Oktober 21, 2021

Flüchtlingssituation Thema beim DRK-Heringsessen

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Borken/Kreis Borken (drk-press). Die Flüchtlingssituation 2016 in Deutschland als auch nach dem zweiten Weltkrieg und in den 1990er Jahren war Thema des nun schon traditionellen Heringsessen beim Roten Kreuz im Kreis Borken im Rotkreuz-Zentrum Borken. Die Journalistin und Autorin Ulla Wolanewitz aus Nottuln stellte ihr Buch „Sie sprechen aber gut Deutsch – Heimat. Gestern. Heute. Hier“ vor und den bemerkenswerten Filmstreifen „Keinheimatfilm“. Den hat 2015 die Filmemacherin Susanna Wüstneck im Erstaufnahmelager in Nottuln gedreht – ein Dokument, das zum Nachdenken anregte und bei Filmfestivals bereits große Aufmerksamkeit gefunden habe.
Rund 100 Gäste aus Wohlfahrtsverbänden, Politik und öffentlichem Leben waren erneut der Einladung des Roten Kreuzes gefolgt, darunter die politischen Vertreterinnen Ursula Schulte aus Vreden (SPD-Bundestagsfraktion), Heike Wermer aus Heek (CDU-Landtagsfraktion), Landrat Dr. Kai Zwicker sowie zahlreiche Bürgermeister.

Schriftstellerin Ulla Wolanewitz zog geschickt eine Verbindung zwischen damaligen Heimatvertriebenen und Geflüchteten. Beide Gruppen kommen in dem Buch vor. Jede Geschichte einer Flucht sei anders, sagte die Autorin. Aber alle vereine der „Heimatverlust. Der hat mit Schmerzen zu tun. Viele haben Todesängste ausgestanden. Viele schleppen sie als Pflasterstein im Rucksack ein Leben lang mit sich“.

Ulla Wolanewitz aus Nottuln hat mit dem Kreisheimatverein Coesfeld das Buch herausgegeben, das vielfältige Facetten von Flüchtlingen beschreibt – nach dem Zweiten Weltkrieg, in den 1990er Jahren und heute. Recherchiert hat sie vor allem im Erstaufnahmelager in Nottuln, das 2015 vom DRK-Kreisverband Coesfeld geführt wurde. Dort drehte die Filmemacherin Susanna Wüstneck sieben Monate. Es entstand das nachdenklich machende Werk „Keinheimatfilm“, an dem die Journalistin mitarbeitete. Der Film wurde in einer 15-minütigen Kurzfassung gezeigt. Er hinterließ bei vielen Besuchern einen bedrückenden und beklemmenden Eindruck. Der Film zeigt Kinder und Mütter. Einige hatten alle Familienmitglieder verloren.

Einsatz, Bereitschaft und Logistik stimmten „wie auf Knopfdruck“

„,Keinheimatfilm‘ ist vielleicht ein historisches Dokument“, stellte Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Coesfeld, fest. Den Merkel-Satz zur Flüchtlingswelle „Wir schaffen das“ hätte sein Team umgewandelt: „Wir vom Roten Kreuz haben das geschafft“, weil ehrenamtlicher Einsatz, Bereitschaft und Logistik „wie auf Knopfdruck“ gestimmt hätten.

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„Ein Rädchen griff damals ins andere“, hatte zuvor in seiner Begrüßung Präsidiumsvorsitzender Aloys Eiting vom DRK-Kreisverband an die Flüchtlingswelle 2015 erinnert: „Mehr als 800 Bürger meldeten sich, um Hilfe vor Ort zu leisten.“ Die Lage habe sich zum Teil „dramatisch zugespitzt“. Es seien vom Roten Kreuz im Kreis Borken Einrichtungen in Ahaus, Bocholt, Borken, Gronau, Epe, Oeding und Reken erstellt worden, „einmal, in Oeding, sogar innerhalb drei Stunden“, reflektierte Eiting.

Schlütermann nannte Zahlen: 2015 seien knapp eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, 1992 rund 400.000 Migranten; heute habe sich der Durchschnitt bei 200.000 Neuankömmlingen eingependelt. Zum Vergleich: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Bundesrepublik 14 Millionen Ostvertriebene aufgenommen, verdeutlichte Autorin Ulla Wolanewitz. Und Schlütermanns Blick zurück auf 2015 fiel überaus positiv aus: „Die Lage damals hat uns nicht überfordert. Und wer hat selber persönlich Einschränkungen erleben müssen?“, fragte Schlütermann. Und gab zugleich die Antwort: „Keiner.“

www.DRKBorken.de <borken.de/>

Fotos:

Traditionelles Heringsessen beim Roten Kreuz im Kreis Borken mit rund 100 Gästen.

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