Bocholt Aufmacher

Harry van Wijk spielt „Karneval der Tiere“ an der Orgel

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Das so berühmte Orchesterwerk des französischen Komponisten Camille Saint-Saens auf der Orgel – geht das? Ja, es geht sogar sehr gut! Das bewies am Sonntag an der großen Orgel der St. Georg – Kirche.

Eingeladen waren vor allem Kinder und Familien, aber auch erwachsene Konzertbesucher kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. Die Kirche war zu diesem außergewöhnlichen Konzert gut gefüllt mit Publikum.

Harry van Wijk begann damit, die Orgel und ihre Möglichkeiten in kurzer prägnanter Weise vorzustellen: Was für Klänge kann man damit erzeugen, wie viele Pfeifen hat so ein Instrument, und er stellte dabei einige der Tiere vor, die den Zuhörern im anschließenden Stück musikalisch begegnen sollten.

Der Orgel-Spieltisch stand dabei direkt vor den Kirchenbänken, so dass die großen und kleinen Konzertbesucher dem Organisten ganz nahe waren und über die Schulter schauen konnten.

Eingebettet war Saint-Saens´ Komposition in eine Geschichte, die sich die Wiener Symphoniker ausgedacht und für dieses Konzert zur Verfügung gestellt hatten: Diese Geschichte verlegte den „Karneval der Tiere“ in den Schlossgarten vorn Schönbrunn, der sich des Nachts in eine Urwald-Bühne verwandelt, in der rasende Zebras, bedächtige Schildkröten, Schwäne und Elefanten auftreten. Regionalkantor Werner Hespe erzähle sie mitreißend und leitete so von Musikstück zu Musikstück.

Aufmerksam folgten große und kleine Besucher dem Geschehen, wenn der Organist die genannten Tiere in Szene setzte: Äußerst abwechslungsreich nutzte er die vielseitigen Möglichkeiten der vielen Klangfarben der Orgel: Die Elefanten bewegten sich bedächtig (mit vielen tiefen Registern), die Luftblasen im Aquarium sprudelten (mit vielen hohen Klängen und Girlanden-artigen Spielfiguren), die Schildkröten tanzten sehr langsam den Can-Can von Jaques Offenbach (wohl dem, der ihn in diesem extremen Tempo noch erkennen konnte), der Kuckuck rief aus dem Wald, die Kängurus hüpften durch den Kirchenraum – so spielfreudig agierte der Organist, dass man die Tiere vor dem geistigen Auge sehen konnte.

Und nach dem großen Finale, in dem noch einmal alle Tiere musikalisch auftraten gab es lang anhaltenden Applaus der Zuhörer, dem Harry van Wijk ein kleines Kabinett-Stückchen auf der Orgel als Zugabe folgen ließ: Die virtuoses Toccata in h-moll von Eugene Gigout.

Ein gelungener Konzert-Abend für Kinder, Familien und Erwachsene, dem gerne ähnliche Formate folgen dürfen!

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