Gelungene Rollenspieltage im Bocholter Handwerksmuseum



In der Woche vom 18. bis zum 26. März fanden im Bocholter Handwerksmuseum die Gratis-Rollenspieltage statt. Mit dieser deutschlandweiten Aktion sollte diesem kreativen Hobby mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Neben zwei gelungenen Buchlesungen des Bocholter Autors Robert Lensing gab es über die Woche verteilt noch viel weitere Unterstützung: Die Deutsche Lovecraft Gesellschaft e.V. informierte über ihre Tätigkeiten im Bereich Fantasy- und Horrorliteratur und brachte gleich noch einen Berg von Geschenken für die Besucher mit: Gratis Kurzgeschichten, Spielszenarien, Regelhefte und viele Hintergrundinformationen rund um die gruselige Fantastik des US Autors H.P. Lovecraft.

Spannend waren auch die Hintergrundinformationen zum kommenden Fantasyfilm „Die Traumlande“ von Huan Vu, an dessen Set die beiden anwesenden Vereinsmitglieder Tina Wessel und Marc Meiburg vor und hinter der Kamera mitwirken. Auch die Stadtbibliothek Bocholt zeigte einen Ausschnitt ihres Angebots im Bereich Fantasy und Science-Fiction. Neben Bildbänden und Romanen begeisterten hier auch moderne Comics und Graphic Novels die Besucher.

Die Illustratoren Bocholt rund um Michael Tewiele schufen dann am 25. und am 26. einzigartige Zeichnungen und Bilder der Veranstaltung. 12 kreative ZeichnerInnen machten auf Wunsch Portraits der Anwesenden, hielten Spielszenen grafisch fest und fingen so die Atmosphäre im Museum auf magische Weise ein. „Besonders beliebte Motive sind heute die verkleideten Besucher“, so Tewiele. „Aber auch das Einfangen von Rollenspielszenen macht unglaublich Spaß. Dabei sind die Spieler immer sehr überrascht, weil sie selbst so tief in den Spielrunden versunken sind, dass sie gar nicht merken, dass ihre Geschichten simultan mitgezeichnet werden“.

Die fertigen Zeichnungen werden im Herbst 2023 als kleine Sonderausstellung im Bocholter Handwerksmuseum zu bewundern sein, zusammen mit den Ergebnissen des 12 Stunden Comic Tages, der am 10. Juni ebenfalls ebenfalls im Museum stattfinden wird. Am Samstag standen zudem noch der Spieledesigner Sven Milpauer aus Essen,  Spieleverlagsvertreter Joachim Schlattmann und die Charakterdesignerin und Schneiderin Bianca Schlappa aus Dinslaken jungen und alten Rollenspiel Fans Rede und Antwort und gaben Tipps, worauf Nachwuchs-Spieleerfinder zu achten haben.

Der Museumsleiter Florian Sauret ist zufrieden mit der Veranstaltung: „Fast 200 Besucher im Alter von 12 bis 50+ haben über die Woche verteilt an den unterschiedlichen Veranstaltungen teilgenommen. Sicherlich werden wir auch im kommenden Jahr in irgendeiner Form den GRT wieder nach Bocholt holen“. Nach einer Hochzeit des Rollenspiels in den 80er und 90er Jahren habe er das Gefühl, dass durch Serien wie Stranger Things dieses kreative Hobby wieder eine Renaissance erlebe.

Dass man Rollenspiele auch wunderbar didaktisch nutzen kann, davon ist Sauret überzeugt. Eines seiner persönlichen Highlights vom Wochenende waren die Spielrunden, in denen die Mitspieler das spätmittelalterliche Bocholt erkunden durften, auf Israhel van Meckenem treffen konnten und die Stadt und ihre Bewohner vor einer großen Gefahr beschützen mussten. „Die in diesem Rahmen vermittelte lokale Geschichte und Heimatkunde und die historischen Details über zB Stadttore, Gasthaus und die Bedeutung des damals revolutionären Kupferstichs vergessen die Teilnehmer ganz bestimmt nicht so schnell!“

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