Von Folkmusik bis Emotechno: Wohnzimmerfestival in Gendringen hat sich etabliert

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Das, was einst als Singer-Songwriter-Events in privaten Wohnzimmern begann, hat sich mittlerweile zu einer Veranstaltung entwickelt, die eine Vielzahl von Musikrichtungen vereint. Von kraftvollem Rock über irische Folk-Klänge bis hin zu klassischer Musik und Emotechno – in Gendringen am Sonntag erleben die Besucher eine breite Palette an Darbietungen. Die Konzerte finden nicht mehr ausschließlich in Wohnräumen statt.

„Wir experimentieren gerne mit neuen Ansätzen. Das grundlegende Konzept ist jedoch über die Jahre gleich geblieben“, erklärt Roel Salemink von den Veranstaltern. An zehn Orten, die sich in fußläufiger Entfernung befinden, treten zehn Künstler mit jeweils drei Shows auf. Die Gäste können so von einem Auftritt zum nächsten wechseln. „Mit einem Ticket erlebt man drei Auftritte. Der Reiz dieses Konzepts liegt darin, dass man auch über die eigene musikalische Komfortzone hinausgehen und Neues entdecken kann“, so Salemink.

Das Line-up bietet zahlreiche Gelegenheiten, um neue Klänge zu entdecken. Dieser Trend hat in den letzten Jahren zugenommen. Salemink berichtet: „Bei einer früheren Ausgabe hatten wir einen Workshop mit dem Titel ‚Wie produziere ich einen Dance-Track?‘. Zu unserer Überraschung kamen viele ältere Besucher, die daran interessiert waren, das zu sehen. So möchten wir unsere Gäste immer wieder überraschen und ihnen neue Erfahrungen bieten.“ In diesem Jahr ist „Emotechno“ das Experimentalstück schlechthin. „Die Künstler Jaap und Pim haben diesen Vorschlag eingebracht. Ich bin gespannt, wie das ankommt. Es wird definitiv etwas für unsere Besucher sein“, fügt er hinzu.

Trotz einer Teilnehmerzahl von nur 250 erfreut sich das Festival bekannter Künstler. Rico McDougal (Rico und Sticks, Opgezwolle) ist dabei ein herausragender Name. „Ich hatte zufällig ein Videogespräch mit ihm und wusste, dass er an einer Theatervorstellung arbeitet. Er war bereit, bei uns eine Premiere zu feiern“, erzählt der Organisator. Zu den bekannten Künstlern aus der Region zählen unter anderem Kevin Raayman (De Boetners) und Stef Woestenenk. „Außerdem haben wir einen internationalen Act im Programm. The Poachers fliegen aus Irland ein, um hier aufzutreten.“

Die Wohnzimmer, die an dem Festival teilnehmen, sind keine gewöhnlichen. „Wir wählen wirklich außergewöhnliche Orte aus, wie zum Beispiel alte Schulen oder Pfarrhäuser. Zudem achten wir darauf, dass die Künstler zur jeweiligen Umgebung passen. Ein Konzert für Cello platzieren wir beispielsweise im Pfarrhaus“, erklärt Salemink. In dieser Ausgabe wurden zudem besondere Kombinationen geschaffen: „Kevin Raayman spielt Normaal in der Old Racebike Garage, The Poachers treten in der Kirche auf, und Jaap und Pim, die sich mehr an ein jüngeres Publikum richten, sind bei Motto, das ebenfalls auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet ist.“

Salemink denkt bereits über die Zukunft nach. Obwohl das Programm immer vielfältiger geworden ist, möchte er noch etwas ergänzen: „Ich würde mir sehr gerne Kabarett auf einer unserer Bühnen wünschen. Das würde der Veranstaltung zusätzliche Vielfalt bringen.“ Auch wenn der Charme des Festivals in den unterschiedlichen, gemütlichen Locations besteht, träumt das Organisationsteam von einer größeren Variante. „Stellen wir uns vor, wir gestalten die Kirche so einladend mit Teppichen, Pflanzen und Möbeln, dass sie zur größten Wohnung von Gendringen wird. Dann könnten wir an einem Abend an einem Standort verschiedene Künstler auftreten lassen. Ein Huiskamerfestival XL“, sagt Salemink

Quelle: Regio8

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