melis ist eine der betroffenen Mütter. Ihr Sohn Samuel wurde im Januar an der Kreuzschule Mussum abgelehnt, weil er nicht katholisch ist. Die gleichen Erfahrungen haben auch viele andere Bocholter Eltern gemacht und sind ebenfalls verärgert.
Das Anmeldeverfahren für die Grundschulen hatte im Januar für Ärger gesorgt, als erstmals in Bocholt viele Kinder eine Absage von ihrer Wunschschule bekommen hatten. Das betraf 16 Kinder an der Kreuzschule Mussum und 9 Kinder an der Liebfrauenschule in Stenern, weil es dort zu viele Anmeldungen gegeben hatte. Beide Grundschulen sind städtisch, allerdings auch katholische Bekenntnisschulen. Das Gesetz sieht in Nordrhein-Westfalen vor, dass an katholischen Bekenntnisschulen bei zu vielen Anmeldungen die Kinder mit katholischem Bekenntnis vorzuziehen sind.
Sarah Melis hält diese Vorgehensweise für diskriminierend. Auf Nachfrage von Made in Bocholt berichtet die Mutter ,,Im vergangenen Jahr haben wir versucht, durch eine Petition an den Landtag, die mittlerweile beendet wurde, gesetzlich etwas zu ändern. Aber leider ohne Erfolg.“ Auch der Versuch, den Elternwillen von Seiten der Stadt abzufragen, scheiterte am Widerstand der CDU im Rat. Das sei nicht Sache der Politik, so die Begründung der Union damals.
Nun kann eine Elternwahl an den Schulen aber nicht nur von der Stadt gestartet werden, sondern auch wenn zehn Prozent der Eltern der jeweiligen Schule dies beantragen. “Den wenigsten ist aber bekannt, dass die Eltern dieses ändern können. Weder die Schulleitung, noch der Schulträger hat Mitspracherecht. Daher möchten wir viele Eltern ermutigen, aktiv zu werden, und einen Antrag zu stellen, damit die Wahl stattfinden kann. So lange keine Wahl stattfindet, fällt es mir schwer, das Bekenntnis an den Schulen als Elternwillen zu sehen“, berichtet die Bocholterin weiter.
,,Im vergangenen Jahr haben wir erfahren, wie diskriminierend es ist, wenn die Schulleitung anruft und mitteilt, dass unser Sohn nicht zusammen mit seinen Kindergartenfreunden zur wohnortnahen Schule gehen kann, weil er evangelisch ist, obwohl unser ältester Sohns dort zur Schule ging. Im Grundgesetz steht: keiner darf wegen seiner Religion benachteiligt werden, aber an öffentlichen Schulen dürfen Kinder aus religiösen Gründen abgelehnt werden??? Wenn die Schule in katholischer Trägerschaft ist, könnte ich es noch nachvollziehen.“ Die Bocholterin fühlt sich regelrecht ausgegrenzt und ist verärgert.

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Sarah Melis steht für Fragen zum Thema per E-Mail zur Verfügung unter: bocholt@kurzebeinekurzewege.de.

Zur Info: Als Konfessionsschule oder Bekenntnisschule wird in Deutschland eine Schule bezeichnet, in der Schüler nach den Grundsätzen eines christlichen Bekenntnisses unterrichtet werden. In Bekenntnisschulen ist die Teilnahme am Religionsunterricht in der Regel verbindlich.

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    Leider wurde das mit der Petition falsch verstanden. Diese ist im letzten Jahr gelaufen und Unterschriftenlisten haben wir auch nicht.
    Wir möchten aber Eltern in Bocholt motivieren, Ihre Unterschrift auf einem Antrag für eine Umwandlung Ihrer Schule abzugeben. Nur wenn bis zum 01.02. genügend Anträge vorliegen, kann eine Wahl an der jeweiligen Schule einberufen werden. Wer einen Antrag benötigt, kann mir gerne eine kurze Mail mit Angabe der Schule senden, dann bekommt er diesen zugeschickt: bocholt@kurzebeinekurzewege.de
    Viele Grüße Sarah Melis

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