Flender appelliert an Bundesregierung und fordert mehr industrielle Gemeinschaftsforschung

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Gestern empfing Flender Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, an seinem Standort in Voerde. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Innovationskraft der deutschen Windenergie-Industrie und die Bedeutung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) für die deutsche Wirtschaft. Flender-CEO Andreas Evertz führte Staatssekretär Rouenhoff durch die Getriebemontage und präsentierte das neue Antriebskonzept REVO, das mit einer Drehmomentdichte von 300 Nm/kg einen neuen Maßstab in der Windenergie setzt. Der Besuch unterstreicht die Rolle von Unternehmen wie Flender als Innovationstreiber der Energiewende – und die Notwendigkeit verlässlicher Forschungsförderung für die Industrie.

Die industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), das zentrale Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für vorwettbewerbliche Forschung, wird auch von Flender als wichtiges Instrument der Forschungsförderung betrachtet. In der IGF schließen sich Unternehmen jeder Größe in gemeinnützigen Forschungsvereinigungen zusammen, um den Forschungsbedarf ihrer Branche zu definieren. Die öffentlichen Fördermittel fließen dabei zu 100 Prozent in die forschende Wissenschaft – an Universitäten und Forschungseinrichtungen – und adressieren exakt den Bedarf der Industrie. Der Wissenstransfer in die industrielle Praxis erfolgt schnell, diskriminierungsfrei und breitenwirksam.

Flender arbeitet im Rahmen von IGF-Projekten eng mit Universitäten und Forschungseinrichtungen an Grundlagenthemen wie innovativen Härteverfahren für Verzahnungen, der Weiterentwicklung von Gleitlagertechnologie und der Entwicklung neuer Generatoren mit deutlich reduziertem Einsatz seltener Erden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in Produktinnovationen wie REVO ein – ein Paradebeispiel dafür, wie IGF-geförderte Grundlagenforschung zu marktreifen Innovationen führt.

Allein im Maschinenbau sind über 800 Unternehmen mit rund 4.500 Expertinnen und Experten in den Forschungsvereinigungen des VDMA aktiv. Leider können jedoch rund 30 Prozent der durch die Industrie initiierten und positiv begutachteten Vorhaben mangels staatlicher Fördermittel nicht umgesetzt werden – vorhandenes Innovationspotenzial geht verloren. Der VDMA beziffert den notwendigen Mittelaufwuchs von derzeit rund 180 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro.

„Der Standort Voerde ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie erfolgreich industrielle Gemeinschaftsforschung wirkt“, betonte Evertz. „Technologien, die in Zusammenarbeit mit Universitäten im Rahmen von IGF-Projekten entstanden sind, stecken heute in REVO – unserem leistungsstärksten Antriebskonzept. Dieses Programm ist ein einzigartiges Instrument für den industriellen Mittelstand: Die Forschungsmittel fließen in die Wissenschaft, die Ergebnisse kommen der gesamten Branche zugute, und am Ende eines Projekts stehen junge Ingenieurinnen und Ingenieure bereit für den Wechsel in die Industrie – ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel. Wir appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung, die IGF nicht weiter zu kürzen, sondern massiv zu stärken. Die Industrie muss in der Forschungsförderung den Stellenwert bekommen, den sie verdient.“

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