Herausragende Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit Flender



„Ich hatte die Idee, mit meiner Abschlussarbeit ein Ergebnis zu produzieren, das garantiert nicht in der Schublade landet“, sagt Agnes Widera. Die Absolventin des Studiengangs „Informatik.Softwaresysteme“ der Westfälischen Hochschule (WH) entschied sich deshalb für eine Zusammenarbeit mit dem Bocholter Unternehmen Flender. Herausgekommen ist eine herausragende Bachelorarbeit, die Hochschule und Unternehmen überzeugte. 

„Bei Bachelorarbeiten ohne Kooperation entstehen teils nur Konzepte bzw. Kleinprojekte, die im Nachhinein vielleicht nie wieder betrachtet werden. Bei einer Kooperation hingegen wird ein Thema behandelt, das für das Unternehmen relevant ist. Die Ergebnisse können als Grundlage verwendet werden oder direkt in den Unternehmensalltag einfließen. Dieser Praxisbezug war für mich äußert motivierend“, berichtet die 22-jährige Agnes Widera.

In ihrer Bachelorarbeit befasste sie sich mit der Optimierung des Einstellprozesses von Rutschkupplungen durch Künstliche Intelligenz (KI). Rutschkupplungen in Windkraftanlagen (WKA) sollen im Falle eines Stromausfalls Schäden am Getriebe verhindern und müssen abhängig von der Leistung und Größe der WKA hergestellt und eingestellt werden. Damit erfolgt die Einstellung für jeden Kunden unterschiedlich. Die KI soll durch Vorhersage der Einstellungsparameter zum einen eine genauere Einstellung mit möglichst wenig Aufwand erlauben, zum anderen aber auch den Einstieg für neue Mitarbeitende erleichtern, die noch wenig Erfahrung haben. Die Bachelorarbeit beschreibt dabei alle nötigen Schritte – von einer initialen Ist-Analyse über die Schritte der KI-Erstellung bis hin zur Einbindung ist die Unternehmenssoftware. 

Der Kontakt zu Flender entstand in der Praxisphase vor der Bachelorarbeit. Während des Praktikums erhielt die Bachelorstudentin fundierte Einblicke in den Bereich Data Science, die später für ihre Arbeit von entscheidender Bedeutung waren. Flender spielte zudem eine große Rolle bei der Entwicklung der Arbeit, indem das Unternehmen nicht nur grundlegende Daten und Informationen bereitstellte, sondern auch direkten Kontakt zu Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Beschäftigten ermöglichte. Dieser praxisnahe Austausch trug dazu bei, ein tiefes Verständnis für die relevanten Teile von Windkraftanlagen zu entwickeln. Darüber hinaus erhielt die damalige Bachelorstudierende kontinuierlich Unterstützung durch einen Data Scientist, um ihre Arbeitsergebnisse voranzubringen. „Ich hatte Kontakt zu Personen aus ganz verschiedenen Bereichen. Deren Praxiserfahrung, ihr Interesse am Thema und ihre Hilfsbereitschaft sorgten für perfekte Rahmenbedingungen, um für das Unternehmen nutzbare Ergebnisse zu produzieren“, so das Resümee der Bachelorabsolventin. 

Das Ergebnis der Bachelorarbeit ist ein KI-Modell, das den Einstellprozess optimieren soll. Agnes Widera präsentierte außerdem ein Konzept für verbesserte Datenhaltung und ein Proof-of-Concept für die Einbindung der KI in bestehende Software. Diese Tools ermöglichen es Flender, die KI produktiv zu nutzen und den Einstellprozess effizienter zu gestalten. Die herausragende Leistung von Agnes Widera wurde mit der Note 1,0 bewertet und erhielt auch durchweg positives Feedback von Unternehmensseite: „Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit versprechen nicht nur eine Verbesserung der Arbeitsprozesse bei Flender, sondern tragen auch dazu bei, innovative Ansätze in der Windkraftindustrie zu etablieren“, so Dr. Matthias Borowski, Data Scientist bei Flender.

Die Empfehlung von Agnes Widera, die nun im Master „Intelligente Systeme“ an der Westfälischen Hochschule studiert, lautet, dass Studierende über eine Bachelorarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen nachdenken sollten, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln und Einblicke in neue Fachbereiche zu erhalten.

Foto: Während der Bearbeitung ihrer Bachelor-Arbeit bei Flender sammelte Agnes Widera wertvolle Erfahrungen und vielfältige Einblicke – auch in fachfremde Bereiche. Das Ergebnis ist eine besonders gelungene Abschlussarbeit der 22-Jährigen. Foto: Agnes Widera

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