Gigaset AG ab sofort in der Regelinsolvenz



Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Das Amtsgericht Münster hat mit Beschluss vom 1. Januar 2024 über das Vermögen der Bocholter Gigaset AG das Regelinsolvenzverfahren eröffnet. Der bisherige vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Markus Wischemeyer von der Kanzlei White & Case, wurde zum ordentlichen Insolvenzverwalter bestellt. Er übernimmt damit ab sofort die Leitung der Aktiengesellschaft. Nicht betroffen ist zunächst die mittelbare Produktionstochter Gigaset Communications GmbH, die die Telefone herstellt und in der der überwiegende Teil des Beschäftigten angestellt sind. Sie befindet sich nach wie vor in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Offenbar hat das Gericht festgestellt, dass genug Vermögen vorhanden ist, um die Kosten des Insolvenzverfahrens für die AG zu decken und deshalb den jüngsten Beschluss gefasst. Eine Regelinsolvenz dauert zwischen drei und sechs Jahren und endet mit der Sanierung oder der Liquidation des Unternehmens. Das Verfahren war im September 2023 beantragt worden. 

Ende Oktober hatte die Gigsaet AG die Fortführung des operativen Geschäfts verkündet. Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebstätigkeiten von Europas Marktführer für  DECT-Schnurlostelefone würden fortgeführt, hieß es. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, sich gemeinsam mit der renommierten M&A-Beratung Clearwater International auf die Suche nach einem Investor zu machen.

Dem Insolvenzverwalter Dr. Markus Wischemeyer kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Hatte er bisher hauptsächlich das Vermögen der Unternehmens gesichert und verwaltet, so kann er es jetzt auch verwerten.

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