Oktober 23, 2021

“Carpe Diem” erfüllt Herzenswunsch eines schwerkranken Ehepaares aus Reken

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Reken/Kreis Borken (drk-press). „Carpe Diem“ – das steht für: „Erlebe denen Traum.“ Claudia Rave (53) und Hermann Bruns (79) aus Reken haben diesen Traum tatsächlich erlebt: Die beiden sind schwerkrank und haben das Musical Starlight Express in Bochum besucht. „Das war wirklich unser Lebenstraum. Dass der in Erfüllung ging, hätte ich mein Lebtag nicht gedacht.“ Das Rote Kreuz im Kreis Borken ermöglichte die Fahrt laut DRK-Pressedienst mit dem Rotkreuzmobil, einem Spezialfahrzeug.
Claudia Rave und ihr Lebenspartner Hermann Bruns leben seit einigen Jahren in Reken. Sie sitzt seit 35 Jahren im Rollstuhl. Im jugendlichen Alter von 15 Jahren erhielt die geborener Ramsdorferin die vernichtende Diagnose: MS, multiple Sklerose (neurologische Krankheit des zentralen Nervensystems). „Ich muss damit klarkommen. Akzeptiert habe ich die Krankheit nie, aber ich kann sie verstehen.“ Als Näherin konnte sie in jungen Jahren noch arbeiten. Danach nicht mehr.

Hermann Bruns leidet an Copd, einer chronischen Lungenkrankheit. Tagsüber schließt er sich immer wieder an ein Sauerstoffgerät an, nachts sowieso. Er ist herzkrank, erhielt einen Herzschrittmacher. „Vor der Operation war ich alle zwei Wochen im Borkener Krankenhaus. Jetzt ist es besser geworden“, sagt der Rekener. Er arbeitete lange als Zimmerer in Kleve, wurde später Berufskraftfahrer und Kunstglaser. Kennengelernt haben sich die beiden im Anholter St.-Augusta-Hospital, das sich auf MS-Krankheiten spezialisiert hat ­– und über Deutschlands Grenzen hinaus einen exzellenten Ruf genießt.

Claudia Rave und Hermann Bruns leben ihr Leben – mit ständigem Kampf für die Gesundheit. Aufgeben würden sie nie. Sie werden von der Caritas betreut, und Pflegemitarbeiterinnen hatten von Carpe Diem gehört. Klaudia Tiemeshen vom Ambulanten Hospizdienst in Borken verständigte sich mit Jürgen Rave vom Roten Kreuz, das das Projekt Carpe Diem vor einiger Zeit ins Leben gerufen hatte.

„Die Schauspieler haben uns im Vorbeifahren abgeklatscht – einmalig“

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Dann ging alles ganz schnell. Es wurde ein Termin gefunden fürs Musical, das in Bochum spielt. Bruns‘ Tochter Beate konnte im Rotkreuzmobil als Betreuerin mitfahren. Der 79-Jährige erzählt: „Busfahrer Franz-Josef Albersmann war hervorragend, sowas von nett. Wir sind mit unseren Rollstühlen bis vor die Bühne gefahren worden und waren mittendrin im Geschehen. Einfach einmalig.“ Und Claudia Rave sagt: „Das werde ich nie vergessen. Das muss man erleben. Zweieinhalb Stunden hat die Show mit einer halbstündigen Unterbrechung gedauert. Und wir saßen in der ersten Reihe. Die Schauspieler haben uns persönlich die Hände gereicht, und alle haben uns auf ihren Rollschuhen im Vorbeifahren abgeklatscht. Sie haben sich sogar bei uns bedankt statt umgekehrt – ich weiß nicht, warum. Ein unbeschreibliches Gefühl.“

Für Claudia Rave und Hermann Bruns ist mit dem Musical-Besuch über Carpe Diem „ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Daran hatten wir im Traum nicht gedacht. Ich hatte Kurzfilme im Fernsehen gesehen. Als das Rote Kreuz später anrief und sagte, dass wir fahren würden – ich konnte das einfach nicht glauben. Und wir mussten keinen Cent bezahlen. Ein großer, großer Dank an alle, die das möglich gemacht haben.“

Jürgen Rave: „Schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen ein wenig Last von den Schultern nehmen“

Jürgen Rave, Leiter Rettungsdienst und beim Roten Kreuz im Kreis Borken auch zuständig für den „Lebenstraum“ Carpe Diem, sagt zu dem Hilfsprojekt: „Wir möchten schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen ein wenig Last von den Schultern nehmen und Erinnerungen mit auf ihren schweren Weg geben. Mit unserem Carpe Diem möchten wir Träume erlebbar machen. Wir ermöglichen, planen und begleiten die Träume unserer Fahrgäste, so wie wir das auch für Claudia Rave und Hermann Bruns getan haben. Und es freut mich, dass die beiden solch ein schönes Erlebnis beim Starlight Express hatten.“

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