Ideen für die Zukunft der Innenstadt Rhede – Realisierungswettbewerb entschieden

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In den kommenden Jahren werden große Bereiche der Rheder Innenstadt umgestaltet, wofür auch Mittel der Städtebauförderung bereit stehen. Neben der Umgestaltung des Kirmesplatzes, von Neu-, Nord- und Deichstraße, kommt dem Bereich von der Burloer Straße bis zum Rathausplatz zentrale Bedeutung zu. Die Stadt Rhede hat für die Neugestaltung dieses Bereichs einen freiraumplanerisch-städtebaulichen Realisierungswettbewerb durchgeführt. Von den zwölf teilnehmenden Büros haben am Ende zehn ihre Entwürfe eingereicht.

Bürgermeister Jürgen Bernsmann (von links), Janina Lockner, Fachabteilungsleiterin Stadtentwicklung und Umwelt, Lasse Malzahn vom Siegerbüro und Ellen Wiewelhove vom betreuenden Büro mit dem Siegerentwurf.© Stadt RhedeEin Preisgericht bestehend aus Rheder Sachpreisrichtern und externen Fachpreisrichtern hat in einer achtstündigen Sitzung die anonym vorliegenden Entwürfe bewertet. Einstimmig vergaben die Preisrichter den ersten Platz an das Büro Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Büro Freie Planungsgruppe Berlin GmbH. Der erste Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 23.400 Euro dotiert.

Lasse Malzahn vom Büro Franz Reschke lobte bei der Preisverleihung in der Kapelle des Gudulaklosters die bereits hohe Qualität der Rheder Innenstadt. Das sei eine gute Grundlage, auf der man aufbauen könne. „Wir wollen nicht alles auf links drehen, sondern die Qualität weiter herausarbeiten“, sagte Malzahn. Unter dem Motto „Patchwork statt alles neu“ solle vieles erhalten und saniert werden und nur dort, wo es sein muss, soll neu gepflastert und sollen einige Akzente gesetzt werden.

Zudem soll die Innenstadt klimaangepasster gestaltet werden. Neue Bäume auf den Plätzen sollen in Zukunft Schatten spenden und robuste Gräser für mehr Grün sorgen. Die vier Plätze (Markt, Kinderbrunnen, Gildekamp und Rathausplatz), die über die Hohe Straße wie an einer Perlenkette miteinander verbunden sind, bekommen nach dem Entwurf Wasser-, Spiel- und Grünelemente. So soll der Gildekamp zwar seine Funktion als Parkplatz behalten, aber räumlich neu geordnet und durch Bäume deutlich grüner werden, ebenso der Rathausplatz.

Nach Ansicht der Jury besticht die Arbeit in der Freiraumgestaltung durch die Angemessenheit der eingesetzten Mittel, durch ihre Ruhe und Zurückhaltung, mit der die prägenden Freiräume des Stadtkerns von Rhede „aufgeräumt“ werden und gleichzeitig eine effiziente und deutlich bessere Durchgrünung erfahren. Ausgeprägte gärtnerische oder zu formale, bauliche Elemente werden dabei dankenswerter Weise nicht bemüht. Ellen Wiewelhove vom Dortmunder Büro postwelters + partner lobte den „ruhigen und aufgeräumten Entwurf, der mit angemessenen Mitteln einen Mehrwert schafft“. Sie betonte zudem die Bedeutung von Grün und Wasser in der Innenstadt, auch wenn das möglicherweise einen leichten Rückgang an Parkplätzen bedeutet. „Klimawandel geht uns alle an. Wir müssen uns dem stellen.“

Für die Burloer Straße sieht der Siegerentwurf eine straßenbegleitende Raumkante vor sowie leicht versetzte Fluchten, damit die Straße etwas breiter wird, außerdem eine Bebauung Richtung Kloster mit zwei Mehrfamiilenhäusern, dazu einen Grünzug mit öffentlichen Wegen und einem Quartiersplatz-

Bürgermeister Jürgen Bernsmann betonte in seiner Begrüßungsrede bei der Preisverleihung, dass es sich bei den Siegerplänen um einen Vorentwurf handelt, der die Grundlage für die weiteren Diskussionen bilden soll. Auf dieser Grundlage werde die Planung in den nächsten Monaten weiter ausgearbeitet und konkretisiert. „Wir glauben, dass wir mit dem Siegerentwurf eine gute Basis haben, mit der wir weiterarbeiten können“, sagt Christoph Terwiel, Leiter des Fachbereichs Bau und Ordnung. Je nach Fortgang der weiteren Verhandlungen und der Planungen geht man im Rathaus für den ersten Bauabschnitt von einem Baubeginn Ende 2027/Anfang 2028 aus.

Der Beigeordnete Hubert Wewering verwies mit Blick auf die zu erwartende öffentliche Diskussion auf das Spannungsfeld zwischen dem Erhalt von Parkplätzen und dem Wunsch nach mehr Grün- und Aufenthaltsflächen. Es sei nun Aufgabe von Politik und Verwaltung, diesen Zielkonflikt gemeinsam mit den beteiligten Akteuren ausgewogen und verantwortungsvoll zu lösen.

Im städtebaulichen Teilbereich umfasst das Plangebiet Grundstücksflächen östlich der Burloer Straße, für die im Wettbewerb zunächst Ideen für eine neue städtebauliche Entwicklung des Quartiers gesucht wurden. Im weiteren Verfahren sollen diese Ideen nun gemeinsam mit den Grundstückseigentümern und möglichen Investoren weiterentwickelt werden.

Alle zehn Wettbewerbsarbeiten sind ab sofort über die Website der Stadt Rhede https://www.rhede.de/wettbewerb-umgestaltung-innenstadt einzusehen. Außerdem werden die prämierten vier Arbeiten für die Öffentlichkeit in den Schaufenstern des ehemaligen Ladenlokals an der Burloer Straße 12 bis 14 präsentiert. Die Ausstellung ist dort ab dem 10. Juni 2026 zu sehen.

Die Entscheidung des Preisgerichts:

Neben dem ersten Preis wurden drei weitere Entwürfe ausgezeichnet. Der zweite Preis -geht an POLA LandschaftsarchitektenGmbH aus Berlin in Zusammenarbeit mit Stadt Land Fluss Büro für Städtebau und Stadtplanung PartG mbB ebenfalls aus Berlin. Er ist mit einem Preisgeld in Höhe von 17.550 Euro dotiert. Dritter Preisträger (11.700 Euro) sind Förder Landschaftsarchitekten GmbH aus Essen in Zusammenarbeit mit Lorber Paul Architekten GmbH aus Köln und über den vierten Preis und ein Preisgeld von 5850 Euro freuten sich Pesch Partner Architektur Stadtplanung GmbH aus Dortmund in Zusammenarbeit mit B.S.L. Landschaftsarchitekten, aus .Soest. Die Betreuung des Wettbewerbsverfahrens hat das Dortmunder Büro postwelters + partner, Architektur und Stadtplanung BDA/SRL übernommen

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