Brinkmann folgt Henneken: FDP-Vorsitzender tritt zurück und verlässt Partei

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Nur einen Tag nach dem überraschenden Parteiaustritt von FDP-Ratsmitglied Burkhard Henneken hat jetzt auch der langjährige Vorsitzende des Bocholter Ortsverbandes, Sebastian Brinkmann, seinen Rücktritt erklärt und die Liberalen nach zehn Jahren verlassen. In einer persönlichen Erklärung begründet Brinkmann seinen Schritt mit tiefgreifenden innerparteilichen Konflikten, die sich seit rund einem Jahr zugespitzt hätten. Ausgehend von Streitigkeiten um Listenaufstellungen habe sich ein anhaltender Richtungsstreit entwickelt, der das Klima im Ortsverband zunehmend belastet habe. Eine kleinere Gruppe von Mitgliedern habe dabei durch persönliche Angriffe, Störmanöver im Wahlkampf sowie Versuche der Diskreditierung politischer Akteure das Miteinander erheblich beschädigt.
Kritisch sieht Brinkmann insbesondere den Umgang mit internen Informationen, die wiederholt nach außen getragen worden seien, sowie eine aus seiner Sicht mangelnde Geschlossenheit innerhalb der Partei. Leidtragender dieser Entwicklung sei auch Bürgermeister Christian Mangen, dessen Arbeit dadurch erschwert werde.
Brinkmann betont, dass sich seine Entscheidung nicht gegen die politischen Ziele der FDP richte, sondern gegen das Verhalten einzelner Akteure im Ortsverband. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr möglich gewesen. Zugleich warnt er vor weiteren Austritten: Bereits jetzt sei absehbar, dass die Mitgliederzahl der FDP in Bocholt deutlich zurückgehen werde. Neben ihm hätten unter anderem die ehemalige Vorsitzende der Jungen Liberalen, Ronya Termath, sowie der langjährige Fraktionsvorsitzende Burkhard Hennenkenihren Abschied angekündigt oder bereits vollzogen.
Der Schritt falle ihm persönlich schwer, so Brinkmann, der seine politische Arbeit stets als ehrenamtliches Engagement mit Leidenschaft verstanden habe. Unter den aktuellen Umständen sei diese jedoch zunehmend zur Belastung geworden. Eine konstruktive politische Arbeit auf Basis von Vertrauen und gemeinsamen Zielen sehe er nicht mehr gegeben.
