Grenzüberschreitende Tulpenliebe: Lebhaftes Tulpenwochenende in Elten trotz Sperrungen

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Trotz teils gesperrter Grenzübergänge zwischen Beek und der A12 herrscht an diesem Wochenende rund um Elten reger Betrieb. Während die Zufahrt mancherorts erschwert ist, locken unweit davon prächtige Tulpenfelder zahlreiche Besucher an. Vor allem beim Blumenhaus Hülkenberg in Elten zieht das mittlerweile etablierte Tulpenwochenende erneut zahlreiche Interessierte an. Die Gäste schlendern zwischen den Gewächshäusern und über das Gelände, um sich eigenhändig frische Tulpensträuße zusammenzustellen. Allerdings ist zu spüren, dass die Grenzschließungen ihre Wirkung zeigen: Insbesondere Besucherinnen und Besucher aus der Achterhoek bleiben zum Teil fern. Dennoch überwiegt die Begeisterung für die Tulpen und die hohe Besucherzahl.
Inhaber Marco Teunissen beschreibt die Atmosphäre als Mischung aus der berühmten Keukenhof und einem Hauch der niederländischen Nationalen Tulpentage auf dem Amsterdamer Museumplein. Während er sich durch die Menge bewegt, hebt er einige Besonderheiten hervor: Eine „frost“-blaue Tulpe mit weißen Blüten und zartblauem Schimmer, eine Vielzahl an rosafarbenen Tönen, Kombinationen aus Rot und Creme, Pastellfarben, tulpenartige Pfingstrosen – mit oder ohne Zwiebel. Insgesamt werden rund 150 verschiedene Sorten präsentiert, die direkt aus dem sogenannten Bollenstreek im Norden der Niederlande bezogen werden.
Der aus Kilder stammende Unternehmer hatte den Eltenser Traditionsbetrieb vor einem Jahr übernommen und führt damit die seit 25 Jahren bestehende Tradition der Familie Hülkenberg fort. Die Belegschaft wünschte sich eine Fortsetzung des Tulpenwochenendes und hat das Ereignis diesmal unter das Motto „Wild West“ gestellt. Tulpen erfreuen sich im Nachbarland großer Beliebtheit – entsprechend vielseitig ist das Angebot und die Nachfrage auch von deutschen Kundinnen und Kunden. Trotz des Erfolgs fehlen spürbar die Besucherströme aus der Achterhoek, was direkt mit den verstärkten Kontrollen und Maßnahmen gegen Schleichverkehr zwischen Beek und Elten zusammenhängt.
Vor allem Gäste aus der Region diskutieren die partielle Sperrung des Grenzübergangs. Teunissen schätzt, dass ihm dadurch bis zu ein Viertel seines Umsatzes entgeht. Besonders hebt er hervor, dass nirgendwo sonst das deutsch-niederländische Leben so eng miteinander verbunden sei wie hier. Das Tulpenwochenende macht diese Verbindung sichtbar und zieht Liebhaber der Blumen aus ganz Deutschland an.
Das Erlebnis auf dem Gelände geht weit über den bloßen Tulpenkauf hinaus: In den beiden Gewächshäusern suchen die Besucherinnen und Besucher mit bereitgestellten Körben ihre Lieblingsblumen aus, meist noch mit Zwiebel. Floristinnen und Floristen vor Ort binden aus den ausgewählten Tulpen auf Wunsch Sträuße. Außerdem finden Präsentationen besonderer Sorten statt und sowohl am Samstag als auch am Sonntag werden mehrmals Auktionen abgehalten. Die seltensten Exemplare lagern bis zu diesem Zeitpunkt in speziellen Kühlräumen, geschützt und verschlossen. Das rege Bieterverhalten zeigt, wie sehr die Besucher sich begeistern – einzelne Sträuße wechseln für Beträge zwischen 25 und 35 Euro den Besitzer. Die Freude an der Tulpe steht dabei stets im Mittelpunkt
Quelle: Regio8
