IHK besorgt über Stellenabbau in der Industrie – Bocholt verliert zehn Prozent

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Teure Energie, wachsende Unsicherheiten und gestörte Lieferketten belasten die Industrie in Nord-Westfalen. Die aktuellen Krisen machen sich zunehmend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Beschäftigten in der Industrie ist im Bezirk der IHK Nord Westfalen von 2022, dem Beginn von Russlands Angriff auf die Ukraine und der Energiekrise, bis 2025 um fast fünf Prozent auf unter 179.000 gesunken. Unter anderem in Bocholt gab starke Einbußen bei den Industriearbeitsplätzen. Hier wurden 2025 8.425 Stellen gezählt, in drei Jahren gingen 935 Stellen (-10 Prozent) verloren.
Die IHK Nord Westfalen hat Zahlen der Agentur für Arbeit ausgewertet. Die Ergebnisse sind aus Sicht von Steffen von Glahn alarmierend. „Die Industrie ist hoch produktiv und bietet gut bezahlte Arbeitsplätze. Gehen sie verloren, gefährdet das unseren Wohlstand insgesamt“, warnt der Vorsitzende des IHK-Industrieausschusses und Geschäftsführer der Crespel & Deiters GmbH & Co. KG in Ibbenbüren. Die Zahlen belegten den hohen Industrieanteil im ländlichen Raum und damit die große Bedeutung mittelständischer Familienunternehmen für einen stabilen Arbeitsmarkt. Zudem hängen von Arbeitsplätzen in der Industrie auch Jobs in anderen Branchen ab. „Die Folgen einer Deindustrialisierung sind damit noch deutlicher als es die Zahlen suggerieren. Jeder Industriebetrieb ist Knotenpunkt für viele weitere Betriebe.“
In absoluten Zahlen liegt der Kreis Borken 2025 mit über 42.300 Industriearbeitsplätzen vor dem Kreis Steinfurt mit knapp 37.000, dem Kreis Warendorf mit mehr als 30.500 und dem Kreis Recklinghausen mit fast 26.800 Stellen. Vergleichsweise weniger ausgeprägt sind die Arbeitsplätze in der Industrie im Kreis Coesfeld (16.600 Stellen), in Münster (13.250), in Gelsenkirchen (unter 9.000) und in Bottrop (rund 3.250). Eine Entspannung erwartet von Glahn nicht, auch wenn sich die Industriekonjunktur in Nord-Westfalen zumindest nicht weiter verschlechtert habe. Allerdings planten, laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage, nur etwas mehr als zehn Prozent der Industriebetriebe, neue Mitarbeiter einzustellen. Mehr als 26 Prozent erwarteten dagegen eine sinkende Beschäftigtenzahl.

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