Bürgermeister holt Bocholter CDU-Chef Kwiatkowski in den Verwaltungs-Stab



Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Bürgermeister Thomas Kerkhoff holt den Bocholter CDU-Chef Lukas Kwiatkowski zu sich ins Rathaus. Der Parteifreund wird beim Ersten Stadtrat Thomas Waschki die neu geschaffene Stabsstelle „Soziale Planung und Quartiersentwicklung“ übernehmen. Die gleiche Aufgabe hat er momentan im Sozialamt. „Eine Interessenkollision zwischen Verwaltungsführung und der ehrenamtlich wahrgenommenen Parteiarbeit eines Mitarbeiters der Stabsstelle besteht aus Sicht der Verwaltung nicht“, heißt es auf entsprechende Anfrage von Made in Bocholt.

Hintergrund der Personalveränderung: Zur Unterstützung des Verwaltungsvorstandes bei Fragen zur sozialräumlichen Stadtentwicklung wird im Dezernat des scheidenden Ersten Stadtrates eine dreiköpfige Stabsstelle eingerichtet. Organisatorisch werden dazu die Stelle von Kwiatkowski und die „Abgeschottete Statistikstelle“, die derzeit im Dezernat des Bürgermeisters ansässig ist, zusammengeführt. „Das bedeutet: Es werden keine neuen Stellen geschaffen. Es handelt sich allein um eine organisatorische Änderung, die für die betroffenen Mitarbeiter und die betroffene Mitarbeiterin nicht mit einer Vergütungsänderung einhergeht“, heißt es gegenüber unserer Onlinezeitung.

Schon 2019, als Kwiatkowski zunächst von der 100-prozentigen städtischenTochtergesellschaft EWIBO zur Stadtverwaltung „ausgeliehen“ worden war und Ende 2021 dann dort übernommen wurde, hatte das für Schlagzeilen gesorgt. Grund: Die Koordinierungsstelle im Sozialamt war nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern im Rahmen einer so genannten In-House-Vergabe mit dem CDU-Chef besetzt worden. Begründet wurde das damals mit der Tatasche, dass die EWIBO große Erfahrungen im Bereich der Quartiersentwicklung gesammelt hatte.  „Bei der Auswahl spielten allein die berufliche Qualifikation und die Kompetenz des Bewerbers eine Rolle“, erklärt Bürgermeister Thomas Kerkhoff heute. Auch betont er, dass ihm Kwiatkowski künftig nicht unterstellt ist.

  1. Paulchen Panter says:

    Hm, wo leben wir hier eigentlich? Offensichtlich in einer Stadt, in der Compliance ein Fremdwort ist.
    Bei einer ähnlichen Situation auf staatlicher Ebene redet man von einer Bananenrepublik. Befinden wir uns also in einer Bananenkommune?
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt!!

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