Januar 28, 2022

KOMMENTAR: Kommando zurück (Teil 2) – Euregio-Neubau war nur ein „Gedankenspiel“

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Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPER
Erst wurden den Schulen die Weihnachtsbäume verboten. Als die Wogen im Netz daraufhin hochschlugen, hieß es “Kommando zurück“ und die Verwaltung schickte zwei Tage später eine „Konkretisierung“ mit Ausnahmeregelungen hinterher. Gestern im Betriebsausschuss für die Gebäudewirtschaft ein ähnliches Spiel zu einem anderen Thema. Laut Sitzungsvorlage sollten in der mittelfristigen Finanzplanung 45 Millionen Euro für den Neubau des Euregio-Gymnasiums sowie für die Verlagerung der Diepenbrockschule vom Europaplatz auf das Gelände der alten Feuerwache an der Bleiche eingeplant werden (wir berichteten).

Die allgemeine Verwunderung war groß. Denn weder die Politik, die eigentlich die Entscheidungen treffen und das Geld freigeben muss, noch die betroffenen Direktoren, Eltern oder Schüler waren eingeweiht. Prompt hieß es jetzt erneut „Kommando zurück“. Bei besagten Plänen, so gab Bürgermeister Thomas Kerkhoff laut BBV bekannt, habe es sich lediglich um „Gedankenspiele“ der Verwaltung gehandelt. Für das Euregio-Gymnasium werde durchaus auch ein Teilneubau beziehungsweise – leider hinter einem Gedankenstrich redaktionell komplett vergessen – eine „Sanierung“ in Erwägung gezogen. Und für die Diepenbrockschule wäre jetzt ebenfalls eine Lösung am bestehenden Standort denkbar, berichtet die Zeitung.

Dafür, dass das alles im Vorfeld irgendwie ganz anders herüberkam, hat der Bürgermeister auch schon einen Schuldigen gefunden: die Presse. Die ist offenbar nicht in der Lage, zwischen den Zeilen von offiziellen Sitzungsvorlagen geschickt versteckte „Gedankenspiele“ der Verwaltung zu entdecken, diese dann herauszulesen und in den politischen Kontext von Haushaltsberatungen zu bringen. Und die richtigen Fragen stellt sie auch nicht. Deshalb hat es sich der Bürgermeister inzwischen schon ganz abgewöhnt, auf ganz konkrete Fragen der Medien ebenso konkret zu antworten. Er fasst seine Antworten lieber in unkonkreten Gedankenspielen zusammen…

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    Ja, so läuft es seit einem Jahr in Bocholt. Ausschuss- und Ratsvorlagen, vom Bürgermeister unterzeichnet und seiner Hoffnung getragen, hörige Ratsmitglieder stimmen zu, sind nach Aufschrei verantwortungsbewusster Politiker, der Presse und der Bevölkerung nur noch Gedankenspiele. Unfassbar! Kennt der BM die Unterschiede zwischen Gedankenspielen und verantwortungsbewusster Arbeit nicht und wann lernt er dieses? Selbst die Nachhilfe der Presse durch konkrete An- und Nachfragen bringen ihn nicht weiter. Königsgebahren statt Demokratie?

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