August 8, 2022

Den Rettern über die Schultern geschau t

I.S.A.R. Germany (International Search-and-Rescue, übersetzt: internationale Suche und Rettung) mit seinen fünf festen und rund 170 ehrenamtlichen Mitarbeitern gehört zu den schlagkräftigsten deutschen Hilfsorganisationen im Katastrophenfall. Um sich ein Bild von der spannenden Arbeit der Rettungskräfte zu machen, besuchten jetzt Mitglieder des Unternehmerverbandes aus Duisburg, Mülheim an Ruhr, Oberhausen, dem Kreis Wesel und dem Kreis Kleve das Trainingsgelände der Organisation auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Weeze (Kreis Kleve). „Wir wollen natürlich auch ein bisschen Werbung für die tolle ehrenamtliche Arbeit von I.S.A.R. machen. I.S.A.R. lebt ausschließlich von Ehrenamt und Spendengeldern“, betont Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation beim Unternehmerverband und Organisator des Unternehmertreffens.

Wenn es zu einem großen Unglück wie einem Erdbeben kommt, sind rund 70 ehrenamtliche I.S.A.R.-Helfer innerhalb von nur sechs Stunden abflugbereit. Mit im Gepäck sind dann rund sieben Tonnen Material – eben alles, was man für einen Hilfseinsatz in einem Katastrophengebiet braucht: Decken, Zelte, Medizin, ein mobiler OP und Kommunikationsgeräte.

Ihre Auslandseinsätze führte die I.S.A.R.-Helfer in alle Erdteile: Zum Beispiel in das größte Flüchtlingslager der Welt „Dadaab“ nach Kenia, um gegen eine Hungerkatastrophe zu kämpfen. I.S.A.R. war aber auch nach der Erdbeben-Katastrophe in Haiti zur Stelle, um Menschen aus den Trümmern zu befreien. Und selbstverständlich half man nach der Tsunami-Welle im thailändischen Phuket bei der Suche nach Vermissten.

I.S.A.R. wurde 2003 in Duisburg gegründet, wo sie bis heute ihren Sitz hat und auch Mitglied im Unternehmerverband ist. Eine der Gründerinnen ist Dr. Daniela Lesmeister. Sie ist heute Präsidentin der Organisation. 2015 wurde Lesmeister für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das sie damals stellvertretend für ihre Organisation entgegennahm, wie sie betonte. Lesmeister ist in ihrem Hauptberuf Beigeordnete für Recht und Ordnung der Stadt Duisburg.

I.S.A.R. ist ein Zusammenschluss aus Spezialisten verschiedener Hilfsorganisationen und dem Bundesverband Rettungshunde e. V. Aktuell kooperiert I.S.A.R. zudem mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Gemeinsam erprobt man den Einsatz von modernster Drohnen-Technologie in Katastrophengebieten. Ziel auch dieser Zusammenarbeit ist es, noch schneller und effektiver am Einsatzort zu operieren.

Die Hilfsorganisation ist eine von nur zwei Einheiten in Deutschland, die durch die Vereinten Nationen (UN) zertifiziert ist. Auf dem ehemaligen Militärflughafen in Weeze trainiert I.S.A.R für ihre Einsätze. Dort werden Katastrophenlagen simuliert. Im Fokus steht dabei insbesondere eine Herausforderung, wie Lesmeister betont: „Wir versuchen die Retter und Helfer von I.S.A.R. bestmöglich auf den Ernstfall vorzubereiten. Unser Team muss in der Lage sein, unter größtem Druck schnelle Entscheidungen zu treffen.“

Die anwesenden Unternehmer zeigten sich beeindruckt von den logistischen Meisterleistungen, zu denen I.S.A.R. in kürzester Zeit in der Lage ist. Dass die Helfer sich in Katastrophengebieten trotz aller Übungen und Sicherheitsvorkehrungen persönlich in Gefahr bringen, um Leben zu retten, habe große Achtung verdient, betont Matthias Heidmeier vom Unternehmerverband. Die Unternehmer hätten beim Besuch der Hilfsorganisation zudem eine ganze Menge für ihre eigene Arbeit mitgenommen. Nicht zuletzt sei die Frage, wie man ehrenamtliche Mitarbeiter in Kriseneinsätzen führt, für alle Beteiligten spannend gewesen. I.S.A.R. bietet hierzu Führungskräfteseminare für interessierte Unternehmen an.

Bildunterschrift: Keine Erdbeben- oder Flut-Katastrophe, sondern Simulation: Mitglieder des Unternehmverbandes schauten sich auf dem ehemaligen Militärflughafen in Weeze um, wo die Organisation I.S.A.R. für seine weltweiten Katastropheneinsätze trainiert. (Foto: Unternehmerverband)

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