Jetzt wird’s teuer: Stadt will Friedhofsgebühren zum Teil drastisch erhöhen

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Die Stadt Bocholt plant eine zum Teil drastische Erhöhung der Friedhofsgebühren. Hintergrund sind deutlich gestiegene Kosten sowie Veränderungen bei den Bestattungsformen, die den Haushalt zunehmend belasten. Darüber informiert eine Beschlussvorlage des Entsorgungs- und Servicebetriebs Bocholt (ESB).
Die größte absolute Mehrbelastung kommt auf die Angehörigen von Verstorbenen bei den am häufig genutzten Grabarten zu. Das Rasenreihengrab verteuert sich von 1.560 auf 2.166 Euro (plus 606 Euro), das pflegefreie Grab von 2.750 auf 3.364 Euro ( plus 616 Euro). Die Kosten für ein Rasenwahlgrab sollen von 2.080 auf 2.856 Euro steigen (plus 776 Euro) und die für ein Erdwahlgrab im Ruhegarten von 4.170 auf 4.921 Euro (plus 751 Euro)
Der Trauersaal kostet künftig 238 statt 150 Euro pro 45 Minuten. Das sind plus 88 Euro oder 59 Prozent. Die mit Abstand drastischsten Erhöhungen betreffen Umbettungen und Ausgrabungen — also Vorgänge, die ohnehin emotional belastend sin. So verteuert beispielsweise sich die Umbettung eines Kindes vor Ablauf der Ruhefrist von 370 auf 2.592 Euro. Das entspricht einer Steigerung von plus 601 Prozent.
Als wesentlicher Grund für die geplante Gebührenerhöhung werden die seit 2020 deutlich gestiegenen Kosten genannt. Die Personalkosten haben sich infolge von Tarifsteigerungen um mehr als 20 Prozent erhöht. Der Verbraucherpreisindex, der als Maßstab für Material- und Dienstleistungskosten dient, stieg im gleichen Zeitraum um rund 25 Prozent. Besonders stark verteuerten sich die Kraftstoffkosten mit einem Plus von über 40 Prozent.
Hinzu kommt ein Wandel bei den Bestattungsformen. Immer mehr Angehörige entscheiden sich für pflegefreie Grabarten. Diese erfreuen sich wachsender Beliebtheit, verursachen jedoch einen höheren Pflege- und Unterhaltungsaufwand für die Friedhofsverwaltung. Dadurch steigen insbesondere die Personalkosten. Die zusätzlichen Aufwendungen sollen künftig stärker über die Gebühren für diese Grabarten gedeckt werden.

Steuerzahler says:
Der Vorwand von „gestiegenen Kosten“ zieht bei den Bürgern längst nicht mehr. Die Stadt ist wirtschaftlich am Ende, und statt ehrlicher Haushaltspolitik wird überall nachgeschlagen, damit das Geld ins Millionengrab Rathaus und in sonstige Nebenschauplätze umverteilt wird. Transparenz gegenüber denjenigen, die hier arbeiten und einzahlen, war für diese Herrschaften noch nie ein Thema.
Besonders empörend ist das Vorgehen rund um die Friedhofs- und Bestattungskosten. Unter der Leitung des gescheiterten Ex-Geschäftsführers wurden die Bestattungspreise rücksichtslos erhöht. Dass selbst alleinstehende, kinderlose Beitragszahler, die ihr Leben lang in die Kommune eingezahlt haben, derart verhöhnt werden, ist unerhört. Statt würdevoller Regelungen plante man, Bürger im Nachbarland einäschern zu lassen und anschließend in der Nordsee zu entsorgen, was einem Skandal gegenüber jedem respektvollen Umgang mit Verstorbenen gleichkommt.
Man wird hier geboren, bekommt eine Personalnummer und wird lebenslang zur Kasse gebeten. Und wenn man dann das Letzte getan hat, versuchen dieselben Verantwortlichen auch, die Toten noch auszupressen. Das ist nicht nur ökonomisch fragwürdig, es ist moralisch untragbar.
Die Stadtverwaltung muss endlich Rechenschaft ablegen: Offenlegung aller Kosten, nachvollziehbare Begründungen für Preiserhöhungen und ein Ende der rücksichtslosen Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Bürger. Bürgernähe und Transparenz sind keine Luxusgüter, sondern Pflicht.