September 22, 2021

Hochwasser: Experten beobachten die Region

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Mit Unwetter, Sturmböen und extremen Dauerregen haben aktuell viele Regionen in NRW massiv zu kämpfen. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch in den nächsten Tagen vor heftigem Starkregen und schweren Gewittern. Das führt zu steigenden Pegelständen am Rhein und anderen Flüssen. Im Regierungsbezirk Münster ist die Lage noch entspannt, doch der „Meldekopf“ der Bezirksregierung Münster beobachtet die Wasserstände in der Region. Denn die Situation kann sich schnell ändern.

Die Mitarbeiter*innen aus dem Hochwasserschutz-Dezernat der Bezirksregierung Münster haben stets ein wachsames Auge auf die Entwicklung der hiesigen Pegelstände. Ist die Hochwasserlage angespannt, leiten sie als sogenannter „Meldekopf“ für die Region eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen ein. Sie sind 24/7 in Bereitschaft. Denn das Wasser schläft nicht.

„Es gibt bei uns im Regierungsbezirk aktuell keinen konkreten Anlass zur Sorge, was das Hochwasser in den größeren Gewässern angeht“, sagt mit Heiner Berger jemand, der sich auf diesem Gebiet bestens auskennt. Der studierte Wasserbauingenieur ist seit vielen Jahren bei der Bezirksregierung Münster und Ansprechpartner für Überschwemmungsgebiete, präventives Starkregenmanagement und Hochwasserschutz.

Präventiver Hochwasserschutz

Die Bezirksregierung ist für den Fall der Fälle vorbereitet. „Aktuell sind die Wasserstände zum Beispiel an der Ems normal und befinden sich bei einem mittleren Niedrigwasserstand. Der Regen versickert derzeit noch überwiegend auf den Äckern und landet noch nicht im Fluss,“ erklärt Heiner Berger. „Bei den derzeitigen Regenprognosen rechnen wir mit einem moderaten Anstieg des Wasserspiegels in der Ems, mit einer zeitlichen Verzögerung in den nächsten Tagen.“

Messstationen an der Ems

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Für die Ems ist die Bezirksregierung in ihrem Verlauf von Warendorf bis Rheine originär zuständig. Ein eigener Bauhof kümmert sich hier um die Gewässerunterhaltung. Fünf Messstationen für Pegelstände, die das LANUV betreibt, gibt es auf diesem Abschnitt. „Die Messstation an der Ems in Rheda liegt im Bereich des Regierungsbezirkes Detmold. Der Pegelstand dort interessiert uns natürlich auch, weil das Wasser dort, nahe des Quellbereichs der Ems in Steinhorst, ja eins zu eins in unseren Bereich fließt. Weitere Pegelstände der Ems erreichen uns permanent aus Einen, Greven und Rheine“, so der Wasserbauingenieur weiter.

Hochwasserwarnstufen und App „Mein Pegel“

Stellen die Kreise, kreisfreien Städte oder Kommunen erhöhte Pegelstände an ihren Gewässern fest, dann melden sie diese an die Bezirksregierung. Die Behörden stimmen dann untereinander die Entwicklungen und Vorhersagen ab. Wenn gewisse Warnstufen überschritten werden, setzt sich eine Reihe von Maßnahmen in Gang. Grundlage dafür ist eine Hochwassermeldeordnung, die die Bezirksregierung Münster federführend erarbeitet hat. Heiner Berger erklärt: „Unsere Hochwassermeldeordnung enthält ziemlich genaue Handlungsanweisungen. Wenn etwa eine Hochwasserwarnstufe erreicht ist, benachrichtigen wir die Kreise und kreisfreien Städte als untere Wasserbehörden. Es werden dann zum Beispiel bestimmte Straßen oder Brücken für den Verkehr gesperrt. Wir selbst sind bei den Maßnahmen nicht operativ tätig. Die Ausführung ist dann Sache der Kreise und Kommunen.“ Insgesamt gibt es die Hochwasserwarnstufen I bis III. In der Hochwassermeldeordnung sind dazu Zwischenstufen definiert, die bestimmte Maßnahmen nach sich ziehen. Die verschiedenen aktuellen Pegelstände sind auf der Homepage des LANUV auch für die Bürger einsehbar. Über die App „Mein Pegel“ kann jeder die aktuellen Pegelstände einsehen.

Hochwasser 2016 und 2002/2003

Die letzte gravierende Hochwasserlage gab es im Regierungsbezirk Münster im Sommer 2016 im Westmünsterland an der Issel, Berkel und der Bocholter Aa. An der Ems kam es zu Hochwasser um den Jahreswechsel 2002/2003. „Eine solche Hochwasserlage wie damals an der Ems gibt es hier in der Gegend durchschnittlich nur alle zehn bis 20 Jahre“, sagt Heiner Berger. Es lohnt sich schon rein statistisch gesehen, bei den Entwicklungen der Wasserstände besonders achtsam zu sein.

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