Jedes Grundschulkind soll schwimmen können



Ehrenamtliches Engagement spielt in Bocholt eine bedeutende Rolle. Um dies sichtbar zu machen, verfasst die Redaktion der Freiwilligen-Agentur Bocholt regelmäßig Porträts und Storys über dieses Engagement, welche wir auch hier auf Made in Bocholt veröffentlichen

Pünktlich um 8:15 Uhr fährt der Bus aus Barlo mit 50 Drittklässlern vom Grundschulverband Liebfrauen auf dem Parkplatz am Bahia vor. Neben dem Sportlehrer und der Klassenlehrerin sind auch die beiden ehrenamtlichen Schwimmbegleiterinnen Beate Looks (68) und Marie-Luise Klein (70) dabei. Der dritte Schwimmbegleiter Erich Hovestädt (64), sonst regelmäßig dabei, ist heute verhindert.

Schnell sind die Kinder umgezogen und abgeduscht, weil sie wissen, dass ihre Zeit im Schwimmbecken nur 35 Minuten beträgt. In dieser Zeit halten sich alle Schüler und Schülerinnen gleichzeitig im Wasser auf. Eine kleine Gruppe im Nichtschwimmerbecken, da hier die Vorbereitung für das Seepferdchen Abzeichen stattfindet. Eine weitere Gruppe trainiert das Tauchen, wieder andere Kinder üben viele Bahnen zu schwimmen, um in Kürze ihr Silberabzeichen zu machen. Dass alle 50 Kinder gleichzeitig im Wasser sein können, ist einzig und alleine den Schwimmbegleiterinnen zu verdanken. Keiner muss am Beckenrand sitzen und frieren, weil Beate Looks, Marie-Luise Klein und Erich Hovestädt jeweils eine Schwimmgruppe individuell betreuen. Beate Looks ist pensionierte Realschullehrerin und bringt 40 Jahre Erfahrung mit. Marie-Luise Klein hat ein DLRG Abzeichen für Lehrkräfte und ist ebenfalls vom Fach. Sie hat bis zu ihrem Ruhestand als Dozentin für Sportwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum gearbeitet. Erich Hovestädt hat langjährige Erfahrungen als Handballtrainer und vor kurzem das DLRG Rettungsabzeichen Silber erworben.

Engagierte Großeltern

Für die Grundschule sind die drei ein echter Segen. Ohne ihre Unterstützung vor Ort könnte der Schwimmunterricht gar nicht stattfinden. Doch wie kamen sie  dazu, sich als Schwimmbegleiterin zu engagieren? „Im Frühjahr 2021 saß ich bei der Familie meines Sohnes am Tisch, als in der WhatsApp Gruppe der Schulklasse die Frage an die Eltern kam, wer die beiden Lehrer beim Schwimmunterricht begleiten kann. Da sich keiner von den Eltern meldete, bin ich spontan eingesprungen und wollte zwei- bis dreimal aushelfen.“, erzählt Beate Looks. Das ist jetzt zweieinhalb Jahre her, und sie ist seitdem jede Woche Dienstag- und Freitagmorgen im Bahia. Auch Marie-Luise Klein ist über ihre Enkelin, die die Stenerner Grundschule besucht, vor drei Jahren zu ihrer Tätigkeit als Schwimmbegleiterin gekommen. „Ich bin so froh, dass wir inzwischen zu dritt sind und uns abwechseln können.“, erklärt sie. Vorher habe sie ihren Urlaub nach den Schulferien geplant, damit der Schwimmunterricht während ihrer Abwesenheit nicht ausfallen muss. . Erich Hovestädt hat über einen persönlichen Kontakt zum Rektor des Grundschulverbunds von dem Bedarf erfahren.

Zufrieden und ausgepowert vom Schwimmen machen sich die Kinder wieder auf den Weg zum Bus, damit sie pünktlich zur großen Pause zurück an der Schule sind.

Quelle: Wir für Bocholt – Den Originalbeitrag finden Sie hier

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