Glasfaser-Ausschreibung geplatzt: Bocholt muss beim Breitbandausbau neu starten

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Die Stadt Bocholt wollte rund 1.500 schlecht versorgte Haushalte ans Gigabit-Netz anschließen. Doch das Ausschreibungsverfahren ist gescheitert — obwohl drei Unternehmen Angebote eingereicht hatten. Die Stadt bricht das Verfahren ab und muss neu planen
Schnelles Internet für alle Bocholter — dieses Ziel ist vorerst nicht erreicht. Die Stadt hatte ein Förderprogramm zum Ausbau von Glasfaseranschlüssen in sogenannten „grauen Flecken“ auf den Weg gebracht. Gemeint sind damit Gebiete, in denen die Internetversorgung zwar vorhanden, aber zu langsam ist — unter einem Gigabit pro Sekunde. Rund 1.500 Anschlüsse im Stadtgebiet sollten nach Abschluss des Projekts mit mindestens einem Gigabit pro Sekunde versorgt werden, sowohl beim Herunterladen als auch beim Hochladen von Daten.
Für das Projekt hatte die Stadt öffentlich ausgeschrieben und Investitionsbeihilfen in Aussicht gestellt — also staatliche Zuschüsse, die einen Anbieter dazu bewegen sollen, auch dort auszubauen, wo sich das wirtschaftlich sonst nicht lohnt. Drei Unternehmen hatten Angebote eingereicht, allesamt größere Firmen; kein einziger Mittelständler war darunter.
Doch keines der Angebote führte zum Vertragsabschluss. Die Stadt hat das Verfahren abgebrochen — und nennt als Grund „geänderte Anforderungen“. Was sich konkret geändert hat, geht aus der Bekanntmachung nicht hervor. Denkbar sind neue Förderbedingungen des Bundes oder des Landes NRW, technische Anpassungen oder veränderte Rahmenbedingungen beim Ausbau.
Das Projekt war ursprünglich auf sieben Jahre angelegt. Finanziert werden sollte es über das Bundesprogramm zum Gigabitausbau sowie eine Kofinanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Ob und wann ein neues Verfahren gestartet wird, ist noch offen. Für die betroffenen Haushalte bedeutet das: Die Wartezeit auf schnelles Internet verlängert sich weiter.
