Geplante Asylbewerberunterkunft in Aalten: Viele Anwohner äußern Sicherheitsbedenken

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Die große Kirche der Zuiderkerk in Aalten war am Donnerstagabend nahezu komplett gefüllt. Über zweihundert Einwohner, vor allem aus den nahegelegenen Vierteln ‚t Slaa, Grote Maote, Kleine Maote und De Groene Kamer, hatten sich zur zweiten Informationsveranstaltung über die mögliche Errichtung eines Asylbewerberheims (AZC) an der Singelweg eingefunden. Die Gespräche waren teils angespannt, besonders als es um die geplanten Wohnungen ging, jedoch gab es auch viele differenzierte Äußerungen und sogar Applaus.

Die Gemeinde Aalten prüft die Möglichkeit, 300 Asylsuchende in 40 temporären Unterkünften unterzubringen, die in einer neuen Wohnsiedlung entstehen. Diese hohe Zahl sorgt für Besorgnis. Das zentrale Thema des Abends war unmissverständlich: Sicherheit.

Die Frage, wie die Sicherheit gewährleistet werden könne, wurde früh im Gespräch laut und traf auf großes Interesse. Ein besorgter Vater äußerte, dass er um das Wohl seiner Kinder fürchte, die in der Nähe spielen und durch den Wald zu Spielplätzen gelangen. „Ich sage das ganz offen: Ich mache mir Sorgen um ihre Sicherheit. Und das ist nicht unbegründet.“

Bürgermeister Anton Stapelkamp reagierte offen und direkt auf die Bedenken. „Diese Garantie können wir niemandem geben, gleichgültig wo“, erklärte er. „Aber wir können Vereinbarungen treffen und reagieren, falls es zu Problemen kommt. So haben wir das bereits am Bahnhof gemacht, mit zusätzlicher Polizeipräsenz.“ Diese Antwort führte zu gemischten Reaktionen, sowohl zustimmend als auch kritisch.

Trotz der Spannungen blieb Stapelkamp gelassen und ermutigte die Anwesenden, ihre Sorgen weiterhin zu äußern. „Selbst wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, sollten wir das Gespräch fortsetzen. Ein Widersacher muss nicht dein Feind sein.“

Bemerkenswert war die gemischte Stimmung an diesem Abend. Während die Mehrheit um ihre Sicherheit und unzureichende Mitbestimmung besorgt war – „Das ist schon lange beschlossen“, war häufig zu hören – gab es auch Bürger, die sich bereit erklärten, aktiv zu werden. Eine Anwohnerin äußerte ihre Bedenken hinsichtlich der Sicherheit ihrer Familie, fügte jedoch hinzu: „Ich möchte mich im AZC engagieren, besonders für die Flüchtlingskinder.“

Dieses Zusammenspiel von Angst und Bereitschaft verdeutlichte die Komplexität der Situation. Die Bürgermeister Joop Wikkerink und Ted Kok versuchten, das Vertrauen der Bürger zu gewinnen. „Wir handeln nicht leichtfertig“, betonte Wikkerink. „Für die Gemeinde Aalten ist das sowohl eine moralische als auch eine gesetzliche Pflicht. Und wenn wir alles gut organisieren – mit Sicherheitspersonal, Freizeitangeboten und medizinischer Versorgung vor Ort – sind 300 Asylsuchende realistischer als 200. Andernfalls steht unsere eigene Infrastruktur unter Druck.“

Die Pläne für die Singelweg umfassen mehr als nur das Asylbewerberheim. Neben der temporären Unterbringung sind auch reguläre Wohnbauten geplant, unter anderem für junge Leute und Dringlichsuchende. „Dies ist auch eine Chance für Aalten“, erklärte Kok. „Die Wohnungsknappheit ist groß. Wir verbinden die Unterkunft mit Lösungen für unsere eigenen Bürger.“

Dennoch gab es viele Fragen zur Kommunikation. Warum wurden die Einwohner erst so spät einbezogen? Warum ausgerechnet dieser Standort? Bürgermeister Stapelkamp verwies auf eine externe Untersuchung: „Der Singelweg wurde als die am besten geeignete Möglichkeit ausgewählt, aufgrund der Erreichbarkeit und der vorhandenen Infrastruktur.“

Für einige war das jedoch nicht genug. „Der Gemeinderat muss noch entscheiden“, hob Wikkerink hervor. „Es gibt noch nichts Definitives. Sie haben an drei Gelegenheiten die Möglichkeit, Einwände zu erheben.“

Inmitten der hitzigen Fragen und scharfen Anmerkungen erhob sich plötzlich eine andere Stimme. Ein älterer Herr bat um das Wort und sprach leise, aber eindringlich: „Wir haben während und nach dem Krieg auch Flüchtlinge aufgenommen. Können wir nicht ein wenig freundlicher sein?“ Diese Bemerkung wurde mit bescheidenem, aber spürbarem Applaus bedacht.

Es war ein seltener Moment der Einigkeit in einem Abend voller Spannungen. Dieses Ereignis verlieh der Diskussion eine andere Bedeutung. Obwohl die Sorgen über Sicherheit und Akzeptanz vorherrschten, zeigte sich auch, dass Menschlichkeit nicht weit entfernt war.

In der kommenden Woche sind noch zwei Informationsabende in der Zuiderkerk geplant. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Gleichzeitig wurde für Montag, den 19. Mai, eine friedliche Demonstration angekündigt, kurz vor der nächsten Sitzung. Die Emotionen sind hoch, doch der Dialog ist eröffnet – und das, wie der Bürgermeister immer wieder betonte, ist entscheidend.

Ob Aalten tatsächlich ein AZC an der Singelweg erhält, entscheidet letztendlich der Gemeinderat. Es gibt drei Gelegenheiten zur Mitbestimmung, bei denen Einwände eingelegt werden können

Quelle: Regio8

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