Deutsche Firmen mit dem Rücken zur Grenze – WFG stellt neue Niederlande-Strategie vor

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Die Niederlande sind für die Unternehmen in NRW der wichtigste Wirtschafts- und Handelspartner. Gleichwohl fällt es deutschen Firmen nach wie vor sehr schwer, dort Fuß zu fassen. Unlängst erst scheiterte die Bocholter Wirtschaftsförderung mit einem grenzüberschreitenden Netzwerkbüro, Das musste 2023 seine Arbeit einstellen, weil die Kommunen kein Geld mehr zuschießen wollten. Jetzt versucht es die Wirtschaftsförderung für den Kreises Borken. Deren Chef Dr. Daniel Schultewolter stellte heute Abend im zuständigen Bocholter Fachausschuss die dafür notwendige Strategie vor.

Auch wenn die Grenze politisch so gut wie nicht mehr vorhanden sei, geben es immer noch zahlreiche Unterschiede auf beiden Seiten. „Die Niederländer waren immer schon eine Handels- und wir Deutsche eine Produktionsnation“, meinte  der Referent. Entsprechend verschieden seien auch die geschäftlichen Herangehensweisen, das Denken und die Kultur in den Betrieben. 

Hinzu kämen unterschiedliche Rechtsgrundlagen und technische Normen. Schultewolter führte das Beispiel eines Fensterbauers an, der in den Niederlanden Fuß fassen wollte. „Aber bei uns werden die Häuser gebaut und die Fensterausschnitte freigelassen, in den Niederlanden werden die Wände praktisch um die schon fertigen Fenster herumgemauert. Damit muss man erst mal zurechtkommen“, schilderte er.

Auch seien die Konjunkturwellen und die Innovationskraft in beiden Länden anders und es sei vielen niederländischen Firmen bereits mehrfach gelungen, erfolgreich an Ausschreibungen deutscher Kommunen teilzunehmen. Umgekehrt sei das nur höchst selten der Fall. hieß es.

Die WfG für den Kreises will dem anhaltendem Defizit an Wissen und Mut nun zunächst vor allem mehr Beratung und gezielte Information entgegensetzen. „Die Unternehmen dürfen nicht mit dem Rücken zur Grenze stehen bleiben, sondern benötigen den Rundumblick“, meinte er.  Für diese Thema will sein Büro in Ahaus jetzt sensibilisieren  und werben.

Unterstützung erhielt Dr. Daniel Schultewolter von Bocholts Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Man müsse bei diesem Thema weg von der Kleinteiligkeit und einfach größer denken, erklärte er. Und da habe die mit rund 20 Experten besetzte Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Ahaus nun mal weit mehr Möglichkeiten als die nur ein Viertel so große Mannschaft von Ludger Dieckhues in Bocholt. Dieckhues sagte denn auch zu, den Kollegen in Ahaus schnell und  unbürokratisch zu wollen.

Foto: Dr. Daniel Schultewolter heute Abend im Bocholter Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus

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