Gestiegene Materialkosten belasten das Gigaset-Quartalsergebnis



Die Gigaset AG (ISIN: DE0005156004), ein international agierendes Unternehmen im Bereich der Kommunikationstechnologie, hat heute den Bericht für das erste Quartal 2022 veröffentlicht. Danach hat Gigaset beim Konzernumsatz ein leichtes Plus von 1,4 % erzielt und entwickelte sich damit umsatzseitig entsprechend der kommunizierten Erwartungen. Das Ergebnis wurde jedoch durch gestiegene Materialkosten belastet, was auf Quartalssicht zu einem Rückgang des EBITDA führte.

Insgesamt konnte das Unternehmen im ersten Quartal 2022 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 51,2 Mio (Q1 2021: EUR 50,5 Mio) und ein Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) von EUR 0,5 Mio (Q1 2021: EUR 1,6 Mio) erzielen.

„Auch Gigaset sieht sich mit den anhaltenden Realitäten im Bereich Logistik und Materialverfügbarkeit konfrontiert“, so Thomas Schuchardt, CFO der Gigaset AG. „Entsprechend war unser Ergebnis im ersten Quartal vor allem durch Beschaffungs- und Lieferkettenprobleme in Folge der Corona-Pandemie belastet. In diesem herausfordernden Umfeld sichern uns unsere langjährigen und guten Beziehungen mit unseren Lieferanten eine bestmögliche Versorgung mit Vorprodukten und Rohstoffen. Wichtig ist für uns in diesem Kontext gleichzeitig die Kosten im Griff zu halten und die derzeit außergewöhnliche Unsicherheit zu managen.“

Geschäftsverlauf nach Geschäftsbereichen
In den vorwiegend privatkundenorientierten Geschäftsbereichen Phones, Smartphones und Smart Home summierte sich der Umsatz auf EUR 36,9 Mio und verringerte sich damit um -6,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal (Q1 2021: EUR 39,3 Mio). Der Geschäftskundenbereich Professional hingegen wuchs umsatzseitig gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich um 27,7 % auf EUR 14,3 Mio (Q1 2021: EUR 11,2 Mio).

Phones, als größter und damit besonders materialintensiver Geschäftsbereich, war im ersten Quartal 2022 von den anhaltenden Corona-bedingten Problemen bei Lieferketten und Materialbeschaffung gekennzeichnet. Entsprechend sank der Umsatz hier auf EUR 32,4 Mio (Q1 2021: EUR 35,3 Mio) – ein Minus von -8,2 %. Hätte die Nachfrageseite komplett bedient werden können, wäre ein starkes Plus für Gigaset möglich gewesen.

Im Gesamtkontext eines insgesamt weiter rückläufigen und hart umkämpften Europäischen Marktes, verfolgt Gigaset weiterhin die Strategie sich als der Anbieter erster Wahl für Premiumtelefone zu positionieren und so weitere Marktanteile zu sichern.

Der Geschäftsbereich Smartphones konnte im ersten Quartal 2022 an die erfreuliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 anknüpfen. Der Umsatz stieg auf EUR 4,2 Mio – ein Plus von 16,7 % gegenüber dem ersten Quartal 2021 (EUR 3,6 Mio). Hauptumsatzträger in diesem Bereich waren erneut die Modelle GS5 und GS290pro, bzw. GS290 Plus. Zukünftiges Wachstum bei Smartphones sieht Gigaset verstärkt auch im B2B-Geschäft, welches Gigaset durch die Produktion in Deutschland mit hoher Flexibilität und zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten hervorragend bedienen kann.

Das Geschäft im Bereich Smart Home entwickelte sich auch im ersten Quartal 2022 leicht rückläufig. Der Umsatz reduzierte sich auf EUR 0,3 Mio (Q1 2021: EUR 0,4 Mio) – ein Minus von -25,0 %. Gemeinsam mit der Einkaufsgemeinschaft des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) hat Gigaset erstmals einen Router vorgestellt, der exklusiv für Verbundsmitglieder der BREKO zu beziehen ist. Das Kooperations-Projekt verspricht bei zukünftigen Router-Generationen mögliche Synergie-Effekte mit den Geschäftsbereichen Telefonie und Smart Home.

Der Geschäftsbereich Professional entwickelte sich im ersten Quartal 2022 weiter sehr erfreulich. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich um 27,7 % auf EUR 14,3 Mio (Q1 2021: EUR 11,2 Mio). Die Zusammenarbeit mitUnify, für die Gigaset eine neue Serie an Tischtelefonenen entwickelt,  liegt weiter im Plan; erste Auslieferungen sind im laufenden Jahr avisiert.

„Wir befinden uns in einer Situation, die geprägt ist von außergewöhnlicher Unsicherheit“, so Klaus Weßing, CEO der Gigaset AG. „Dennoch sehen wir positiv in die Zukunft, auch weil wir seit Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 unsere Hausaufgaben gemacht und unsere Organisation insgesamt resilienter aufgestellt haben. Neue, auf den Kunden ausgerichtete Produkte, langfristig angelegte Kooperationen mit starken Partnern und unsere Produktion „Made in Germany“, die uns außergewöhnliche Flexibilität bei der Produktion ermöglicht, sind wichtige Assets für die Zukunft.“

Einordnung des Ausblicks
Für 2022 bleibt aus Sicht von Gigaset weiterhin eine große Unsicherheit vor allem bezüglich der mittel- und langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Politiker warnen schon heute vor neuen Virus-Varianten. Gigaset sieht sich daher auch weiterhin wesentlich in Abhängigkeit von externen, nicht selbst beeinflussbaren Faktoren, wie z. B. den schon jetzt erkennbaren massiven Auswirkungen des strikten Corona-Lockdowns im chinesischen Shanghai und den daraus resultierenden Problemen bei der Produktion von Vorprodukten und deren Lieferung. Auch der Konflikt in der Urkaine stellt – vor allem für Europa – ein schwer zu definierendes Risiko dar. Steigende Inflation sowie Währungs-Risiken sind ebenfalls Komponenten einer zunehmend komplexer und risikobehafteter werdenden wirtschaftlichen Gesamtsituation. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist durch die bestehende Knappheit am Beschaffungsmarkt, z.B. bei Chipsätzen sowie den beschriebenen Risiken, daher möglicherweise nicht konstant gewährleistet.

Angesichts der im Prognoseausblick beschriebenen Annahmen und unter Ausschluss einer plötzlichen, deutlichen Verschlechterung des Pandemie- und Kriegs-Geschehens oder der Lieferketten-Situation, erwartet Gigaset für das Geschäftsjahr 2022 folgende Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:

Quelle: Gigaset

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