Dan Rosenfeld auf der Spur seiner Urgroßeltern

Dan Rosenfeld auf der Spur seiner Urgroßeltern
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Dan Rosenfeld ist der Urenkel von Greta Meier (geb. Löwenstein), einer ehemaligen Bocholter Bürgerin, die dem jüdischen Glauben angehörte. Dan Rosenfeld war vom 4. bis 7. August 2019 zu Gast in der Stadt Bocholt. Mit diesem Besuch erhoffte sich Dan Rosenfeld seinen deutschen Wurzeln näher zu kommen. Gleichzeitig wollte er die Heimatstadt seiner Familie kennenlernen. Für Dan Rosenfeld war es der erste Besuch in Bocholt und laut seinen Aussagen auch nicht letzte.

Den Kontakt zu Bocholt hatte sein Onkel Ron B. Meier gelegt. Meier besuchte mit seiner Frau im vergangen Jahr die Stadt Bocholt, um sich hier ebenfalls auf die Spur seiner Vorfahren zu begeben.

Auf den Spuren der eigenen Familie

Zusammen mit Karl Gerd Gessner, Petra Taubach, Josef Niebur, Hermann Oechtering und Henrike de Vries folgte Dan Rosenfeld den Spuren seiner Familie. Zunächst stand eine Rundfahrt mit dem Auto an den verschiedenen interessanten Stellen jüdischen Lebens in Bocholt auf dem Programm. Die Gruppe fuhr zu den Judenhäusern in der Bahnhof- und in der Schwartzstraße. Von dort aus ging es zum jüdischen Friedhof und zu dem Denkmal im Stadtwald. Mit Fotos aus der damaligen Zeit, die in der Zeitschrift „Unser Bocholt“ erschienen waren, gelangt es Dan Rosenfeld sich alles vorzustellen.

Stadtrundgang in Bocholt

Bei einem Stadtrundgang besuchte die Gruppe den Ort der ehemaligen Synagoge. Hier erklärten Josef Niebur und Hermann Oechtering z. B. die Ereignisse in der Reichsprogromnacht. Danach besuchten sie den damaligen Wohnort und die Geschäftsstelle der Familie in der Nord- und Osterstraße. Hier befinden sich auch die Stolpersteine der Urgroßeltern Bertolt und Martha Löwenstein. Am Bertolt-Löwenstein-Platz vorbei ging es zum Historischen Rathaus, wo die Gruppe abschließend bei schönen Sommerwetter ein Eis genoss.

Geschichte ist grenzüberschreitend

Am 6. August 2019 stand der Besuch im Aaltener nationalen Untertauch-Museum stand auf dem Programm. Hier zeigte sich Dan Rosenfeld beeindruckt, wie die niederländischen Nachbarn Verfolgte auf kleinstem Raum und unter den Augen des damaligen Ortskommandanten versteckte. Nach der Führung im Museum gab es eine Führung durch die Synagoge von Aalten. Diese ist immer noch als Gotteshaus geweiht, auch wenn es derzeit nicht genug Männer gibt, die aktiv den jüdischen Glauben praktizieren. Verwundert stellte Rosenfeld bei diesem Besuch fest, dass Männer und Frauen in der Synagoge getrennt saßen. Dieses ist ihm aus seiner amerikanischen Heimat Nederlands in Colorado (USA) nicht bekannt.

Besuch bei der Freundin der Großmutter

Der dreitägige Besuch in Bocholt beschloss Dan Rosenfeld mit einer Stippvisite bei der Freundin seiner Großmutter. Paula Ebbert erzählte ihm vom damaligen Leben und ihren Kontakten zur Familie Löwenstein. Im Anschluss fuhr der amerikanische Gast nach Frankfurt, um von dort die Weiterreise nach Israel anzutreten. Auch dort wird er sich auf Spurensuche seiner Familie begeben.

Foto: Begrüßung des Amerikaners Dan Rosenfeld (2. v.r.) durch Herrmann Oechtering, Karl Gerd Geßner und Petra Taubach (v.l.n.r) – Foto: Stadt Bocholt, Henrike de Vries

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