Elefantengras in der Asphaltproduktion – Dieser Landwirt in Laren baut es an

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Am 24. Juni treten beim nationalen Meisterschaften im Zeitfahren in Lochem Spezialisten auf einem Asphaltband gegeneinander an, das eine Besonderheit verbirgt: Es enthält Anteile von Miscanthus, auch als Elefantengras bekannt. Rennfahrer nehmen es kaum wahr, doch die Nutzung dieses schnell wachsenden Grases steht für ein nachhaltiges Umdenken im Straßenbau. Miscanthus ersetzt dabei das übliche, umweltschädliche Bitumen und bietet noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Landwirt Erik Langenkamp aus Laren baut seit 2022 Miscanthus giganteus an. Das imposante Ziergras erreicht Wuchshöhen von bis zu vier Metern und wird in seiner dritten Saison bereits auf verschiedene Weise genutzt. Langenkamp erklärt, dass Miscanthusstroh als Einstreu für Ställe dient, als Mulch zwischen Pflanzen das Unkraut unterdrückt und in Blumenerde Torf ersetzen kann. Fein zerkleinert ist es ideal als Streumaterial für Katzenklos sowie für Meerschweinchen oder Kaninchen. In Ländern wie England, Frankreich und Deutschland wird das Gras überwiegend als Biobrennstoff eingesetzt, außerdem findet es Verwendung in der Bauindustrie, etwa zur Herstellung von Platten oder als Dämmstoff. Sogar für die Befestigung von Deichen ist es geeignet.

Entscheidend für die Asphaltproduktion ist die enthaltene Lignin-Komponente. Lignin funktioniert als natürliches Bindemittel für Sand und Stein und kann das herkömmliche, aus Erdöl gewonnene Bitumen ersetzen. Versuche mit diesem nachhaltigen Material gibt es bereits, auch auf deutschen Straßen.

Während die Anbaufläche in den Niederlanden bislang überschaubar bleibt – im vergangenen Jahr waren es 1.300 Hektar, etwa 1.800 Fußballfelder – liegen Frankreich und Deutschland mit rund 12.000 Hektar deutlich vorn. Laut Marcel van de Peppel vom Unternehmen Miscancell, das sich auf die industrielle Verarbeitung von Miscanthus spezialisiert hat, ist das Wachstum der Anbauflächen jedoch beachtlich. Miscanthus werde in Europa besonders als Energiepflanze genutzt. Van de Peppel betont, das Gras diene längst nicht mehr nur als Brennstoff für Öfen, sondern liefern die Basis für Papierprodukte oder finde sogar Einsatz in der Kosmetikbranche. Jährlich wächst die Anbaufläche weltweit um circa 50 Prozent.

Langenkamp unterstreicht die nachhaltigen Vorteile: „Man pflanzt das Gras einmal und kann für 20 bis 25 Jahre ernten, ohne den Boden jedes Jahr neu bearbeiten oder Pestizide einsetzen zu müssen.“ Genau diese Aspekte machen Miscanthus zu einem zukunftsorientierten, nachhaltigen Rohstoff. Dennoch ist der Anbau für Landwirte noch nicht hochprofitabel. Zwar lassen sich mit Miscanthus vergleichbare Erträge wie mit Mais erzielen, doch für eine wirtschaftlich tragfähige Alternative müsste die Wertschöpfung steigen. Die Hoffnung bleibt, dass im Wechsel von ertragsschwächeren und -stärkeren Kulturen das Gras langfristig finanziell attraktiv wird.

Ganz konkret profitiert bereits die lokale Infrastruktur: Die Bremweg in Laren wurde kürzlich frisch mit „Grasfalt“ saniert – einer Asphaltmischung mit Miscanthus-Lignin. Das Ergebnis überzeugt Henk Oudenampsen von der lokalen Radgruppe. Das Fahrgefühl auf dem glatten Belag sei herausragend und stelle eine echte Verbesserung gegenüber dem alten, durch Baumwurzeln aufgebrochenen Streckenabschnitt dar, auf dem Stürze wegen der unebenen Oberfläche an der Tagesordnung waren.

Dass nun beim bevorstehenden NK Zeitfahren die Profis genau über dieses innovative Grasfalt rollen – vorbei an einem Landwirt, der den nachhaltigen Rohstoff direkt vor Ort anbaut – erfüllt die Region mit berechtigtem Stolz. Für die Menschen in Laren steht fest: Nachhaltige Innovationen beginnen vor der eigenen Haustür.

Quelle: Regio8

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