Fachkräftegewinnung im Nachbarland bietet Chancen

Bocholt. Etwa 45 deutsche und niederländische Unternehmen trafen sich am
Dienstagmorgen ab 7.30 Uhr auf Einladung des Internationalen Netzwerkbüros – dieses wird
von der Wirtschaftsförderung Bocholt und den Gemeinden Oude IJsselstreek und Aalten
unterhalten – zu einem Unternehmerfrühstück bei der Firma G. Elsinghorst Stahl und Technik
GmbH, Bocholt. Zunächst stellte GeschaÅNftsführer Hans-Christian vom Kolke das
Unternehmen vor und wies darauf hin, dass die Firma Elsinghorst auch niederländische
Wurzeln habe.
Unter dem Oberthema „Arbeiten ohne Grenzen“ schilderte Annick vom Kolke, Mitglied der
Geschäftsleitung der Firma Elsinghorst und zuständig für die Personalbeschaffung ihre
Erfahrungen bei der Gewinnung von niederländischen Arbeitskräften. Man beschäftige einige
niederländische Arbeitskräfte und bilde niederländische Nachwuchskräfte selber aus, und
zwar mit Erfolg. Bei der Akquise in den Niederlanden seien die landesspezifischen
Besonderheiten und Rekrutierungswege zu beachten – ihre niederländischen Auszubildenden
würden sie bei der Ansprache neuer junger Nachwuchskräfte mit hilfreichen Tipps
unterstützen.
Im Anschluss zeigte der niederländische Arbeitsmarktexperte Rigo van Raai anhand von
Arbeitsmarktauswertungen auf, dass es im Gebiet der Achterhoek ein erhebliches Potenzial
von Mitarbeitern gebe, die bereit seien, auch im grenznahen Gebiet auf deutscher Seite zu
arbeiten. Zum einen, weil diese ihre teilweise bis zu einstündige tägliche Anfahrtszeit gerne
reduzieren würden, zum anderen weil mehr als 7.000 Beschäftigte im NL-Grenzgebiet
angegeben hätten, gerne mehr Stunden arbeiten zu wollen und dafür auch einen
Arbeitsplatzwechsel in die hiesige deutsche Grenzregion in Betracht zu ziehen. Die Akquise
junger Nachwuchskräfte erfolge über die sozialen Medien: bei den 18 bis 25jährigen über
Snapchat, bei den 25 bis 40jährigen über Instagram und ansonsten über Facebook, LinkedIn,
Indeed und TalentCenter Achterhoek. Ferner ging er auf das NLKompetenzfeststellungsverfahren
„EVC“ ein, welches auf die individuellen Kompetenzen
jedes einzelnen Kandidaten setzt und weniger auf die im formalen Bildungsprozess
erworbenen Qualifikationen.
Erkennbar wurde, dass das Thema „Arbeiten ohne Grenzen“ große Bedeutung hat und es im
Grenzgebiet im Grunde einen gemeinsamen Arbeitsmarkt mit viel Potenzial gibt. Für die
anwesenden Unternehmer war es interessant zu erfahren, wie man das Thema Gewinnung
von NL-Fachkräften strategisch angeht und welche praktischen Erfahrungen die Firma
Elsinghorst damit bereits gemacht hat. Die Betriebsführung, die im Anschluss an das
Netzwerktreffen angeboten wurde, wurde von vielen Teilnehmern gerne wahrgenommen.
Weitere Infos zu den Dienstleistungen und Aktivitäten sowie Veranstaltungen des
Netzwerkbüros siehe: www.internationales-netzwerkbuero.de

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