CDU-Antrag: Ein Pflegekoordinator für Bocholt

Die Pflegesituation in Bocholt gibt Anlass zur Sorge. Dies stellt die
CDU-Fraktion in einem Antrag für die kommende Ratssitzung am 9. Oktober
fest. Immer mehr Menschen würden in Zukunft pflegebedürftig sein. Dagegen
würden jedoch immer weniger Menschen da sein, um sie zu pflegen, schreibt
die CDU-Stadtverordnete Gudrun Koppers in ihrem Antrag. Um dieser
Entwicklung entgegenzuwirken, beantragt die CDU einen Pflegekoordinator für
Bocholt, der stärker für den Pflegeberuf wirbt und Synergieeffekte schafft.

„Die Idee für einen Pflegekoordinator kam im Trendshop Gesundheit auf“,
erklärt Gudrun Koppers. Dieser ist einer von fünf Trendshops der
Trend-WerkStadt #fürbocholt, die Mitte dieses Jahres ihren Abschluss fand.
Unter der Leitung von Adi Lang und Herbert Mäteling beschäftigten sich die
Bürgerinnen und Bürger im Trendshop Gesundheit und demografischer Wandel
unter anderem mit der Problematik der fehlenden Pflegekräfte. Gudrun
Koppers: „Den Vorschlag der Bocholterinnen und Bocholter, einen
Pflegekoordinator einzusetzen, um stärker für den Pflegeberuf zu werben und
Synergieeffekte zu nutzen, halte ich genau für den richtigen Ansatz.“

Adi Lang, Leiter des Trendshops, zeigt die Problematik deutlich auf: „Die
Pflegebedarfsplanung für Bocholt, Isselburg und Rhede besagt, dass die
Anzahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2027 um 14,5 Prozent auf circa
4.870 Personen ansteigt. Es besteht jedoch heute schon ein erheblicher
Bedarf an Pflegekräften!“ Um den gesteigerten Bedarf bewältigen zu können,
seien bis 2020 circa 2.360 Pflegekräfte erforderlich, so Lang.

Bereits heute gibt es in Bocholt verschiedene Ansätze, um das Image des
Pflegeberufs zu erhöhen und mehr Nachwuchs zu finden. Die
CDU-Stadtverordnete Koppers stellt fest: „Wir als CDU halten die Idee der
Bürger für richtig, dass die verschiedensten Aktivitäten in Sachen Pflege
und die damit verbundenen Schnittstellen künftig vom Fachbereich Soziales
bei der Stadt Bocholt gebündelt und gemanagt werden. Mithilfe der dort
vorhandenen Kompetenz kann so das Synergiepotenzial in der Pflege
ausgeschöpft werden.“

Die Bürgerinnen und Bürger haben im Trendshop Gesundheit bereits konkrete
Ansätze entwickelt, um den Pflegeberuf zu stärken. Ein Vorschlag ist, den
Pflegeberufsschülern kostengünstigen oder kostenfreien Wohnraum zur
Verfügung zu stellen. „Der Pflegekoordinator müsste hierfür ermitteln,
welche Zuschüsse für Wohnung und Ausbildung von der Stadt Bocholt gewährt
werden können“, fordert Trendshopleiter Adi Lang. Des Weiteren sollte der
Pflegekoordinator, nach den Vorstellungen der Bocholterinnen und Bocholter
im Trendshop, durch verschiedene Aktionen für die Anerkennung des
Pflegeberufes an den Bocholter Schulen werben.

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