Firma aus Willich versorgt demnächst Bocholts Schulkinder mit Mittagessen

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Bocholts Schulkinder bekommen ihr Mittagessen künftig von einem Unternehmen aus dem Kreis Viersen. Die Stadt hat den Auftrag für die Schulverpflegung an die Keppner GmbH mit Sitz in Willich vergeben. Der Vertrag wurde am 28. Mai 2026 unterzeichnet und gilt ab dem 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2030 und hat einen Wert von rund 2,1 Millionen Euro.
Das Unternehmen übernimmt die Zubereitung und Lieferung der Mahlzeiten in den Schulmensen im gesamten Stadtgebiet. Eingesetzt wird das sogenannte Cook-and-Chill-Verfahren: Das Essen wird frisch gekocht, schnell heruntergekühlt, geliefert und vor Ort wieder erhitzt. Ergänzend kommt das Cook-and-Hold-Verfahren zum Einsatz, bei dem fertige Speisen warmgehalten werden.
Der Auftragswert beläuft sich auf gut 2,1 Millionen Euro — etwas mehr als die ursprünglich geschätzten zwei Millionen Euro. Die Stadt hatte das Verfahren europaweit ausgeschrieben, weil der Auftragswert die gesetzlichen Schwellenwerte überschreitet.
Auffällig: Nur ein einziges Unternehmen hatte ein Angebot eingereicht. Mitbewerber gab es nicht. Das ist für eine europaweite Ausschreibung ungewöhnlich und wirft die Frage auf, ob die Anforderungen potenzielle Bieter abgeschreckt haben oder das Marktsegment schlicht wenig umkämpft ist. Die Vergabestelle hat das einzige Angebot geprüft und als zulässig bewertet.

Franz says:
Die Stadt Bocholt schreibt die Schulverpflegung europaweit aus und verkauft das am Ende vermutlich noch als großen Erfolg. Das Ergebnis ist: Ein Unternehmen aus Willich erhält den Zuschlag, und bei einer europaweiten Ausschreibung gibt genau ein einziger Anbieter ein Angebot ab. Das ist weniger Wettbewerb als eine Bewerbung mit Alleinunterhalterstatus.
Bocholt leistet sich einen Pleitehaushalt und predigt bei jeder Gelegenheit Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig kommt das Schulessen künftig aus dem Kreis Viersen. Aber vielleicht hat die Verwaltung ja bereits die neue Versorgungsroute über die berühmte Straße von Hornus nach Bocholt ins Navigationssystem eingepflegt. Wenn man schon jede Wiese retten und jeden Autofahrer erziehen will, dann dürfen ein paar zusätzliche Lieferkilometer offenbar nicht fehlen.
Noch bemerkenswerter ist, dass das Geld wieder außerhalb der Stadt ausgegeben wird. Statt lokale oder zumindest regionale Anbieter zu stärken, wandert die Wertschöpfung ab. Für eine Stadt, die angeblich jeden Euro umdrehen muss, wirkt das einmal mehr wie eine Entscheidung mit sehr eigener Logik.
Der eigentliche Höhepunkt kommt aber zum Schluss: Europaweite Ausschreibung, mehr als zwei Millionen Euro Auftragsvolumen und genau ein einziges Angebot. Da fragt man sich unweigerlich, ob ganz Europa kein Interesse hatte oder ob die Ausschreibung am Ende so gestaltet war, dass ohnehin nur ein Anbieter übrig blieb.
Vielleicht sollte Bocholt die Straße von Hornus gleich offiziell zur wichtigsten Versorgungsachse der Stadt erklären. Offenbar läuft darüber inzwischen mehr Zukunftsplanung als über gesunden Menschenverstand.
Bürgerstimme says:
In der Innenstadt gibt es noch genug Leerstände für neue Kantinen, und da die Verwaltung alles auf KI umgestellt hat, könnte man ausreichend Bedienstete zu Köchen umschulen, anstatt das Essen aus der Ferne anzuliefern.
RestaurantTester says:
Warum aus der Ferne?
In Bocholt gibt es doch Dönerbuden wie Sand am Meer. Deshalb sollte hier auch die Kaufkraft gestärkt werden, um das Innenstadtsterben zu vermeiden.