Oktober 3, 2022

Gesprächsabend zur Missbrauchsstudie am 8. September

„Macht und sexueller Missbrauch in der Kirche“ – unter diesem Titel ist im Juni eine Studie veröffentlicht worden, die den sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester und Ordensleute im Bistum Münster seit 1945 untersucht. Der Historiker Prof. Thomas Großbölting, der die Studie wissenschaftlich geleitet hat, kommt in das Dekanat Bocholt, um die zentralen Forschungsergebnisse vorzustellen. Am Donnerstag, 8. September, um 19 Uhr findet in der Aula des St.-Josef-Gymnasiums, Hemdener Weg 19, ein Vortrags- und Gesprächsabend statt, zu dem die Pfarreien St. Gudula, Rhede, und Liebfrauen, Bocholt, gemeinsam mit der Selbsthilfe Rhede alle Interessierten einladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Großbölting gibt an diesem Abend nicht nur einen Einblick in das Ausmaß des sexuellen Kindesmissbrauchs im Bistum Münster. An Beispielen von Heinz Pottbäcker, Theo Wehren und einem weiteren strafrechtlich verurteilten Priester, der im Dekanat Bocholt tätig war, beleuchtet er auch, welche persönlichen und strukturellen Fehler in der Kirche dazu geführt haben, dass Täter lange ungestraft davongekommen sind und oft weiter in der Seelsorge eingesetzt wurden.
Nach dem Vortrag von Großbölting wird die Gelegenheit zu einem Gruppendialog eröffnet, in dem das Gehörte im Gespräch nachklingen kann. Die erfahrene Gruppenanalytikerin Prof. Sarah Yvonne Brandl von der Katholischen Hochschule in Münster wird den Austausch leiten, das gemeinsame Verstehen unterstützen und dazu ermutigen, sich mit kurzen Äußerungen und Reaktionen über den Vortrag einzubringen. Sie ist davon überzeugt: „Die wissenschaftliche Faktenlage zum sexuellen Missbrauch im Bistum Münster erfordert weitere Schritte als Ergänzung: Ein Teil des Aufarbeitungsprozesses ist der Dialog über das Geschehene. Es ist wichtig, dass die historischen Fakten Teil eines kollektiven Bearbeitungsprozesses werden. Denn der Missbrauch im vorliegenden institutionellen Ausmaß braucht soziale Stimmen, die das Geschehene bezeugen und damit das Unrecht anerkennen.“

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