Campingplatz, Ferienpark, Hotel: Winterswijker setzen konsequent auf 5-Sterne-Tourismus 



Hallenbad, Sauna, zwei Außenbecken, ein Fitnessstudio, Shops, Restaurants, Kegelbahnen und, und, und: Der 5-Sterne-Ferienpark „De Twee Bruggen“ in Winterswik-Miste wirkt wie eine eigene Stadt in der Stadt. Tausende Besucher aus ganz Europa buchen hier jährlich Bungalows, Chalets und Lodge-Zelte oder reisen mit eigenem Wohnmobil oder Campingwagen an. Währenddessen planen Hendrik-Jan Mensink und sein Team bereits weiter. Nächstes Jahr soll die 200 Hektar große Anlage um ein eigenes Hotel mit 160 Betten erweitert werden. Zudem hat der Unternehmen den benachbarten Slingeplas-See gepachtet und plant dort Außenaktivitäten. Da staunten vor allem die deutschen Mitglieder des  Beratungsausschusses zwischen der Stadt Bocholt und der Gemeinde Aalten während einer Besichtigung nicht schlecht. „Das wäre bei uns planungsrechtlich im Außengebiet alles nicht möglich“, so ihr ernüchterndes Fazit.

Die Familie Mensink baute 1968 ihren Bauernhof zu einem Campingplatz aus und erweiterte ihn im Laufe der Jahre Stück für Stück. Kamen die Gäste zunächst hauptsächlich aus Deutschland und hier vor allem aus dem Ruhrgebiet, so ist der Publikum inzwischen international. Aus Belgien, England, Schottland, den skandinavischen Ländern und selbst aus Spanien zieht es Feriengäste an die deutsch-niederländische Grenze. Möglich macht es unter anderem eine Zusammenarbeit mit zwei große internationalen Camping-Plattformen.

Gleichzeitig setzten die Winterswijker konsequent auf Qualität. „Unser Sanitäranlagen sind so gut, dass manchmal heimlich ein paar Bredevoorter hierherkommen, um zu duschen“, begann Mitarbeiter Jaap Oberink seine Präsentation vor dem Beratungsausschuss mit einer Anekdote. Dann leitete er zu den Zukunftsplänen das Ferienparks über. Man habe festgestellt, dass es im Achterhoek einen spürbaren Mangel an Hotelbetten gebe, erklärte er. Oft müssten Gäste der großen Festivals in der Region bis nach Bocholt ausweichen. Entsprechend großes Potenzial sehen die Betreiber des Ferienparks „De Twee Bruggen“in einem eigenen Hotel. Es soll der bestehenden Anlage angegliedert werden.

Nach Bocholt kämen die Gäste dann später nur noch im Rahmen von Radtouren oder Ausflügen. Ziele sind überwiegend das Textilmuseum und die City mit ihren Geschäften. „Vor allem die Belgier lieben es, wenn sie während ihres Urlaubs bei uns schnell noch ein anderes Land besuchen können“, verriet Jaap Oberink.

Noch nicht ganz ausgereift scheinen indes die Pläne mit den angepachteten, nur rund einen Kilometer entfernten, auch von vielen Bocholtern genutzten Erholungsgebiet De Slingeplas in Bredevoort zu. Wie der Aasee hier wird auch das Gewässer dort seit Jahren immer wieder von Blaualgen heimgesucht. Und auch die Niederländer haben offenbar noch keinen Reim darauf. Eines steht aber schon fest. Der See wird weiter öffentlich zugänglich sein, beruhigte Jaap Oberink auf Nachfrage die Lokalpolitiker und Gäste aus beiden Ländern.

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