HK-Teilqualifizierung: Inklusions-Pilotprojekt mit Büngern-Technik eröffnet neue Chancen

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Mit einer Teilqualifizierung (TQ) lässt sich ein kompletter Ausbildungsberuf schrittweise in kurzen Bildungseinheiten erlernen. Das ist praktisch, um zum Beispiel berufsbegleitend einen Abschluss zu erwerben. Das Konzept eröffnet aber auch Menschen mit Behinderung neue Wege in den Arbeitsmarkt: Die IHK Nord Westfalen und Büngern-Technik am Standort Borken testen das derzeit erfolgreich in einem Pilotversuch. Fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Beeinträchtigung haben den ersten von fünf Prüfungsbausteinen zu Fachlageristen bestanden. „Sie haben bereits jetzt bessere berufliche Perspektiven und die Chance auf mehr Teilhabe“, freut sich Stephanie Görtz, bei der IHK für Teilqualifizierungen zuständig.
Die Theorie hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon geschafft, auch die praktische Prüfung stellte sie vor keine zu großen Probleme. Sie haben vor allem grundlegende Kompetenzen im Wareneingang erlernt. „Der modulare Aufbau erleichtert es Menschen mit einer Beeinträchtigung, individuell, praxisnah und in ihrem eigenen Lerntempo ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln“, erklärt Görtz. Die Inhalte der TQ sind aus anerkannten Ausbildungsberufen abgeleitet und somit stets aktuell und am Arbeitsmarkt gefragt. Dadurch, dass die IHK nach jedem bestandenen Modul eine Bescheinigung ausstellt, werden Erfolge schnell sichtbar. Sind alle Teilschritte absolviert, schließt sich eine Abschlussprüfung vor der IHK an.
„Inklusionsorientierte Qualifizierung funktioniert, wenn Bildungsangebote praxisnah gestaltet und von den Agenturen für Arbeit, den Jobcentern, Bildungsträgern und dem Landschaftsverband mitgetragen werden“, bilanziert Görtz. Zu den Partnern gehören Einrichtungen wie Büngern-Technik: In der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen am Standort Borken, wo die praktische Abschlussprüfung stattfand, fertigen mehr als 160 Beschäftigte unter anderem Holzspielzeug. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „TQ1“ haben hier die theoretischen Inhalte gelernt, für die Praxis ging es in verschiedene Betriebe im Kreis Borken. Görtz sieht in der Teilqualifizierung auch Vorteile für Unternehmen: „Für Betriebe eröffnen solche Qualifizierungswege die Chance, unter professioneller Begleitung motivierte künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen“, ist sie überzeugt. Der erfolgreiche Abschluss zeige, „wie stark regionale Kooperationen zwischen Werkstätten, Unternehmen und IHK zur Inklusion beitragen“.
Foto/Bildzeile: Prüfer Ralf Graubner mit einer Teilnehmerin der Teilqualifizierung. Fünf angehende Fachlageristen haben bei der Büngern-Technik ihre erste Prüfung erfolgreich bestanden. Foto: Betz/IHK

