Kann Doetinchem weiter der Gefangenen auf dem Kruisberg gedenken?

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Die Zukunft der Stiftung Doetinchem Herdenkt, die auf dem ehemaligen Gelände der Haftanstalt De Kruisberg ansässig ist, ist höchst ungewiss. Am Montag jährte sich zum 81. Mal die Erschießung von 46 Männern am Rademakersbroek bei Varsseveld – ein tragisches Ereignis während des Zweiten Weltkriegs, das eng mit De Kruisberg verbunden ist. Die Gefangenen, viele von ihnen Anführer des niederländischen Widerstands im Osten des Landes, wurden damals aus der Haftanstalt abgeholt. Der Jüngste unter den Opfern war gerade einmal 18 Jahre alt, der Älteste 65.

Ob und wie die Erinnerung an diese Schicksale auf dem Gelände von De Kruisberg fortgeführt werden kann, ist derzeit offen. Aufgrund der Entwicklungen um die Immobilie droht, dass die bevorstehende Gedenkveranstaltung möglicherweise die letzte ihrer Art im Namen von Doetinchem Herdenkt auf diesem historischen Areal sein könnte. Die Stiftung steht in enger Abhängigkeit zum neuen Eigentümer, dem Projektentwickler Ter Steege, was die weitere Vermittlung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs angeht. „Dieses Jahr ist entscheidend“, betont Karel Berkhuysen, Vorsitzender der Stiftung, die in diesem Monat ihr achtjähriges Bestehen feiert. Nach dem Verkauf von De Kruisberg im vergangenen Jahr ist die künftige Nutzung des Geländes noch nicht abschließend geregelt. Pläne, Genehmigungen und Zeichnungen – an all dem wird noch gearbeitet. „Wir müssen kurzfristig mit einem überzeugenden Konzept aufwarten“, so Berkhuysen.

Der Verein verfolgt das ambitionierte Ziel, ein Erinnerungszentrum auf De Kruisberg zu errichten, inspiriert vom Vorbild des Oranjehotels in Scheveningen, das ebenfalls während des Krieges als Gefängnis diente. Finanzielle Mittel fehlen jedoch bislang. „Unsere Stiftung verfügt praktisch über keine eigenen Gelder“, erklärt Berkhuysen. Seine Pläne stießen bei Ter Steege auf positive Resonanz, dennoch bleibt die Finanzierung ein Drahtseilakt. Die Stiftung versucht, durch Fördergelder und Unterstützung der Provinz Gelder für das Projekt zu sammeln. In Zeiten, in denen insbesondere junge Menschen immer stärkeres Interesse an den Geschichten der Vergangenheit zeigen, sieht Berkhuysen es als essenziell an, die Erinnerungen lebendig zu halten und sie so an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Quelle: Regio8

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