Gutes Essen – günstiges Essen: Über die Zwei-Klassen-Schulverpflegung in Bocholt

Gutes Essen – günstiges Essen: Über die Zwei-Klassen-Schulverpflegung in Bocholt
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Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Die Qualität von Schulessen in Bocholt gegeneinander abwägen zu wollen, sei in etwa so, als versuche man Äpfel mit Birnen zu vergleichen, meinte Fachbereichsleiter Benedikt Püttmann gleich zu Beginn der heutigen Diskussion im Schulausausschuss über Schulverpflegung in der Stadt. Bei der Gesamtschule und am Benölkenplatz etwa gebe es die von der Ewibo produzierte hervorragende und schmackhaft servierte Top-Frische samt Dessert, an der Israhel-van-Meckenem-Realschule hingegen werde ein von einem privaten Caterer geliefertes, „vorgewärmtes Essen auf den Teller gescheppt“.

Entsprechend unterschiedlich sind denn auch die Preise und damit die städtischen Zuschüsse. Während die Ewibo bis zu 9,64 Euro pro Essen in Rechnung stellt (inklusive bis zu 5,69 für Essensausgabe, Reinigung und Sachkosten), kommt die Privatfirma in der Regel mit bis zu 2,94 Zusatzkosten aus und rechnet pro Essen nur bis zu 6,54 Euro ab. Wie das denn wohl sein könne, wollte CDU-Ratsmitglied Lukas Behrendt wissen. Hanni Kammler (SPD) hatte eine Antwort parat. Da die Ewibo mehr als doppelt so viel Essen ausgebe, seien auch die Personal- und sonstigen Kosten viel, viel höher und damit auch das einzelne Essen teurer, meinte sie. „Müsste das nicht eigentlich genau andersherum sein?“, wollte Behrendt wissen. Diese Frage blieb an diesem Nachmittag jedoch unbeantwortet.

Behrendt war es auch, der das Thema durch eine offizielle Anfrage überhaupt erst auf den Tisch gebracht hatte. Und der JU-Vorsitzende hakte nach. Wie es denn sein könne, wollte er wissen, dass der Rat als „Souverän der Stadt“ vor vier Jahren einen Verkaufspreis von 3,90 Euro pro Mensa-Essen per Beschluss festgelegt und vertraglich vereinbart habe, die Ewibo aber von Beginn an 3,95 Euro kassiert habe. Fünf Cent zuviel bei 50.000 Essen jährlich über vier Jahre – das mache mal eben 10.000 Euro, die die Ewibo zuviel von den Eltern kassiert habe, rechnet der Unionspolitiker vor.

Sicherlich ein Missverständnis, das keinem aufgefallen sei, beeilten sich Benedikt Püttmann und der Erste Stadtrat Thomas Waschki unisono zu betonen. Falsch, konterte Lukas Behrendt. Mehrfach hätten die Rechnungsprüfer der Stadt auf diesen Umstand bereits hingewiesen. Nur passiert sei einfach nichts.

Am Ende der Sitzung schlug Fachbereichsleiter Benedikt Püttmann dann doch wieder versöhnlichere Töne an. Er wolle keinesfalls das Essen des privaten Anbieters schlecht reden und bescheinigte diesem dann doch noch sehr gute Qualität. Nur sei die der Ewibo nun mal – politisch so gewollt – noch besser. Und auch der Leistungsumfang und damit der Kostenblock der städtischen Tochter sei deutlich größer. So nehme sie auf Allergiker Rücksicht, biete in den Mensen eine Kiosk- und Campusfunktion und, und, und…

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